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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-05-01 · Heft 5 (Mai 1910) · p. Seite 75

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 5 (Mai 1910)
Article
Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in der Provinz Posen und das Ostmarkenproblem
Date
1910-05-01
Page
Seite 75 (sequence 11)
Language
German
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Tabelle VI c. Die Entw'cklung der jüdisch. Bevölkerung in den Städten des Regierungsbezirkes Marienwerder v. 1864—1905. Im einzelnen ergibt sich daherfolgend.es Bild: Stadt Die jüdische Bevölkerung be* trug in den Jahren Zu- bzw. Abnahme 1864 1885 1895 1905 1885—05 Mewe 194 128 110 — 84 Bischofswerder 183 133 95 — 88 Löbau 417 277 213 —204 Neumark 358 293 297 - 61 Lautenburg 708 489 276 239 —250 Straßburg 571 437 320 —251 Briesen 589 459 343 -246 Culm 516 463 278 —238 Lessen 243 211 130 -113 Neuenbürg 270 213 167 -103 Schwetz 497 464 370 -127 Tuchel 576 439 289 —2S7 Könitz 563 480 264 -299 Tabelle VU. Die Anzahl der Städte über 2000 Einwohner, in denen die Juden den nebenstehenden Prozentsatz der Bevölkerung ausmachten, betrug: ImReg.-Bezirk Posen imReg.'Bezirk Bromberg 1840 1905 1895 1905 über 50 Prozent 2 0 _ _ - 40 » 3 0 — — „ 30 » 11 0 — — * 20 10 0 — — „ 10 r> 15 2 14 5 ., ö » 3 17 17 15 » 4 r> 1 10 2 4 » 3 » 1 5 3 (> 9 r> — 2 10 1 5 „ 1 „ 1 4 — 1 überhaupt keine — 1 — heute nicht einmal mehr alle 5%, da die Anzahl der Städte, die heute mehr als 5 % aufweisen, nur 39 beträgt. Die Abwanderung aus den Städten kommt besonders plastisch in der schon erwähnten Denkschrift Justizrat Breslauers zum Ausdruck. Breslauer hat berechnet, daß keine Stadt seit ihrem Kulminationsjahr, d. h. dem Jahr, in dem die Zahl ihrer Juden den Höhepunkt erreicht hatte, w eniger als 28% ihrer jüdischen Bevölkerung verloren hat. l) Vgl Tabelle Via und b. Abnahme von 23—30% in 3 Städten 30-40 % „ 8 n n 40-50% „ 14 50-60% „ 11 » n 60-70% „ 20 „ 70-80% „ 34 „ » 80-90 % „ 24 J) » 90—100% „ 17 n Eine Abnahme vfc mehr als 23% „ 131 So sind es unter 131 Städten nur 25, die eine geringereAbnahmeals 50% aufweisen, und von den 106 Städten mit einer Abnahme von mehr als 50% weisen sogar 57 eine Abnahme v o n mehr als 75% auf! Dieselbe Berechnung, das Jahr 1885 als Ausgangspunkt genommen ergibt folgendes Resultat. 1885—1905: keine Abnahme bezw. Zunahme in 4 Städten „ Abnahme von 1—10% „3 „ » 10-20% „ 4 „ „ 20-30<y0 „12 „ „ 30-400/o „ 23 „ „ 40-50% „ 30 „ „ 50-60% „ 31 „ ■ 60-70% „ 11 „ „ 70-800/0 „ 6 „ „ 80-100%. 6 „ Somit betrug der Verlust der Juden in 116 von 130 S tädtenin den letzten 20 Jahren über 25%, und in 54 hiervon sogar über 50o/o! — Breslauer sagt mit Recht: Ein Verlust für das Deutschtum, der nie wieder ersetzt werden kann. Es ist schon weiter oben gezeigt worden, worin die Bedeutung der Abwanderung der jüdischen Bevölkerung für das Ostmarkenproblem liegt: In die Lücken, die von den Juden gelassen wurden, sind fast.überall die Polen getreten. Daß es nicht einmal gelungen ist, auch nur in den Ansiedlungsstädten zu verhindern, daß die Polen im Jahrfünft 1900—05 stärker zunahmen als die Deutschen (15,64 gegen 11,28%), führt sogar die amtliche Denkschrift „Zwanzig Jahre deutscher Kulturarbeit" ausschließlich auf die Abwanderung der Juden zurück. So bricht sich denn allmählich in weiten Kreisen die Überzeugung Bahn, daß der Antisemitismus in der Ostmark am wenigst en am Platz ist und derMarienwerdererBürgermeister Z it z laf f

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