Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1910)
- Issue
- Heft 11 (November 1910)
- Article
- Zur Statistik der jüdischen Bevölkerung in Frankfurt a. M.
- Date
- 1910-11-01
- Page
- Seite 159 (sequence 7)
- Language
- German
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— 159 — Die Sterblichkeiten der jüdischen Säuglinge ist demnach nur die Hälfte so groß wie bei den Protestanten und beträgt nur ein Drittel der Säuglingssterblichkeit der Katholiken. Bei den Juden starben auf 100 Knaben 80 Mädchen, die bedeutende Mehrsterblichkeit der Knaben bei den Israeliten mag mit dem hohen Überschuß der Knabengeburten im Zusammenhang stehen. Die Ursache der geringen Säuglingssterblichkeit der Juden liegt in ihrer niedrigen Geburtsziffer, ihrer minimalen Unehelichkeitsquote sowie in ihrem großen Wohlstand, wozu noch der Umstand kommt, daß die Kinderpflege und die Behandlung der erkrankten Kinder eine besonders sorgfältige ist. I Ziehen wir das Resume der Bevölkerungsj bewegung der Juden in Frankfurt, so ergiebt sich, daß der Geburtsüberschuß zufolge minderer Sterblichkeit bei den Juden größer ist wie bei der Durchsehnittsbevölkerung, das I ergiebt sich aus folgender Tabelle:1) j Bleicher2) vergleicht für die Volkszählungsj x) Beiträge zur Statistik der Stadt Frankfurt a. M., j 4, S. 23. I 2) Bleicher, Beiträge zur Statistik, N. F., B. I., S.19. ] MutmaQlicher Bevölkerungs^ stand. Am 1. Januar 1877. Am 1. Januar 1881. Vermehrung In diesen vier Jahren. Dieselbe in Prozent Geb.-Ueberschuß in dieser Periode. In Prozent zur Gesamlvermehr. Ueberhaupt . . Davon jüdische Bevölkerung . 118234 12411 137325: 19091! 16 1! 13889! 1478 11,9 6395 577 33,5 39,04 perioden 1881/90 Geburten- und Wanderungsüberschuß innerhalb der einzelnen Religionsgemeinschaften und erhält folgende Zusammenstellung : Evangel. Kathol. Israeliten Gezahlt am 1. Dez. 1885 93 223 44 156 15 537 „ „ „ 1890 107 728 53 263 17 426 Zunahme 14 459 9107 1889_ Darunter GeburtspCt. pCt, pCt. Überschuß . . 3890=26,7 2453=26,9 529=28,0 Wanderungsübe.-' schuß ... 10 660=73,3 6654=73,1 1360=72,0 In Prozent der Anfangsbe* völkerung betrug 1885 der Wanderungsüberschuß . 11,4 15,1 8,8 Bei den Israeliten ist demnach der Geburtsüberschuß noch etwas größer wie bei den Christen, in Folge dessen erfolgt die Zunahme der Bevölkerung in höherem Maße durch die Geburten, in geringem Maße durch die Zuwanderung wie bei den Christen. Die Zerstreutheit der jüdischen Bevölte Von Dr. Salonion Margolin, St. Petersburg. Die Behauptung, daß die Juden aus denjenigen Arbeitsgebieten verdrängt werden, in welchen sie beschäftigt sind, beruht auf der Tatsache, daß die Anteilnahme der Juden an der Kleinindustrie verhäitnißmäßig größer als an der Großindustrie ist, daß die Anteilnahme der Juden an der Industrie mit deren Entwicklung abnimmt. Daraus wird nun gefolgert, als stehe den Juden eine aUmählige Verdrängung aus der Industrie bevor, in dem Maße, als die Beschäftigung mit derselben vorteilhafter wird und die Positionen des gegebenen Produktionszweiges erweitert werden, und so seien die Juden auf die rückständigsten und unvorteilhaftesten Berufe angewiesen. ung in Rußland und die Großindustrie. (Aus dem Russischen von dem Verfasser ubersetzt.) Doch wäre diese Schlußfolgerung nur dann zutreffend, wenn auch ihre Voraussetzungen richtig wären, wenn die Entwicklung der Großindustrie in Rußland wirklich nur gleichzeitig mit der Vernichtung der Kleinindustrie stattgefunden hätte, wenn in Rußland nichts anderes als der Prozeß der Koncentration der Industrie, nichts anderes als eine Verdrängung der Kleinbetriebe und eine allgemeine Abnahme der Zahl der Betriebe zu beobachten wäre, oder, mit anderen "Worten, wenn sich die Großindustrie, an der die Juden wenig oder gar nicht beteiligt sind, auf Kosten jener Zweige des Kleingewerbes entwickelt hätte, an welchen die Anteilnahme der Juden sehr