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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-11-01 · Heft 11 (November 1909) · p. Seite 164

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 11 (November 1909)
Article
Die Juden in Holland
Date
1909-11-01
Page
Seite 164 (sequence 4)
Language
German
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— 164 — stärkere Abwanderung der Männer oder Zuwanderung von Frauen? Der Überschuß des weiblichen Geschlechts läßt sich vor allem nicht zurückführen auf einen weiblichen Geburtenüberschuß. Es ist ja eine bekannte Tatsache, daß umgekehrt die Anzahl der männlichen Geburten größer ist als die der weiblichen. Wir besitzen, wie bereits erwähnt, einen Nachweis über die jüdischen Geburten nur für das Jahr 1906. Es betrug damals die Summe der männlichen Geburten: 1246, die der weiblichen nur 1149. Was nun den zweiten möglichen Grund, nämlich die erhöhte Sterblichkeit des männlichen Geschlechts anlangt, Lso Hesse sich diese Annahme nicht ohne weiteres abweisen. Auch bei der gesamten holländischen Bevölkerung findet sich Frauenüberschuß und Dr. I. C. G. E v e r s sucht in seinem Werke „Bijdrage tot de Bev olkin gsleer von Nederland," (1882) dies tatsächlich auf eine stärkere Sterblichkeit des männlichen Geschlechts zurückzuführen. Er erklärt, daß die Männer durch ihren Beruf allen Zufälligkeiten des Lebens in weit höherem Maße preisgegeben seien als die Frauen. Baumhauer dagegen sucht die Mehrheit der Frauen dadurch zu erklären, daß bei den Volkszählungen eine große Anzahl von Männern deshalb nicht mitgezählt werden, weil sie sich in den Kolonien befinden, das heißt nichts anderes als auf Abwanderung von Männern. Die Ursache für das Übergewicht des weiblichen Geschlechts bei den Juden dürfte nicht in einer Abwanderung von Männern, auch nicht in einer besonders hohen Sterblichkeit des männlichen Geschlechts von Frauen zu finden sein sondern in der Zuwanderung Um dies zu zeigen, müssen wir den Altersaufbau der Israeliten betrachten. Aus diesem ist folgendes ersichtlich: Von den 21920 Personen, die im Alter unter 10 Jahren standen, waren 11083 männlichen und 10837 weiblichen Geschlechts. Daraus geht mit Klarheit hervor, daß an dem Überschuß des weiblichen Geschlechts nicht eine größere Geburtenhäufigkeit des weiblichen Geschlechts oder stärkere Sterblichkeit des männlichen schuld ist. Aber schon in der zweiten Altersklasse (10—20 Jahre) überwiegt das weibliche Geschlecht das männliche um 161 Personen, in der dritten (20—30 Jahre) um 948, in der vierten (30—40 Jahre) um 613. Aus der Tatsache, daß bereits in der zweiten Altersklasse Frauenüberschuß herrscht, der in der dritten Altersklasse, welche das spezifische Wanderalter umfaßt, stark ansteigt, und dem Umstände, daß die zweite Altersklasse stärker als die eiste vertreten ist, läßt sich der Schluß ziehen, daß die Ursache des Frauenüberschusses in einer Zuwanderung von Frauen zu suchen ist. Worauf dies zurückzuführen ist, entzieht sich allerdings unserer Erforschung. Die Verteilung der Gesamtbevölkerung und der Juden auf Stadt und Land veranschaulicht folgende Tab. III. In den drei Volkszählungen 1869, 1879, 1889 unterschied man zwischen Gemeinden unter 20 000 Einwohner und solchen über 20 000. In der Volkszählung 1899 ging man weiter und unterschied auch noch Ortsgrößen unter 1000,1001—2000, 2001—5000, 5001—10 000, 10 001—20 000, 20 001—50 000, 50001—100000 Einwohner. Wir wollen zunächst nach dem alten Schema die Konzentration betrachten. Da fällt uns zweierlei Tabelle III. Verteilung auf Stadt und Stadt a. absolute Zahlen. Gemeinden mit 20 000 Einwohnern u. darüber Gemeinden mit 20000 Einwohnern und darüber Jahr Gesamtbevölkerung Israeliten Gesamtbevölkerung Israeliten männl. j weibl. 1 zus. männl. weibl. zus. männl. weibl. zus. männl. weibl. zus. 1869 1879 1889 1S99 520833:588798! 1109631 6154871685608; 1301095 664823I746761| 1411584 889675 987215! 1876890 24108 30575 37147 40913 26096 32675 39ü38 44573 50204 63250 76785 85486 1243285 1367677 1563664 1630927 1226608 1343921 1536167 1596320 2469893 2711598 3099831 3227247 9072 9310 10318 9193 8727 9133 10221 9309 13799 18443 20539 18502

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