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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-12-01 · Heft 12 (Dezember 1909) · p. Seite 183

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 12 (Dezember 1909)
Article
Die Heiraten von Juden im europäischen Rußland vom Jahre 1867 bis 1902
Date
1909-12-01
Page
Seite 183 (sequence 7)
Language
German
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— 183 — Bei den Letzteren ist übrigens das Prozent der Männer dieses Alters im Durchschnitt höher als bei den Juden, während nur das Prozent der Frauen niedriger ist. Der Familienstand der Eheschließenden ist in Tabelle III ausgedrückt. Die erste Rubrik zeigt uns eine allmähliche Zunahme der Heiraten zwischen Junggesellen und Jungfrauen. Im Jahre 1867 betrug die Zahl der zwischen Junggesellen und Jungfrauen geschlossenen Ehen etwas mehr als V3 aller Eheschließungen, während fast der dritte Teil aller Ehe schließ enden aus Witwern (resp. Geschiedenen) bestand; im Jahre 1880 wurden schon mehr als SU aller Heiraten zwischen Junggesellen und Jungfrauen und weniger als x/4 zwischen verwitweten resp. geschiedenen Personen geschlossen; noch mehr steigt die Eheziffer der ersten Eubrik im Jahre 1890; im Jahre 1902 aber entfallen schon 81,800/00 oder fast 4/5 aller Ehen auf Junggesellen mit Jungfrauen, während für die wiederholten Ehen weniger als 1/20 übrig bleibt. Dabei nimmt natürlich das Prozentverhältnis in allen drei wiederholten Heiratskategorien ab; aber während diese Zunahme in der ersten und dritten Kategorie nicht nur im Vergleich zur gesamten Heiratsziffer, sondern auch im Vergleich zu allen wiederholten Ehen besteht, bemerken wir, daß die Ehen in der zweiten Gruppe (Witwer mit Jungfrauen) nur im Verhältnis zur gesamten Heiratsziffer abnimmt, und im Verhältnis zu allen wiederholten Ehen fällt. Demnach nahm die Zahl der eheschließenden Witwen bezw. geschiedenen Frauen viel mehr ab als die Zahl der eheschliess enden Witwer bezw. geschiedenen Männer. Obwohl die Heiraten zwischen Witwern und Witwen immer noch die zahlreichsten unter allen wiederholten Ehen sind, ist dennoch eine fortwährende Näherung ihres Verhältnisses zum Verhältnisse der Junggesellen und Witwen zu beobachten. Dieses Zurücktreten der Ehen zwischen Witwern und Witwen, die, wie wir sogleich sehen werden, eine charakteristische Eigenartigkeit der jüdischer Heiraten bilden, j und das Hervortreten der Ehen zwischen I Witwern und Jungfrauen, die bei den europäischen Völkern die erste Stellung unter den wiederholten Ehen einnehmen, spricht für eine Annäherung der jüdischen Sitten zu den heutigen Sitten Europas. Das allgemeine Sinken der wiederholten Ehen aller Kategorien aber läßt sich zum Teil durch das höher entwickelte Persönlichkeitsgefühl in den jüdischen Ehen der Gegenwart, wo die Erinnerung an den verstorbenen Ehegatten Viele vor der zweiten Ehe zurückhält, zum Teil aber durch die Abnahme der Ehescheidungen — (die Geschiedenen wrerden in der russischen Statistik als Verwitwete registriert) — erklären. Das Fehlen sicherer Angaben über die jüdischen Ehescheidungen in Rußland, sowie jeglicher Angaben über das Alter der zur wiederholten Heirat tretender Personen halten uns vor weiteren Schlüssen zurück. Ein Vergleich der jüdischen Eheschließungen mit den Eheschließungen anderer Konfessionen nach dem Familienstande der Heiratenden ergiebt folgendes: Es entfielen auf je 1000 Heiraten jeder Konfession. Junggesellen Witwer mitjungfr. m. Witw. m. Jungfr. m. Witw, B.d. Orthodoxen 1888/92 835,9 24,3 81,6 58,1 1893/97 849,2 24,9 82,7 60,9 1898/902 857,2 20,7 79,3 53 ß. d. Katholiken 1888/92 792,8 42,3 123,1 41,7 1893/97 798.2 39,1 119,9 42,2 1898/902 808,3 36,1 115,5 39,5 B,d Protestanten 1888/92 1893/92 826,8 32,7 101,4 39,0 821,9 33,0 98,6 46,3 1898/902 837,3 29,6 89,5 41,2 Bei den Juden 1888/92 785,8 24,2 86,0 108,8 1893 97 791,8 22,8 83,7 105,5 1898/02 813,5 19,6 77,1 90,1 Bei den Mohamedanern 1888/92 625,5 78,4 138,6 157,4 1893/97 618,8 70,5 138,5 172,5 1898/02 610,8 55,2 156,4 177,5 Auch hier sind bei den Heiraten der Juden viel größere Veränderungen eingetreten als in den anderen Konfessionen. Während die Juden im ersten und zweiten Jahrfünft an dem Prozent der zwischen Junggesellen und Jungfrauen geschlossenen Ehen vor den

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