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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1911-01-01 · Heft 1 (Januar 1911) · p. Seite 11

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
7 (1911)
Issue
Heft 1 (Januar 1911)
Article
Die Juden in den Vereinigten Staaten von Amerika
Date
1911-01-01
Page
Seite 11 (sequence 2)
Language
German
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— 1 1 — Finanzbeamten und Direktoren, welche aus der der Zahl der Mitglieder von diesen selbst gewählt werden. Ein jeder kann in die Gemeinschaft aufgenommen werden, welcher sich zum Judentum bekennt, sei es durch Geburt, sei es durch Übertritt. Die Zugehörigkeit zur Kongregation bringt finanzielle Verpflichtungen mit sich, sichert aber einen ständigen Sitz in der Synagoge und enthält noch andere religiöse Vorrechte. Im allgegem einen sind nur die männlichen Familienhäupter Mitglieder der Gemeinschaft; es gibt aber auch gewisse Kongregationen, in denen "Witwen und andere Frauen zur Mitgliedschaft zugelassen werden. Neben diesen ordentlichen Mitgliedern gibt es noch sogenannte „Seat - holders." Auch diese sind Vertreter von Haushaltungen, können einen Sitz in der Synagoge erwerben, ihre Kinder am Eeligionsunterricht teilnehmen lassen, besitzen aber kein Abstimmungsrecht in den religiösen und finanziellen Angelegenheiten der Gesellschaft. Aus mehreren Gründen ist die statistische Angabe über die Zahl der Mitglieder in den Kongregationen nicht vollständig. Erstens wurden die „Seat-holders" nicht mitgerechnet. Zweitens repräsentiert ein Mitglied eine Familie von Religionsgenossen. Drittens: da mit der Zulassung zum Gottesdienst in einer Synagoge keine religiöse Formalität verknüpft ist, kann eine sehr große Zahl von Juden nicht mitgerechnet werden, welche die Synagoge besuchen, ohne auch nur indirekt zu den finanziellen Lasten der Kongregationen beizutragen. Es ist demgemäß jede Statistik über die Zahl der Juden in den Vereinigten Staaten nur approximativ. Die früheste Schätzung stammt aus dem Jahre 1818 durch Mordechai M. Noali, der die Zahl der Juden auf 3000 angibt. Aus der späteren Zeit stammen die folgenden Schätzungen: 1824 durch Salomo Etting 6 000, 1840 nach dem „Amerikanischen AI man ach" 15000, 1848 durch M. A. Bork 50 000, 1880 durch William B. Hackenburg 230 257, 1888 durch IsaakMarkus 400 000, 1897 durch David Sulzberge r 937 800, 1905 in der „Jewish Encyclopedia" 1 508 435 und 1907 im Amerikan Jewish Yearbook 1 777 185. Seit 1656 fand ununterbrochen eine Einwanderung von Juden statt. Die früheren Einwanderer stammten aus Holland und den deutschen Kolonien, aus Südamerika, England und Westindien. Sie waren hauptsächlich Abkömmlinge der aus Spanien und Portugal i. J. 1492 vertriebenen Juden, der sogenannten Sephardim. Die Mutterorganisation in New-York ist eine sephardische Kongregation, ebenso wie die alten Kongregationen in New- Port, Philadelphia, Richmond, Charles ton, Savannah, New-Orleans. Von den Sephardim in Liturgie und Sitte verschieden sind die Aschkenasim, welche aus Polen, Deutschland, Österreich-Ungarn, Rußland und Rumänien in die Vereinigten Staaten kamen. Die Anfänge der zweiten Einwanderung reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Die Hochflut setzte aber erst 100 Jahre später ein. Von diesen neu eingewanderten Juden schlössen sich diejenigen, welche aus derselben Gegend stammten, zu eigenen Kongregationen zusammen. Eine besondere Gruppe unter den Aschkenasim bilden die Chassidim, welche aus Polen, Rußland, Rumänien und Galizien stammen und in ihrer Liturgie mancherlei Ähnlichkeit mit den Sephardim aufweisen. Ebenso wie auf dem Kontinent ist auch in den Vereinigten Staaten innerhalb der Judenheit eine Spaltung vorhanden. Auch hier ist der Gegensatz zwischen „Orthoxem"- und „Reform" - Judentum vorhanden. Das Wesen der Orthodoxie und Reform ist zu bekannt, als daß wir darauf näher einzugehen brauchten. Ursprünglich befaßte sich die Reform nur mit dem synagogalen Ritual. Sie hatte den Wunsch, die äußere Porm des Gottesdienstes zu modifizieren und mit dem „Zeitgeist" in Einklang zu bringen. Erst später zeigte sich der Unterschied zwischen Orthodoxie und Reform in der genauen Beobachtung der schriftlichen und mündlichen Lehre auf selten

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