Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 6 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- Das Städtchen Krasnopolje
- Date
- 1910-03-01
- Page
- Seite 39 (sequence 7)
- Language
- German
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— 39 — Tabelle XI. Die Einträglichkeit des Handwerks. Art Meister (A Jtf O S jü ß-S Jahres* Einkommen Gehilfen «3 Ä <u c a BJ Lehrlinge -SS n 5 « * •a £ N £ o *a -*-> t-T ■*-> Li v* u Vi <n n. M. Fr. 1i Max Min. M. Fr. Knaben Mädch. t> cj O ca 0- <c B X Schneider........ 20 ._ 200 600 50 15 — 60 8 53 10,2 Schuhmacher...... 52 — 150 500 80 33 — 50 17 _ 102 19,2 Schneiderinnen..... — 32 150 400 50 — 14 36 — 4 50 9,3 Tischler......... 12 — 150 400 100 6 — 50 4 — 22 4,2 Bäcker ......... 8 30 100 300 40 3 20 60 — — 61 11,5 Fleischer.......... 27 6 250 900 50 33 6,2 Näherinnen....... — 23 100 300 50 — 15 36 — 8 46 8,7 Hutmacher........ 5 2 180 400 100 3 2 60 1 3 16 3,0 Schmiede ........ 14 — 250 400 100 7 — 60 9 _ 30 5,8 Kupferschmiede..... 5 — 300 400 200 ] — 100 2 — 8 1,5 Zimmerleute....... 1 — 200 1 — 2 0,4 Ofensetzer........ 3 — 150 200 100 1 — 50 1 — 5 0,9 Strumpfwirker...... — 4 75 100 40 — 4 50 — 4 12 2,3 Buchbinder....... 3 — 200 300 200 1 — 40 — 2 6 1,1 Gerber.......... 3 — 250 400 180 5 — 36 5 — 13 2,5 Glaser .......... 4 _ 30 100 25 4 OJ Färber .......... 3 _ 250 300 200 3 — 100 4 1 11 2,1 Barbiere......... 3 1 80 — 70 — — — 1 — 5 0,9 Schlosser........ 1 — 150 200 — — — — i — 1 0,2 Uhrmacher........ 2 — 150 200 100 —- — — 1 — 3 0,6 Zurechtmacher..... 4 — 180 300 80 5 — 36 5 — 14 2,6 Sonstige......... 12 9 150 300 50 3 4 60 4 32 6,1 Insgesamt........ 192 107 165 900 25 86 59 50 63 22 529 100 Gcschlechtsverhältnis. . 64,2 35,8 — — — 59,4 40,6 — 74,1 25,9 — — Beiderlei Geschlechts. . 299 — — — 145 — 85 — — In Prozenten...... 65,6 — — — 21 ,4 — 16 1 — — Stimmungen manchen Gehilfen ohne die erforderlichen Kenntnisse zum Meister emporrücken. Diese Stümper verschlechtern nicht nur die Qualität der jüdischen Arbeit, sondern drücken auch durch deren Mißkreditierung und unlautere Konkurrenz die Preise bedeutend herab. Im großen und ganzen steht also das jüdische Handwerk wie auch der jüdische Handel nichts weniger als auf der Höhe der Zeit, und beide bedürfen einer gründlichen Heilung. Das Gesamteinkommen der jüdischen Bevölkerung von Krasnopolje läßt sich auf etwa 125000 Rubel schätzen, was 250 Rubel pro Familie ausmacht. Diese Schätzung beruht auf folgenden Berechnungen. Der jährliche Warenumsatz hat einen Wert von: Einfuhr und Ortsproduktion 400000 Rubel Ausfuhr 150000 „ Umsatz auf den 4 Jahrmärkten 15QO0Q „ Insgesamt 700000 „ Davon 10°/0 Reingewinn TOOOORub. Das Handwerk brigt ein 50000 „ (165x300) Gehalt der Gehilfen 7 500 „ (150x50) Gesamteinkommen 127 500 „ V. WOhltätigkeitseinrichtungen. Bei dem mehr als armseligen Zustande des Städtchens weckt die Überschrift im Leser wohl den Gedanken, daß es sich um auswärtige Hilfsaftionen handle. Er irrt sich aber, denn Krasnopolje besitzt mehrere aus eigener Kraft geschaffene und unterhaltene Wohltätigkeitsvereine, die dem Elend der Bevölkerung zu steuern suchen. Es sind meistens traditionell-jüdische Einrichtungen, in deren hebräischen Namen ihr Ziel deutlich ausgesprochen ist. Es sind aber in der letzten Zeit auch Vereine entstanden, die für das Eindringen neuerer Ideen zeugen. Das Städchen zählt also 10 mehr oder weniger wohlgeordnete Yereine, deren Gesamtbilanz 2500 Rubel beträgt. Ist auch diese Summe auf den ersten Blick klein, so erscheint