Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 11 (November 1909)
- Article
- Die Heiraten von Juden im europäischen Rußland vom Jahre 1867 bis 1902
- Date
- 1909-11-01
- Page
- Seite 169 (sequence 3)
- Language
- German
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- Minsk 2× ep/1000754
- Vilnius 1× ep/1000947
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— 169 — Im Zeitraum 1893/97 Im Zeitraum 1898/902 Bessarabien Wllna Witebsk Wolynien Grodna Jekaterikosloff Kijeff Kowna Minsk Mohileff Podolyen Poltawa Taurisch-Gouv. Cherson Tschernigoff 8133 6000 6007 14771 10108 3792 1/924 6899 11198 6062 15461 4563 2179 13153 3770 c c ü <o in 3 «5 5 « N-a w r- S Vi C 3 cS2 ättjü :p3 «> CN o « >•§ tf) o"t3 e-SL 6,2 4,6 4,6 11,3 7'7 2,8 13,7 5,3 8,6 4,6 11,8 3,5 1,6 10,1 2,9 £ " « 2 - N +29,9 +34 +17,1 +21,4 +13,3 +29,1 +17,5 +2,2 +21,2 +25,2 +20,9 +12,2 +4,7 +21,7 +15,1 JO < 9245 7194 6662 15363 9976 5582 17683 7862 12196 6430 15576 4806 2577 15432 3736 6,0 5,1 4,7 10,9 7,1 3,9 12,5 5,6 8,6 4,5 11,1 3,4 1,8 11 2,6 + 13,9 +19,9 +10,9 +4,0 -1,3 4-47,1 -1,3 +13,9 -J-8,9 +6,0 +6,7 +5,3 +13 +17,3 -0,9 I. Ganz. i. Ansiedlungsrayonl30020 95,7 +20,4 140320 95,5 +7,9 Außerhalb d. Ansiedlungsrayons 5613 4,3 —5,4 6616 4,5 +17,8 Im Ganzen im Europ. Rußl. 135835 100 +18,4 146946 100 +8,1 Die höchste Heiratziffer zeigt das Gouvernement Kijeff, danach folgen Podolyen, Wolynien,Cherson,Minsk, Grodna, Bessarabyen, Kowna,Wilna,Witebsk,Mohileff,Jekaterinoslaff, Poltawa, Tschernigoff und endlich das Taurische Gouvernement. Die zwischen den angegebenen Zeiträumen stattfindenden Veränderungen waren nicht so schroff, um diese Reihenfolge zu verschieben; eine Ausnahme ist nur ein Mal in Bessarabyen zu bemerken, welches im zweiten angegebenen Zeitraum ein solches Sinken der Heiratsziffer zeigt, daß es einen Platz niedriger in der Reihe der anderen Gouvernements erhielt und vor dem Gouvernement Kowna weichen mußte. Doch läßt sich ein so schroffes Sinken ausschließlich durch die Unrichtigkeit der Registrierung erklären, die überhaupt in den 80 er Jahren am schlechtesten in Bessarabyen geführt zu ein scheint. Von besonderem Interesse ist für uns die dritte Rubrik der letzten drei Zeiträume, die uns die Bewegung der jüdischen Ehen zeigt. Am stärksten ist im Ansiedlungsrayon ihre Heiratsziffer in der dritten (1893/97), am schwächsten in der letztenPeriode(1898/l902) gewesen. Wir dürfen a priori annehmen, daß wir es nur im letzteren Falle mit richtigen tatsächlichen Verhältnissen zu tun haben. Wenn wir sogar voraussetzen würden, daß der durchschnittliche Prozentsatz der jüdischen Ehen zur gesamten jüdischen Bevölkerung während dieser ganzen Zeifc unverändert geblieben ist (wir werden aber später sehen, daß er sich tatsächlich vermindert haben dürfte), so würde das Steigen der Ehen um 25 % im Zeitraum von fünf Jahren einen entsprechenden Bevölkerungszuwachs von 5% bedeuten, d. h. einen Zuwachs, der drei mal so groß ist wie der tatsächlich stattfindende. Daher muß das ausschließlich starke Heranwachsen der Ehen im zweiten und dritten Zeitraum der mangelhaften Registrierung der vorangegangenen Zeiträume zugeschrieben werden, und, indem sich die letztere von Jahr zu Jahr verbesserte, stellt sie sich scheinbar erst im dritten Zeitraum endgültig fest, wonach wir im vierten Zeitraum schon ein normales Heranwachsen von durchschnittlich 1V2 % jährlich haben, was mit dem normalen Bevölkerungszuwach s zusammenfällt. Was die einzelnen Gouvernements betrifft, so lassen sieh in manchen Gouvernements wie z. B. in Bessarabyen, wo die Heiratsziffer in der zweiten Periode sogar ein Sinken von 6,8 % aufweist, solche Abweichungen von der allgemeinen Entwicklungslinie dadurch erklären, daß hier die Durchführung einer regelrechten Registrierung später stattgefunden hat als in den anderen Gouvernements. Einen ganz anderen Charakter haben diese Abweichungen in dem Taurisehen und Jekaterinoslaffer Gouvernements, wo auch im letzten. Zeiträume ein so hohes Heranwachsen der Heiratsziffer zu merken ist,daß es sich keinesfalls durch entsprechende Veränderungen in der natürlich en B e wegung de r B e völ ke r un g e rkl ären läßt. Im Taurischen Gouvernement sind die Ehen 1898/1902 um 18% gegen 4,7% des