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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-10-01 · Heft 10 (Oktober 1910) · p. Seite 144

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 10 (Oktober 1910)
Article
Zur Statistik der jüdischen Bevölkerung in Frankfurt a. M.
Date
1910-10-01
Page
Seite 144 (sequence 8)
Language
German
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wieder zurückgegangen, denn die Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren machen 11,7 % der jüdischen Bevölkerung aus, bei der Bevölkerung \ im Durchschnitt jedoch 13%. 3. Die Zivilstandsverhältnisse. \ Statistische Nachrichten über die Zivili Stands Verhältnisse der Frankfurter Juden liegen erst seit dem vorigen Jahr-; hundert vor. 1802 gab es in der Stättigkeit eingeschriebene j Ehen 471, nämlich 300 vollständige Ehen I 43 Witwen 4 abgeschiedene (wohl gesch. Männer) 117 Witwen 4 auswärtswohnende Ehepaare 3 auswärtswohnende Witwen, nicht in die Stättigkeit eingetragene Ehen 289, nämlich 216 vollständige Ehen 7 Witwer 30 Witwen 10 abgeschiedene Weiber 26 auswärtswohnende Ehepaare. Auffällig ist hierbei die große Zahl der I Witwen bei den in der Stättigkeit einge- ' schriebenen Ehen. 1811 gab es unter den Stättigkeitsjuden Schutzjuden Pcrmissionisten j Verheiratete 3i0 117 42 Witwer 38 8 7 | Witwen 11 104 38 I Ledige 10 136 171 j 1858 gab es j männl. weibl. j * b " t* 4. (Verheiratet 611 605 j l«UrÄ^ 70 184 angehongeIsrael.^Ledjge ö86 776 j [Verheiratet 188 199 j Fremde Israeliten { Verwitwete und Gesch. 21 126 1 Ledige 1121 44 j In demselben Jahr waren 64,99 Prozent j der Israeliten ledig, 28,01 Prozent verheiratet, I 6,84 verwitwet, 0,16 geschieden, gegen 68,8 i Prozent Ledige. 25,34 Prozent Verheiratete, i 5,61 Prozent Verwitwete und 0,22 Prozent; Geschiedene bei der Gesamtbevölkerung. Die I Juden zeichneten sich demnach durch einen j geringeren Prozentsatz an Ledigen, einen j größeren an Verheirateten und Geschiedenen aus wie die christliche Bevölkerung. Im Jahre 1864 erfolgte zum ersten Male eine Zählung der bestehenden Ehen mit Rücksicht auf die Religionszugehörigkeit der Ehepaare, d. h. auf das Bestehen von rein konfessionellen Ehen und Mischehen. Es wurden in diesem Jahr 974 rein jüdische Ehen gezählt gegenüber nur 16 Mischehen, d. h. die Mischehen zwischen Christen und Israeliten betrugen noch nicht 2 Prozent sämtlicher Ehen. Bei der Volkszählung 1880 wurde der Familienstand der über 15 jährigen Bevölkerung und ihre Verteilung auf die einzelnen Bekenntnisse berechnet. Es ergab sich dabei, daß die Israeliten sich durch eine höhere Ziffer der im Stande der Verwitweten befindlichen Männer undFrauen auszeichneten, als es der Beteiligung der Juden an der G esamtb e v ölke run gs ziffer entsp rach. Es waren bei den Israeliten bei der Ges.-Bev. Männer Frauen Männer Frauen Ledig . . 51,69 41,77 47,20 48,75 Verheiratet 43,20 44,1 48,59 40,38 Verwitwet. 4,71 14,3 3,89 10,43 Geschieden 0,10 0,49 0 >3 0,44 Daraus ergibt sich, daß bei. den Juden mehr ledige und verwitwete Männer und weniger verheiratete vorhanden waren wie in der Gesamtbevölkerung, dagegen weniger ledige und mehr verheiratete und verwitwete Frauen wie in der Gesamtbevölkeun g. In den Altesklassen von 20—30 Jahren finden sich bei den Israeliten 36,6 Prozent verheiratete Frauen und 10,07 verheiratete Männer, während bei den Katholiken gerade das Gegenteil der Fall ist und die respektiven Prozentsätze hier 22,8 und 27,8 betragen. Unter den Konfessionen haben die Israeliten die größte Ehefrequenz, indem bei ihnen auf 1000 im heiratsfähigen Alter stehende Frauen 441, bei den Evangelischen und Katholiken dagegen 409 bzw. 430 verheiratete Frauen kommen; die Männer jüdischer Konfession schreiten, wie sich aus der Statistik ergibt, weniger früh zur Ehe als die den christlichen Konfessionen angehörenden Männer.

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