Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 11 (November 1909)
- Article
- Die Heiraten von Juden im europäischen Rußland vom Jahre 1867 bis 1902
- Date
- 1909-11-01
- Page
- Seite 171 (sequence 5)
- Language
- German
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- Vilnius 2× ep/1000947
- Kaluga 1× ep/1000651
- Minsk 1× ep/1000754
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— 171 — Gouvernements keine Veränderungen eintreten, die Zahl der jüdischen Ehen stark zunimmt. 2. Das Verhältnis der jüdischen Heiratszur jüdischen Bevölkerungsziffer. Die oben angegebenen Heiratsziffem hätten für uns ein besonderes Interesse gewonnen, wenn wir sie mit den Bevölkerungsziffern in Vergleich setzen könnten. Erst dann wären wir in der Lage, zu verfolgen, in welchem Maße die Veränderungen in der Heiratsziffer von Jahr zu Jahr und von Ort zu Ort nicht durch Veränderungen und Verschiedenheiten im Tatbestande der jüdischen Bevölkerung, sondern durch eigene Ursachen, die auf die Zahl der Ehen gewirkt haben mochten, hervorgebracht wurden. Leider ist uns die jüdische Bevölkeziffer nur vom Jahre 18811) und 18972) bekannt3); daneben wurde in der Eedaktion des Zentralbureaus für russische Statistik seit 1899 das Promille-Verhältnis der Ehen zur berechjährlich berechnet. Seit 1901 werden diese Angaben für jede Konfession auch nach den einzelnen Gouvernements eingeteilt. Demnach wurden auf je 1000 jüdischer Bevölkerung jüdische Ehen geschlossen: Im Jahre In den Gouvernements 1881 1897 1901 1002 Archangelsk — 11,9 13,5 10,1 Astrachan — 4, < 7,8 6,0 Bessarabyen (5,9 5,7 6,8 9,4 Wilna 3,8 6,5 6,7 0,7 Witebsk 4,3 7,0 7,3 7,2 Wladimir — — — — Wologda — — 2,3 Wolynien 5,3 8,0 7,4 7,0 Im Jahre 1881 1897 1901 1902 | Im Gouv. Woronej — 5,8 8.2 7,7 i! y> Schalka — 6,S 4,1 4,1 \ n Grodna 5,5 6,1 6,6 6,3 I | r> „ des Donaugebietes — 8,8 7,9 8,S tf ir Jekaterinoslaff 0,4 9,0 0,7 9,0! » r> Kasan — 2,5 2,0 5,5 :U ] „ n Kaluga _ —; v Kijeff 7.5 8,5 7,5 7fi i J5 n Kowna ±J 6,8 9,6 7,9 1! » V Kostrowa — — 2,7 — 1) A 1 e n i t z i n: Die jüdische Bevölkerung und der jüdische Landbesitz in den südwestlichen Gouvernements, im Auftrage der Allerhöchst ernannten Kommission zur Revision der Gesetze für Juden. Statistisches Jahrbuch des russischen Reiches, III Folge, 2 tes Heft. 2) Die Materialien der allgemeinen Volkszählung von 1897, 3) Um diese Lücke einigermaßen auszufüllen, haben wir versucht, unsere Heiratsziffem mit den in den von den lokalen statistischen Bureaus herausgegeben Jahr* büchern der einzelnen Gouvernements angeführten jüdischen Bevölkerungsziffern zu vergleichen. Indessen gibt uns dieser Vergleich äußerst mangelhafte und unj ergiebige Resultate, die mehr zur Charakteristik des! Standes der lokalen Stastistik als zur Illustration der jüdischen Heiraten beitragen. Wir geben hier diese Daten mehr der Kuriosität wegen an: Auf je 1000 jüdischer Bevölkerung kamen Eheschließungen: Im Jahre I. Gouvernement 1886 1887 188S 1889 1890 1891 1892 Wilna — — 3,9 4,3 4,6 4,5 4,3 Witebsk 5,2 — _____ Wolynien — — — — — — 8,5 Grodna — - 6,0 5,9 5,9 6,2 6,3 Kijeff ____—. 7,3 6,9 Kowna — — 4,6 4,4 4,3 4,5 4,1 Minsk — — — 5,7 — 5,2 5,5 Mohileff — — — 5,4 — 6,4 — Podolven — — — 7,6 — — — Poltawa — 10,1 10,8 — — 12,0 - Tauriscries Gouv. — 14,7 — 8,3 — 14,8 — Tschernigoff — — — — — 5,7 — Im Jahre!, Gouvernement 1893 1894 1895 1896 1897 1898 1899 1900 Wilna 5,1 5,4 — — 5;500,52) 5,8 5,9 — Witebsk 6,6 — — — — 7,0 — — — Wolvnien 7,9 8,2 8,6 9,3 8,8 8,0 7,8 7,3 7,1 Grodna 6,6 6,9 — 7,2 7,1 G,l 6,8 — — Kijeff 5,9 7,4 — - - 8,5 7,8 — Kowna 4,0 4,6 — 4,2 4,8 6,8 5,1 — — Minsk 5,9 — — 5,8 G,4 7,(5 7,6 — — Mohileff 6,9 6,4 — 6,9 — 5,3 5,7 5,9 5,0 Podolven — — 8,4 9,3 7,0 7,8 — — — Poltawa -- — — — — 8,5 — — — Taurisches G. — — — — — 7,1 — - — Tschernigoff 6,5 6,6 — — — 5,7 — 5,1 — Das fast überall angegebene äußerst niedrige Heiratsprozent kann nicht anders als unmöglich erscheinen. Uebrigens kann m2n diese Angaben noch brauchen, um daraus zu ersehen 1) daß die Fehler nicht nur infolge einer unrichtigen Heirats-, sondern auch infoige einer mangelhaften Bevölkerungsregisirierung vorkommen: dies sehen wir aus den Angaben von 1897, wo dieselbe fieiratsZiffer eine ganz verschiedenes Ehehäufigkeit zeigt, je nachdem ob man sie mit der in der Volkszählung oder mit der in den Gedenkbüchern angegebenen jüdischen Bevölkerungsziffer vergleicht; und 2) daß auch diese fehler von Jahr zu. Jahr fallen, -W2S daraus zu ersehen istv daß das anfangs fast überall äußerst niedrige Heiratsprozent sich allmählich den letzten Angaben nähert. 1) Nach den Angaben der Volkszählung. 2) Nach den Angaben der Gedenkbücher.