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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1911-01-01 · Heft 1 (Januar 1911) · p. Seite 7

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
7 (1911)
Issue
Heft 1 (Januar 1911)
Article
Die Juden in Bulgarien
Date
1911-01-01
Page
Seite 7 (sequence 2)
Language
German
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7 — und sozialen Eigenschaften behandelt worden. Man erfährt über das Verhältnis der Geschlechter, über den Altersaufbau, über die Agglomeration, sowohl der Griechisch-Orthodoxen, wie auch der Römisch-Katholiken. Protestanten und Juden. Noch ausführlicher sind die Angaben über die Bevölkerungsbewegung. Sie reichen zurück bis 1881. Da findet man Details, namentlich imKapitel „Geburten", über die FruchtbarkeitsVerhältnisse der einzelnen Konfessionen, wie man sie mit solcher Genauigkeit selbst für die Gesamtbevölkerung nur in der vorzüglich en Statistik der nordischen Land er und in den städtischen Jahrhrbüchern findet. Wir besitzen genügend Material, um ein umfangreiches Werk über die Verhältnisse der Juden in Bulgarien zu publizieren und das Bureau für Statistik der Juden gedenkt in absehbarer Zeit ein Sammelwerk über die Juden im Orient herauszugeben, in welchem Bulgarien, Serbien und die europäische Türkei zur Darstellung gelangen sollen. Wir können an dieser Stelle nur einen kleinen Teil der interessanten Ergebnisse sowohl des Bevölkerungsstandes wie der Bevölkerungsbewegung veröffentlichen und müssen es uns versagen, ein Gesamtbild der jüdischen Verhältnisse Bulgariens zu geben, weil hierzu eine gründliche Kenntnis der bulgarischen Verhältnisse überhaupt unbedingt nötig ist. Von den statistischen Veröffentlichungen Bulgariens kommen für unsere Untersuchung in Betracht: erstens die Resultate der Volkszählungen, welche in den Jahren 1881, 1887, 1892, 1900 und 1905 stattgefunden haben, dann die jährlichen Berichte über die Bevölkerungsbewegung im Fürstentum, jetzt Königreich Bulgarien von 1881-1905, endlich das Jährliche Statistische Jahrbuch für das Königreich Bulgariens, das zum ersten Mal 1909 erschienen ist. Es enthält die Ergebnisse der letzten Volkzählung mit Rückblicken auf die früheren Volkszählungen und wertvolle Tabellen über die Bevölkerungsbewegung ebenfalls für eine Reihe von Jahren. Fassen wir zunächst die Hauptergebnisse der letzten Volkszählung ins Auge. Die folgende Tabelle I enthält die Verteilung der Tabelle I. Departement Bourgas Varna Vidin Vratza Kustendil Plovdiv Pievcn Rousse Sofia St. Zagora Tirnovo Choumen Stadt Sofia Ges.- Bev. IGr.-Orth. Katb. Prot.Israel. Proz. d. Isrl. 335958! 30*1341 216077; 2854611 213661! 418547; 338979! 378932 433361 420372 422769 266324 82621 290772 182252 205646 268959 209500 348780 313633 211007 412505 383536 390438 128492 66162 631! 259! 3422' 682; 2250! 152 2402! 407 644! 60 2581! 9001 6132| 2248! 984| 605; 783 417! 4164! 2G14l011ill846| 141! 558 2136 608 310 3182 75 12743 5917; 434: 133 81 2453 663 205i 12691 10703; 1.02 0,74 1,11 0,23 1,21 1,47 0,18 1,10 2,73 0,51 0,05 0,48 12,96 Zusammen 4035575 j 3341551j296S4i5644.37656j 0,93 einzelnen Konfessionen auf die Departements. Wir haben nur die wichtigsten Konfessionen zusammengestellt. Die amtliche Statistik scheidet auch noch die Griechisch-Orientalen, Unierten und Mohammedaner aus. Es betrug demnach die Zahl der Juden im ganzen 37656, also nahezu 40000. Sie übertrifft die Zahl der Katholiken und Protestanten und macht fast 1 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Die Juden sind in den einzelnen Departements verschieden stark vertreten. Ordnet man letztere nach der Dichtigkeit ihrer jüdischen Bevölkerung, so ergibt sich folgendes: Unter 1000 Juden wohnten in den Departements Tirnovo, Pleven und Vratza, 1000 bis 2000 Juden in Choumen, 2000 bis 5000 in St. Zagora, Vidin, Varna, Kustendil, Bourgas und Rousse, über 5000 in Plovdiv und Sofia. In letzterem Departement wohnten 11846 Juden, d. i. ein Drittel der gesamten jüdischen Bevölkerung, davon aber 10703 in der Hauptstadt Sofia allein. Demnach wohnte fast ein Viertel der jüdischen Bevölkerung in der Hauptstadt. Einen Grund für die verschieden starke Verteilung der Juden auf die einzelnen Departements können wir hier nicht angeben. Sie mag mit der Lage der Departements, mit der beruflichen Gliederung der Juden oder mit den politischen Verhältnissen zusammenhängen. Prozentualiter sind die Juden natürlich ebenfalls am stärksten im Departement Sofia ver-

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