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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-10-01 · Heft 10 (Oktober 1910) · p. Seite 148

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 10 (Oktober 1910)
Article
Judenwanderung in Preussen
Date
1910-10-01
Page
Seite 148 (sequence 4)
Language
German
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148 1890 auf 12 598 gestiegen. In den nächsten beiden Jahrfünften war sie dann geringer (7 484 und 9739), um im Jahrfünft 1900 bis 1905 zu der enormen Höhe von 18483 zu gelangen; hierbei ist es bemerkenswert, daß der Hauptanteil an dieser letzten Ziffer, nämlich 14 227, nicht auf den Stadtkreis Berlin, sondern auf die Provinz Brandenburg, also die Berliner Vororte entfällt. Betrachten wir umgekehrt die Provinz Posen, so sehen wir, daß der größte Wanderungsverlust sich in den beiden ersten Perioden findet (8036 und 8371). Die Ziffer fällt dann konstant auf 4847 für die Jahre 1900—1905. Diese Tatsache deutet nun nicht etwa auf eine Abnahme der Wanderungen hin, sondern ist daraus zu erklären, daß die Provinz Posen in den letzten Jahrzehnten schon so sehr von Juden entvölkert ist, daß die Abwanderung' nicht mehr so stark wie früher sein kann. Ganz erstaunlich ist in der Provinz Posen auch die Verringerung des Geburtenüberschusses. Während derselbe anfänglich 4541 betrug, also größer als in jeder anderen Provinz war, ist er bis zur Periode 1895—1900 ständig, und zwar bis auf 361 gefallen, um in dem letzten Jahrfünft sogar auf ein Minus von 47 herabzusinken, so daß Posen die einzige preußische Provinz ist, welche überhaupt keine natürliche Zunahme mehr hat, sondern wo die Sterbefälle die Zahl der Geburten noch übersteigen. Ähnlich wie in Posen ist der Verlauf der Abwanderung in den anderen östlichen Provinzen. Im einzelnen kann hierauf nicht näher eingegangen werden, und es muß auf die Tabelle verwiesen werden. Erwähnt mag nur werden, daß in Schlesien die Abwanderung erst etwas später, aber um so mächtiger eingesetzt hat; sie betrug in der ersten Periode nur erst 17, um dann sofort auf 3 947 emporzuschnellen. Von den westlichen Provinzen hat Westfalen die stärkste Abwanderung aufzuweisen- Hessen-Nassau und die Rheinlande haben nach einer anfänglichen, teilweise starken Abwanderung in den beiden letzten Jahrfünften einen Wanderungsüberschuß gehabt. Sonst war ein solcher — abgesehen von Berlin und Brandenburg — nur ganz vorübergehend in der Provinz Sachsen (1880—1890) und in Westfalen (1895—1900) zu verzeichnen. Im Übrigen sei auf die Tabelle verwiesen, welche in allen Einzelheiten, namentlich auch bezüglich der Ziffern für die natürliche Zunahme, äußerst lehrreich ist. TouDstumme und Bünde to Von Dr. Hugo Hop Einer Arbeit von Prof. Gr u 11 s t a d t über i die Taubstummen und Blinden in Preußen i (Ztschr. des Kgl. P r. Stat. Landes - j amts, 1908, S. 135—188.) ist folgendes zu j entnehmen: a. Taubstumm e.! Die Zahl der Taubstummen in Preußen i betrug nach Konfessionen verteilt;! ____________1880______________ _ __1995 im ganzen'auf 1000E. im ganzen auf 1000E. Evangelische Katholiken Juden And. Christen > Unbekannt / 17453 | 9,9 9566! 10,1 523 144 252 30,5 20325! 12375! 506 j 107 \ 8,7 9,3 13,8 5,9 264,2 Überhaupt 27794 | 10,2 33567 j 9,0 Daß die Juden bedeutend mehr Taubstumme unter sichhaben, kann nach Guttstadt;i den preußischen Juden. ) e , Königsberg i. Pr. die Ansicht unterstützen, die in den Heiraten unter Verwandten, wie sie bei Juden verhältnismäßig häufig sind, eine Entstehungsursache der Taubstummheit sieht. Ein ähnliches Verhältnis ergibt sich auch in den einzelnen Provinzen. Am 1. Dezember 1880 bezw. 1905 wurden ermittelt: (s. Tabelle S. 148.) Kur in den Provinzen Ost-Preußen und Sachsen ist die Verhältniszahl der Taubstummen unter den Juden kleiner als in der allgemeinen Bevölkerung. Auffällig ist hingegen die verhältnismäßig große Zahl der Taubstummen unter den Juden Posens, während die Zahl der Taubstummen unter der allgemeinen Bevölkerung in Posen durchaus nicht an erster

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