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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-11-01 · Heft 11 (November 1909) · p. Seite 163

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 11 (November 1909)
Article
Die Juden in Holland
Date
1909-11-01
Page
Seite 163 (sequence 3)
Language
German
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— 163 — Grunde, infolge Austreibung, eine noch größere Anzahl von Juden Deutschland und Polen. Die nämlichen Ursachen, Freiheit in der Ausübung ihres Bekenntnisses und günstige Gelegenheit zum Handel, riefen sie nach Holland. Sie vereinigten sich mit den deutschen Juden, die dort bereits seit langem ansässig waren, und gründeten ebenfalls in Amsterdam die deutsche Gemeinde. Die deutschen Juden waren durch Geburt, Vermögen, Erziehung zum größten Teil nicht so sehr voneinander verschieden als die spanischen und portugiesischen Juden. Diese bewahrten vielleicht noch manchen Rest des Stolzes der Nation, der sie angehört hatten. Vielleicht auch befürchteten sie durch Vermischung mit den weniger reichen, dafür aber umso zahlreicheren deutschen Juden, die Verpflichtung übernehmen zu müssen, jenen zu helfen und infolgedesse eine nicht gerade angenehme Aufgabe zu erhalten. Obwohl bei beiden die gleiche religiöse Grundlage vorhanden ist, unterscheiden sie sich doch durch Ritus, Gebräuche, Zeremonien und Sprache. Alle diese Motive zusammen sind ohne Zweifel der Grund dafür, daß die portugiesische Gemeinde mit der deutschen nichts gemein hat, daß zwischen ihnen eine Art Entfremdung und Eifersucht, ja vielleicht Haß bestanden hat, der aber von Tag zu Tag abnimmt, sei es weil der Geist der Duldung in dem Maße wächst, als die Kenntnisse sich ausbreiten, sei es weil die deutsche Gemeinde jetzt ebensoviel Männer zählt, gleich ausgezeichnet durch ihre wissenschaftlichen Leistungen und ihren persönlichen Wert." Aus diesem Bericht geht hervor, daß die portugiesischen Juden kurze Zeit vor den deutschen nach Holland eingewandert sind im 16. Jahrhundert. Die Anzahl der portugiesischen Juden betrug i. J. 1869: 3 525, i J. 1899: 5 645. Von je 100 Israeliten waren i. J. 1869: 5,18, i. J. 1899: 5,42 portugiesische. Die starke Zunahme in den 70- und 80 er Jahren, die wir oben konstatiert haben, ist in erster Linie auf eine Zunahme der niederländischen Juden zurückzuführen. Auffallend ist aber, daß auch die jDortugiesisehen Juden in dem Jahrzehnt 1879/89 eine ungewöhnlich hohe Mehrung von 40,14% aufzuweisen haben; auffallend ist dies insofern, als wir es hier doch dem Anschein nach mit einer Masse zu tun haben, die sich nur auf natürlichem Wege vermehren kann. Wir müssen deshalb annehmen, daß die portugiesische Judenkolonie in Llolland Zuwachs erhalten hat, indem portugiesische Juden, die in anderen Kolonien lebten, dorthin strömten. Wenden wir uns nun der Tabelle II zu, welche einen Überblick über die Verteilung nach dem Geschlecht gibt. Hier fällt uns sofort der starke Frauenüberschuß unter den Juden auf. Das Verhältnis des männlichen zum weiblichen Geschlecht betrug i. J. 1899 1000:1075. Betrachten wir die Niederländischen und Portugiesischen Juden gesondert, so sehen wir, daß insbesondere bei den letzteren das weibliche Geschlecht bedeutend überwiegt. I. J. 1899 betrug das Plus des weiblichen Geschlechts auf 1000 Personen 148. Worauf ist dies zurückzuführen? Auf eine größere Anzahl weiblicher Geburten, auf eine größere Sterblichkeit des männlichen Geschlechts, auf eine Tabelle Ii. Verteilung nach dem Geschlecht. Jahr Gesamt-Bevölkerung Auf 1000 männl. Geschl. trafen weibl. Geschl. Niederländische Juden Auf 1000 männl. niederl. Juden trafen weibl. Portugiesische Juden Auf 1000 männl. portugi. Juden trafen weibl. Juden überhaupt Auf 1000 männl. Juden trafen weibl. männlich weiblich männl. j weibl. männl. weibl. männl. weibl. 1869 1879 1889 1899 1764118 1983164 22284S7 2520602 1815411 2029529 2282928 2583535 1029 1023 1024 1024 31521! 32957 38182! 39893 45049 : 47205 47478 1 50865 1045 1045 1047 1071 1659 1703 2416 2628 1866 1915 2654 3017 1121 1124 1098 1148 33180 34823 398S5 | 41808 47465 49859 50106 53882 1049 1049 1050 1015

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