Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1910)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1910)
- Article
- Der Rassenstolz der Juden
- Date
- 1910-06-01
- Page
- Seite 92 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 92 — sind moralisch minderwertig. Sind sie es wirklich? Der einzige Weg, auf dem man über diese Frage etwas sicheres ausmachen kann, ist die Befragung der Kriminalstatistik. Diese zeigt aber, daß die Kriminalität der Juden zwar anders, aber durchaus nicht schlimmer ist als die Kriminalität der Christen. Im Gegenteil ist die durchschnittliche Zahl der Bestrafungen bei den Juden geringer, und die ganz schweren Verbrechen sind bei ilmen erheblich seltener. Daß die Juden an einzelnen Vermögensdelikten stärker beteiligt sind, ist richtig, erklärt sich aber, wie mehrfache neuere Untersuchungen gezeigt haben, restlos aus ihrer eigenartigen Berufsgliederung. Blickt man auf die nicht von der Kriminalstatistik berührten Gebiete moralischer Betätigung, auf das Familienleben, auf die Wohltätigkeitspflege, so kann vollends von einer Inferiorität der Juden keine Bede sein. Haben die Juden hiernach allen Grund, auf ihre Rasse stolz zu sein, so ergibt sich daraus die Forderung, diese Rasse in ihrem jetzigen Zustande zu erhalten. Das kann nur dadurch geschehen, daß die Juden sich jeder Kreuzung mit anderen Rassen enthalten. Zwar kann man nicht behaupten, daß die Vermischung der Juden mit anderen Rassen unter allen Umständen eine Verschlechterung der Nachkommenschaft herbeiführen muß. Nur bei Kreuzung weit von einander verschiedener Rassen sind die Folgen für die Nachkommen fast immer nachteilig, denn die Verschiedenheit des väterlichen und mütterlichen Bluts schafft unausgeglichene, halt- und energielose Sprößlinge. Zwischen Juden und den Kulturvölkern Europas, insbesondere zwischen Juden und den anderen melanochroen europäischen Völkern (den gräkoromanischen Völkern) ist der Unterschied; der Rasse aber nicht so groß, daß man deshalb; von vornherein der Nachkommenschaft einer | Mischehe ein ungünstiges Prognostikon stellen könnte. Auch die — bisher allerdings nur sehr geringen — Beobachtungen über die körperlichen und geistigen Eigenschaften der Kinder aus Mischehen lassen keinen Schluß in dieser Richtung zu, obwohl die Behauptung, daß die Mischehen zwischen Juden und Christen weniger fruchtbar sind, sich aus den allmählich zahlreicher werdenden Angaben der Statistik doch als Tatsache herauszukristallisieren scheint. Das könnte bedenklich machen, weil es beweisen würde, daß die j Mischehen von Natur der Erzeugung von | Nachkommen wreniger günstig sind; aber daß j die Kinder körperlich und geistig schlechter | sein müssen, ist damit nicht bewiesen. Was aber als sieher anzusehen ist, das ist, j daß die Mischehe die Rassencharaktere ausj löscht und der Bildung besonders hoch be- | anlagtej Nachkommen abträglich ist. Ein | hoch beanlagtes jüdisches Elternpaar kann | mit großer Wahrscheinlichkeit erwarten, daß j es seine Anlagen in den Kindern, sogar in noch höherem Maße, wiederfinden wird. Bei einer Mischehe besteht diese Wahrscheinlichkeit nicht, denn die Rassenveranlagung des Vaters und der Mutter ist verschieden. Das Kind wird natürlich auch seine Anlagen vom Vater und von der Mutter haben, aber diese Anlagen werden im Kinde nicht potenziert, sondern abgeblaßt erscheinen. Das Kind wird in der Regel nicht „rassig" sein und nicht über eine mittelmäßige Begabung hinauskommen. Hierin liegt für uns Juden der Kernpunkt des ganzen Rassenproblems und ein wichtiger Grund, die Rasse auch fernerhin rein zu erhalten. Statistisches Archiv. _^ zr^_ -j.^ gCCDCgUng fall jÜdlfcftCll BCVÖl' Preiissen.: fexxmq Im Jahre 1908. Um einen Ver-;^==r=~;i gleich mit den im zv/eiten, dritten, vierten und fünften Jahrgang dieser Zeitschrift veröffentlichten Tabellen über die Bevölkerungsbewegung der Juden in Preußen zu ermöglichen, wird der Aufbau der in Folgendem publizierten Tabellen den früheren entsprechen. Wir bringen zunächst die Bewegnng der Geburten und ziehen diesmal zum Vergleich nur das Jahr 1907 heran.