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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-12-01 · Heft 12 (Dezember 1910) · p. Seite 184

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 12 (Dezember 1910)
Article
Die Auswanderung der Juden nach Galveston
Date
1910-12-01
Page
Seite 184 (sequence 8)
Language
German
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— 184 — ist die Lage in den großen Städten, und der; Prozentsatz ihres Anteils an der Auswan- , i clerung beträgt nur 15.96. Da die Städte j mittlerer Größe mit 22,19 Prozent beteiligt sind, so können wir feststellen, daß der Anteil der sämtlichen Städte an der südwestamerikanischen Auswanderung 38,15 Prozent aller Emigranten betrug. Bemerkenswert ist, daß nach der Volksj Zählung von 1897 die jüdische Bevölkerung j der großen und mittleren Städte auf 48,84 j Prozent und die der kleinen Städtchen auf nur 33,05 Prozent1) sich belief. B. D. Brutzkus: „Die Statistik der jüdischen Bevölkerung", S. 3. Interessant ist ferner der Anteil einzelner Städte an der Auswanderung nach Südwestamerika. So entfielen von allen 276 Aus-; wanderem der großen Städte 89 Personen! auf Warschau, 50 auf Odessa, nur 7 auf Kiew, wo das Zentralkomitee seinen ständigen Sitz hat, obwohl das Gouvernement Kiew an der Auswanderung am stärksten beteiligt i war. j Unter den kleinen Städten verdient Cho- | dozkov (Gouvernement Kiew) große Beachtung: Diese Ortschaft hat beinahe 2000 jüdische Einwohner, von denen 127 Personen nach Galveston ausgewandert sind. B!§ jüdischen Spar- und Barlsnnskßssgn in Rußland und Gallzien. Von Dr. Hugo Hat Die „Jewish Colonization Association" ar-! beitet neben der Förderung und Unterstützung j der eigentlichen Kolonien mit besonderem j Eifer an der kultureilen und wirtschaftlichen Hebung der Juden in den Ländern des europäischen Ostens und des Orients. Besonders verdienstvoll und segensreich ist hier die Gründung und Förderung der Spar- und Darlehnskassen für die jüdische Bevölkerung Rußlands und Galiziens. Die jüdische kleinbürgerliche Bevölkerung dieser Länder befindet sich ja in einer besonderen Notlage infolge des Anwachsens der Großindustrie und des Großhandels, mit denen die kleinen Handwerker und Handelsleute infolge ihres Mangels an Kapital und Kredit nicht konkurrieren können. Sie befinden sich in dieser Beziehung durchaus in gleicher Lage mit dem Kleinhandwerk und Kleinhandel in Deutschland, und die Mittel zu ihrer wirtschaftlichen Hebung müssen daher dieselben sein wie in Deutschland, wro die Schultze-Delitzschen Darlehnskassen und die Raiffeisenkassen eine so außerordentlich erfolgreiche Tätigkeit ausgeübt haben. Die von der genannten Gesellschaft ins Leben gerufenen und in jeder Weise geförderten Spar- und Darlehnskassen hansohn, Berlin. für die jüdische Bevölkerung Rußlands und Galiziens beruhen auf ganz ähnlichen Grundlagen wie die Schultze-Delitzschen Kassen in Deutschland und haben auch bereits ähnliche günstige Erfolge wie diese zu verzeichnen. Über Wesen und Entwicklung dieser jüdischen Spar- und Darlehnskassen sei nach den Jahresberichtender „Jewish Colonization Association" 1909 und 1910 folgendes mitgeteilt: I. Rußland. In Rußland stammt die älteste dieser Kassen aus dem Jahre 1895. In größerer Anzahl sind sie jedoch erst seit dem Jahre 1906 emporgewachsen, seitdem nämlich die russische Regierung ihnen gewisse Normalstatuten vorgeschrieben hat, die ihnen eine ungestörte und gesicherte Wirksamkeit garantieren. Im Jahre 1908 gab es in Rußland bereits 459 solche jüdische Spar- und Darlehnskassen, davon 393 im eigentlichen Rußland, 59 im Königreich Polen und 7 in den baltischen Provinzen. Die Verhältnisse im eigentlichen Rußland waren also der Entwicklung dieser Kassen bei weitem günstiger als die in Polen. Was den Sitz der Kassen anbetrifft, so findet man neben den großen Städten auch viele kleinere Orte mit gut arbeitenden

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