Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1910)
- Issue
- Heft 4 (April 1910)
- Article
- Zur Mortalitätsstatistik der Wiener Ghettobewohner 1648 - 1669
- Date
- 1910-04-01
- Page
- Seite 54 (sequence 6)
- Language
- German
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— 54 A p o s t e m. I Allgemein: In Höhlen abgeschlossene Eiterj ansammhing, speziell im Sinne als Empyem j der Brust und Brustorgane, dann auch „Brust-Apostem", „Lungen-Apostem", „Innerliches Apostein" als exsudative Pleuritis zu deuten. S. auch „Brustgeschwehr", j Fälle: 1653: 1 (w, 6 X). 1660: 1 (m., 60 J., j „Innerliches Apostema"). 1661: 1 (m., 31 J.) | und 5 als „Brust-Apostem" : 2 m., 15, 33 J., 3 w., j 23, 30, 37 J. 1662: 3 („Brust-Apostem"), m., 37, 60 J., w., 18 I. und 2 als „Lungen- Aposteixr: m., 16, 19 J. 1668: („Brust- Apostem") 1 w., 60 J. Aussatz. Fälle: 16 54: 1 (w., 8 JA 1661: 1 (m., 60 J.). „3e rmuetter". Im 17. Jahrhundert wird unter „Bermuetter" (Beermutter) oft das sogen. „Mutter auf stoßen" (Malum kystericum) verstanden; im gegebenen Falle (1654, 31 J.) handelt es sich vielleicht um eine Uteruserkrankung im Allgemeinen. Blattern. Fälle: 1648: 21 u. z. 18 m., 1 2 J. (5), % J. (2), 1 J. (1), P/o J. (1), 2 J. (3), 3 J. (3), 4 J. (2) , 10 J. (1) und 3 w., 2 J. und 3 J. (2). 1649 nahm die Epidemie, die in der Zeit vom 24. Aug. bis 29. Dez. 1648 (41 Beschautage) 21 Opfer hinwegrafite, rapid ab, da in diesem Jahre nur 2 Fälle (1 m.? 1 J., 1 w. l3/2 J.) verzeichnet sind. In den Jahren 1650 bis 1653 scheint die Epidemie geruht zu haben, um im März 1653 abermals heftig einzusetzen. In diesem Jahre registriert das Totenprotokoll 28 Fälle, die sich auf Geschlecht und Alter folgendermaßen verteilen: 16 m.: V2 J- (5), 3/4 J. (2), IVo J- (2), 2 J. (3) , 3 J. (2), 4J. (1), 7 J. (1) und 12 w.: \l2 J. (3), s/4 J. (1), 1J. (1), -V4 J- (1), 1V2 J- (2), 2 J. (3), 5 j. (1). 1654: 5 u. z. 3 m. (19 W., V2, 2 J) und 2 w. (9 W., 2 J.). 1655 ist ein Fall („Stempladern", m., 1U J.), 1656 kein Fall verzeichnet. 1659 grassiert die Epidemie wieder heftig: die Zahl der Todesfälle beträgt in diesem Jahre 27 u. z. 16 m. im Alter von 3/4 (5), 1, 5/4, VA (2), 2 (2), 3 (2), 4 (2) und 0 J. und 11 w. im Alter von 12 W., 3/4 (2), IV2 (2), 2, 4 (2) und 6 J. (3). Da jedoch das Totenprotokoll für dieses Jahr eine große Lücke (12. März bis 19. Oktober) aufweist, stellt diese Ziffer sicher nicht die ganze Höhe der Blatternsterblichkeit im Jahre 1659 dar. Nach zwei epidemiefreien Jahren läßt sich 1662 ein einziger Fall konstatieren (m., 3 J.), wobei es sich aber mit Rücksicht auf die sonst im Totenprotokoll nicht vorkommender Bezeichnung „an Khinder Pladern4' eventuell nur um Varicellen handeln könnte. Die höchste Ziffer erreichte die BlatternmortaJität im Jahre 1667: die Epidemie begann Anfang August und raffte bis zum 29. Dezember 31 Opfer hinweg u. z. 13 m. im Alter von V2, s/4 (2), V/2 (2), 2 (5), 3 (2) und 6 J.; 17 w. im Alter von 18 W., %, % 1 (4), iv{, 2, 2V2 3 (5), 4 und 6 J. und ein Kind unbestimmten Geschlechts (4 J.). Das Jahr 1668 verzeichnet 4 Blatternfälle: 3 m. (2, 2%, 4 J.) und 1 w. (4 J.). „B r u s t g e s c h w e h r c\ Nach der älteren Terminologie sowohl mit Mastitis suppurativa (Brustdrüsenabszeß), als auch mit Pleuritis (Rippenfellentzündung) und Pneumonie (Lungenentzündung) und mit Empyem (s. auch Apostem) identisch. Fälle: 1660: 1 (m., 50 J.). 16 61: 1 (w., 40 J.) „Collera". Da der einzige im Totenprotokoll 1660 angeführte Fall ein dreijähriges Kind (m.) betrifft, handelt es sich vielleicht um einen Fall von Kinder-Diarrhoe. Dampf. Unter Dampf sind die verschiedenen Formen des Asthma (Dyspnoe) zu verstehen. Die im Totenprotokoll verzeichneten Fälle verteilen sich auf folgende Jahre: 1648: 8 (6 m.: 3, 12, 43, 70 [2], 82 J., 2 w.: 60, 69 J.) 1649: 5 (2 im: 12, 70 J., 3 w.: 62, 70 J. [2]) 1652: 1 (m., 36 J.) 165 3: 2 (1 m., 62 J., 1 w., 77 J.) 1654: 3 m. (4, 40, 77 J.) 1655: 1 (m., 73 J.)