Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1911)
- Article
- Die jüdische Presse in Rußland
- Date
- 1911-02-01
- Page
- Seite 24 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Sprache erscheint das Parteiorgan5 das Wochenblatt „Haolam"; auch die zwei hebräischen Tagesblätter „Hed Hasman" und „Hazefira" sind zionistische Blätter, ebenso die einzige hebräische Monatsschrift „Haschiloach." Die russisch-jüdische Presse ist parteipolitisch sehr stark differenziert. Das verbreitetste Blatt — „Rasswiet" — ist ein zionistisches Parteiorgan, das zweitwichtigste Blatt, der „Jewreisky Mir" gehört der nationaldemokratischen Eichtling (der sogenannten Volkspartei oder Dubnow-Partei), das dritte Wochenblatt — Nowy Woschod — gehört der Winawerschen Gruppe oder der Volksgruppe, der sozusagen jüdischen nationalliberalen Partei an. Eein assimilatorisch ist nur das polnische Blatt „Izraelita". Die proletarische sozialitische Richtung ist momentan ungemein schwach vertreten. Die orthodoxe Richtung findet jetzt ihren Ausdruck im hebräischen Wochenblatt .,Hamodiau. Als Fachblätter haben wir vier zu verzeichnen: Ein Blatt ist dem jüdischen Holzhandel gewidmet und erscheint in WTilna als jargonisches Wochenblatt unter dem Namen „Der Holzhändler\ Ein Blatt befaßt sich speziell mit der jüdischen Emigration und erscheint zweimal monatlich unter dem Namen „Der jüdische Emigrant"; das letztere wird vom Comite der JCA herausgegeben. In russischer Sprache erscheint sehr un- 'regelmäßig, 3—4 mal im Jahr die Zeitschrift „Die jüdische medizinische Stimme". Zu allerletzt müssen wir noch die unter der Redaktion des Historikers S. Dubnow 4 mal jährlich erscheinende „Ewreiskaja Starina" erwähnen, die vorzugsweise der jüdischen Geschichtsforschung gewidmet ist. Neue Beiträge zur Statistik der Juden in Rumänien. Das Unterrichts- und Kultusministerium in Eumänien hat im Jahre 1909 eine allgemeine Zählung der über 7 Jahre alten Personen vorgenommen und diese unterschieden in solche, die weder lesen noch schreiben können (Illettr6s), und solche, die lesen und schreiben können (Lettres). Die Resultate sind soeben publiziert worden in folgendem Hefte; Recensement g e n £ r a 1 des Lettres et des Illettr6s de Roumanie en 1' a n n e e 1909 (Bucarest 1910). Wie m der Volkszählung im Jahre 1899 die Aufschlüsse über den Bildungsstand nur in Verbindung mit der Staatsangehörigkeit erschienen, so sind auch in der eben erwähnten Veröffentlichung die Analphabeten und die Iyesens- und Schreibenskundigen nur nach der Staatsangehörigkeit unterschieden worden. Da jedoch die Zahl der „Staatsfremdenu und Juden in Rumänien fast gleich groß ist, kann alles, was über den Bildungsstand der Fremden gesagt wird, ohne zu großen Fehler auf die Juden bezogen werden.1) Die Zählung erstreckte sich auf 5 047 342 *) Vergl. Veröffentlichungen des Bureaus für Statistik der Juden, Heft 5, Die Juden in Rumänien, S. 36 ff. Personen im Alter über 7 Jahren: darunter waren 52ü/0 männlich und 48% weiblich, d. h. es trafen 941 weibliche auf 1000 männliche Personen. Nach der Nationalität gliederten sie sich in Rumänische Staatsangehörige: 4763699, dar. 2487085 m., 2276614 w. Fremde: 283643, „ 144081 „ 139562 „ Die Ziffern für die städtischen Gemeinden lauten : Rumänische Staatsangehörige: 611 683, dar. 319 132 in., 292 551 w. Fremde: 204 216, B 100 491 „ 103 725 „ Die Ziffern für die Landgemeinden lauten: Rumänische Staatsangehörige: 4 152 016, dar. 2 167 953 m., 1 984 063 w. Fremde: 79 427, „ 43 890 „ 35 837 „ Versuchen wir es, auf Grund dieser Angaben und der Zahlen von 1899 wenigstens annähernd die Zahl der rumänischen Juden im Jahre 1909 zu ermitteln. Im Jahre 1899 betrug die Zahl der Personen ohne Staatsangehörigkeit 278 560; hierunter waren 256 500 Juden, d. h. 92,01%. Die Zahl der über 7 Jahre alten Fremden belief sich