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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1911-02-01 · Heft 2 (Februar 1911) · p. Seite 18

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
7 (1911)
Issue
Heft 2 (Februar 1911)
Article
Die Juden in Bulgarien
Date
1911-02-01
Page
Seite 18 (sequence 2)
Language
German
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Tabelle 1. Lebendgeburten in Bulgarien. Jahr Ges.-Bev. Gr.-Orth. Katb. Prot. Israel. Es trafen Lebendgeburten auf je 1000 der Ges.-Bev. auf je 1000 Gr.-Orth. auf je 1000 Kathol. auf je 1000 Protest. auf je 1000 Israelit. 1881-1885 1886—1887 1888-1890 1891—1895 1896—1900 1901 -1905 1906 1907 76216 76447 116172 125396 147813 158141 178989 181138 €2171 63855 98792 107543 124362 134752 152266 153968 134 285 843 950 1164 1227 1334 1357 die Geburtenziffer der Katholiken schnell, von 17,110/00 in den Jahren 1881/85 auf 42,86 %0 in den Jahren 1888; 90 hinauf, ebenso bei den Protestanten von 15,26 °/00 auf 36,51 °/G0. Dagegen scheint die Zunahme der Israeliten nicht sonderlich groß gewesen sein, da sich ihre Geburtenziffer nicht sehr ändert. Aus welchen Gründen in den Jahren 1886 u. 1887 ein allgemeiner Rückgang der Geburten stattgefunden hat, entzieht sich meiner Feststellung. Was die Höhe der Geburtenziffer im allgemeinen anlangt, so ist bekanntlich die Fruchtbarkeit in den osteuropäischen Ländern viel stärker als in den westeuropäischen. Ziehen wir Preußen zum Vergleich heran, so war hier die all-; gemeine Geburtenziffer um etwa 12 °/00 nie-; driger als in Bulgarien. Für die Juden ' ist der Unterschied noch weit größer. Man; kann ohne weiteres sagen, daß in Bulgarien die jüdische Geburtenziffer doppelt so hoch \ ist wie in Preußen. Aber selbst im Vergleich | mit einem anderen osteuropäischen Lande,; das sich ebenfalls durch eine große Frucht- : barkeit auszeichnet, nämlich Rumänien, ist; Bulgarien produktiv zu nennen. Es betrug j beispielweise die allgemeine rumänische Geburtenziffer i. J. 1900 39,98 °/O0, i. J. 1007 41,22 °/00. Angesichts des Rückgangs der Fruchtbarkeit bei den Juden in Rumänien seit 1900 beginnt der Unterschied zwischen der Geburtenziffer der Juden in Bulgarien und Rumänien immer größer zu werden. Während 1898 in beiden Ländern die Geburtenziffer gleich hoch war, betrug 1906 die Differenz 8 11 59 Ol 100 156 181 170 bereits 542 516 931 1073 1306 1267 1354 1257 nö 33,70 26,09 36,29 37,49 41,01 40,67 44,01 43,85 38,27 28,78 39,87 40,80 43,11 42,37 45,06 44,64 17,11 18,64 42,86 41,57 44,25 42,05 44,74 45,13 15,26 10,00 36,51 23,05 26,86 31,00 31,34 2818 32,85 23,09 36.51 37.58 40;90 35,55 35,55 32,27 den y00. Allerdings ist auch bei Juden in Bulgarien ein Rückgang der Fruchtbarkeit wahrzunehmen. .Diese allgemeine Erscheinung unserer modernen Zeit beginnt neuerdings auch bei den Juden des Ostens sich zu zeigen. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die früher geradezu sprichwörtliche Fruchtbarkeit der ungarischen Juden bedeutend nachgelassen hat. Auch in Galizien hält der Rationalismus unter den Juden Einkehr, ebenso in Rußland. Daß Rumänien bereits eine Abnahmetendenz in der natürlichen Entwicklung zeigt, wurde vorhin hervorgehoben, und auch in Bulgarien ist die Reproduktionstätigkeit der jüdischen Bevölkerung nicht mehr so beträchtlich wie früher. Verglichen mit der allgemeinen Geburtenziffer, jener der Griechisch-OrthodoxenundRömisch-Katholiken erscheint die jüdische Geburtenziffer in Bulgarien niedrig. Es betrug im Jahre 1907 der Unterschied zwischen der Geburtenziffer der Juden und der Griechisch-Orthodoxen 12,37o/w, der Römisch-Katholiken 12,86 %0. Noch niedriger als die Geburtenziffer der Juden ist jene der Protestanten. In den östlichen Ländern ist in der Regel die Fruchtbarkeit der Protestanten geringer als die der Juden. In Anbetracht der hohen Fruchtbarkeit in Bulgarien ist die Vitalität im ganzen eine überaus günstige. Es trafen auf 100 Lebendgeburten bei der Gesamtbevölkerung in dem Jahrfünft 1881/85 0,39 Totgeburten, i. J. 1906 0,61, bei den Griechisch-Orthodoxen 0,43 bezw. 0.55, bei den Juden 0,55 bezw. 3,98. An einer

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