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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1910-02-01 · Heft 2 (Februar 1910) · p. Seite 24

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
6 (1910)
Issue
Heft 2 (Februar 1910)
Article
Zur Vorgeschichte der Juden in Ost- und Westpreussen
Date
1910-02-01
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
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— 24 — Motto. Dafür aber steht: „Aus dem Französischen des Herrn Neckei von Immanuel Kant." Das Exemplar der Königsberger Stadtbibliothek, dem ich diese Angabe entnehme, entstammt der Bibliothek des verstorbenen Prof. Dr. Rudolf Reicke und enthält unter dem Namen Immanuel Kant folgende handschriftliche Ergänzung: „Ist blos des Verlegers Aushänge-Schild, dessen das Werk wahrlich nicht bedurfte. Es ist in einem guten Geiste geschrieben." Die Joden im Großherzogtum Luxemberg. Dr. oec. publ. JaRob Sega 11, Berlin. Das Großherzogtum Luxemburg gehört zu den wenigen Staaten, welche die nach der Konfession gegliederte Masse ebenso sorgfältig nach ihren natürlichen und sozialen Eigenschaften differenziern als die Gesamtbevölkerung. Der Grund ist darin zu suchen, daß Luxemburg im ganzen nur eine Bevölkerung von 245888 Menschen zählt, also etwa soviel Einwohner hat als eine mittelgroße Stadt. Es ist aber eine bekannte Tatsache, daß die Kommunalstatistik viel ausführlicher als die Landesstatistik die statistisch erfassbaren Verhältnisse der Bevölkerung behandelt. Diese eben erwähnte genaue Unterscheidung läßt eine kurze Untersuchung über die Verhältnisse der jüdischen Bevölkerung Luxemburgs angebracht erscheinen. Dazu kommt ferner, daß wir es hier bei den Juden mit einer reinen Einwanderungsbevölkerung zu tun haben. In Luxemburg machen nämlich die Hauptmasse der Bevölkerung die Katholiken aus (98,36 % i. J. 1905). Die Protestanten und Juden sind zugewandert. Es gehört nun zu den interessantesten Problemen, die Struktur einer Einwanderungsbevölkerung zu betrachten und, wenn auch die Anzahl der für die Untersuchung zur Verfügung stehenden Personen gering ist, so werden wir doch sehen, wie alle Merkmale, die der zugewanderten Masse eigen zu sein pflegen, scharf hervortreten. Werfen wir zunächst einen Rückblick auf die historische Entwicklung der Bevölkerung im ganzen und der Juden insbesondere. (Tab. L) Da sehen wir, daß das kleine Ländchen während Tabelle I. Jahr Ges.'Bev. Mehrung Kathoi Protest. Mehrung Israeliten Mehrung Prosentsatz der Isrealit. 1871 1880 1885 1S90 1895 1900 1905 197328 209570 213283 211088 217583 235954 245888 6,20 1,76 —1,02 +3,07 +8,44 +4,21 196512 207782 211077 208921 215036 232387 241883 464 923 1141 1058 1316 2170 2731 98,92 23.62 - 7,27 +24,38 46,89 25,85 523 777 866 1009 1054 1212 1210 48,5 11,5 16,5 4,46 14,99 — 0,16 0,27 0,37 0,41 0,48 0,48 0,51 0,49 der von uns betrachteten Periode schwere Erschütterungen durchmachte. Dies zeigt sich in Folgendem. Während die Zunahme der Bevölkerung von 1871—1880 noch 6,20 % betrug, sank sie im nächstfolgenden Jahrfünft sofort auf 1,76 °/0 und verwandelte sich in dem Jahrfünft 1885—90 sogar in eine Abnahme (— 1,02 %). Schuld daran war eine wirtschaftliche Krise, welche eine ziemlich beträchtliche überseeische Auswanderung zur Folge hatte. Das Land erholte sich aber infolge des Aufblühens der Metallindustrie, sodaß von 1895—1900 die Zunahme auf 8,44 % stieg. Im letzten Jahrfünft war sie wieder auf die Hälfte gesunken. Ein Bevölkerungsrückgang im Jahrfünft 1885—90 hat bei den Juden nicht stattgefunden. Die Zahl der Juden hatte sich im Verlaufe derselben Zeit mehr als verdoppelt. Die Zunahme weist in ihren regelmässigen Schwankungen ganz deutlich dieselben Erscheinungen auf, die wir jetzt schon des öfteren bei einer Einwanderungsbevölkerung beobachtet haben. Man könnte die konstante Ab- und Zunahme ein demo-

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