Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 7 (1911)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1911)
- Article
- Die Juden in Bulgarien
- Date
- 1911-02-01
- Page
- Seite 19 (sequence 3)
- Language
- German
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— 19 anderen Stelle1) haben wir bereits eine kleine Zusammenstellung über die Vitalität der einzelnen Konfessionen in einer Anzahl von Ländern gebracht und dort gesehen, daß im großen und ganzen die Vitalität der jüdischen Geburten ungünstiger als jene der Gesamtbevölkerung und der Katholiken ist. Worauf die relativ sehr ungünstigeVitalität der j üdi sch en Geburten in Bulgarien zurückzuführen ist, läßt sich nicht ohne eingehende Untersuchung feststellen. Es ist möglich, daß hei den Juden eine genauere Registrierung der einzelnen Fälle erfolgt, weil sie ja zumeist Stadtbewohner sind. Es ist andrerseits nicht ausgeschlossen, daß bei den bulgarischen Juden die Frau am Erwerbsleben stark beteiligt ist und ihr während der Schwangerschaft nicht die notwendige Schonung zu teil wird. Zum Schlüsse unserer Betrachtung wollen wir noch zwei Tabellen über die Fruchtbarkeit der Gesamtbevölkerung und der Juden im Jahre 1904 publizieren. Tabelle 11. Geburten nach dem gegenseitigen Alter der Eitern in Bulgarien 1904. Alter der iMutter Lebendgeburten der Gesamtbevöiksfung Eheliche Älter des Vaters unt. Ln on'ork An^n -a'50u.: un- 20 lj20'30!30'40^0'o0;d,r.;bek. Totgeb d. Gesasrtbv «"» t«f!« V . Ui. •S iehei, Lebendgeburten der Israeliten Eheliche Alter des Vaters unt. '20--"30— 40—150 u. 20 J.j 30; 40 i 50 |dar. un-; bekj Totgeb der Israeliten « iun' •£ Sehe! mnt. 15 Jhr. i! i 15-20 786! 3523 20—25 264;40826 25—30 10121448 30—35 2| 685 35-40 1 41 40—45 - 6 45-50 — 1 5öu.darüb. - 1 unbekannt — i 7 Zusammen 106466539 296 4693 19081 31840 10456 273 Ift 20! 305; 1174! 3685! 99091 9213:17461 168611735! - ' 1811034! 2: 1 Ii 66659i2601l|6106l 3| 26» 133! 490! 938! o 28 27 22 12 10 8 2 77 188 110 :i280 |! 132 l! 81 51 52 Ü 30 i- 6;: 3 2 1 696 30; 3 252; 9 207; 5 154; 1 150: 2 621- 20; — 7 — 10!- 892; 20 2 4773 46683 42217 369G0 >1561 11340 3474 1065 100 168175 1 23; 6j 220! 106! 100! 252; 3!197! — i 62! _ o 29! 78! 125! 58! 10 9 \ 9! 21 i 20 j 10! 2! 346 I 625 305 \ 64 46 92 343 396 298 22ö 82 22 2 1395 Tabelle II enthält die Zahl der Geburten nach dem Alter der Eltern mit Unterscheidung zwischen Lebend- und Totgeburten, ehelichen und unehelichen Geburten. Was die Gesamtbevölkerung anlangt, so können wir folgende Beobachtung machen. Am stärksten ist die Fruchtbarkeit bei dem Alter der Mutter von 20—25 Jahren und dem des Vaters von 20—30 Jahren. Ein Viertel der Geburten entfallen auf diesen Zeitraum. Annähernd ebenso produktiv sind die Jahre 30—35 hei der Mutter und 30—40 beim Vater. Erst an dritter Stelle steht die Periode, in welcher die Frau 25—30, der Mann 20- 30 Jahre alt ist. Bei den Juden werden die meisten Kinder geboren bei einem Alter der Mutter von 23—30 und dem des Vaters zwischen 30 und 40 Jahren, also später wie bei der Gesamtbevölkerung- *) Die Vitalität der jüdischen Geborenen (Dr. oec. publ. Segall) rieft 5, ]hrg. 0. An zweiter Stelle steht erst der Zeitraum zwischen 20—25 Jahren bei der Frau und 20—30 Jahren beim Manne. Tabelle III gibt Aufschluß über die Geburten nach dem Alter und der Fruchtbarkeit der Mutter. Sie zeigt, daß bei der Gesamtbevölkerung die meisten Kinder bei dem Alter der Mutter von 20—25 Jahren geboren werden, bei dem Juden bei dem Alter der Mutter von 25—30 Jahren. Wenden wir uns nun der Sterblichkeit zu. Auch hierüber besitzen wir sehr viel Material. Die bulgarische Statistik differenziert die Sterbefälle für jede Konfession nach dem Geschlecht, nach dem Alter, Familienstand der Gestorbenen und kombiniert sogar Alter, Geschlecht und Familienstand. Es würde zu weit führen, wenn wir mit dieser Ausführlichkeit die Sterblichkeit behandeln wollten, wir br-oTifloT-n uns damit, lediglich die Sterbeziffer