Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1909)
- Article
- Palästina im Lichte der dneuen Ausgrabungen
- Date
- 1909-10-01
- Page
- Seite 156 (sequence 5)
- Language
- German
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— 156 - verfaßt. Auch in Ephesus hat man bei den von Hogarth gemachten Ausgrabungen an der Stelle, über der das älteste Standbild der Göttin Artemis aufgestellt war, zwar keine scliriftlichenljrkunden,aberFundamentierungsweihgeschenke gefunden. Andere Texte lassen erkennen, daß bei Tempelbauten alte Bücher und Schriften in die Fundamente gelegt wurden; so wird erzählt, daß bei der Wiederherstellung des Tempels von Denderah unter Tetmosis III. in der XVIII. Dynastie solche uralten Schriften in den Fundamentierungsarbeiten zum Vorschein kamen. N a v i 11 e findet nun eine überzeugende Analogie zwischen solchen ägyptischen Nachrichten und den in dem Buche Könige 2, 22,8 und Chroniken 2, 39, 15 enthaltenen Erzählung von der Auffindung des „Bucnes der Gesetze" in den Mauern des Salomonischen Tempels? als diese unter Josiah ausgebessert wurden* Die Auffindung des Gesetzes im Tempel läßt erkennen, daß es als Bauurkunde zur Zeit der Erbauung deponiert war, gerade so wie in Ägypten religiöse Bücher hinterlegt wurden und man heute Tageszeitungen in den Grundstein legt. E. J. P i 1 c h e r sprach in der Society of Biblical Archaeology über eine Münze aus Gaza und die Vision des Ezechiel. Die prophetischen Bilder der Bibel wiederholen das, was uns aus den spärlichen Resten der phönikischen (besser gesagt nach unseren heutigen Anschauungen aegäisch-mykenischen) Kultur erhalten blieb. Dies ist erklärlich, da die künstlerischen Ideen der Juden sich nicht von den ihrer Nachbarn unterschieden, was schon daraus hervorgeht, daß tyrische Werkleute zum Bau und zur Ausschmückung des salomonischen Tempels herbeigerufen wurden. jWir dürfen daher auch die Bibel zu r Erj klärung phönikischer Denkmäler heranziehen.; Zu ihnen gehört eine kleine, im 4. Jahrhundert v. Chr. zu Gaza geschlagene Münze (jetzt im Britischen Museum). Auf dem Revers dieser Münze liest man in drei phönikischen Buchstaben ,,Yahuu. dessen Identifizierung mit Jehova man deshalb bis jetzt zurückwies, weil Jehova stets als! Tetragrammata geschrieben wird. Doch haben die in den letzten Jahren gefundenen aramäischen Papyri aus Elephantine gezeigt, daß Yahu-Jehova im fünften Jahrhundert mit drei Buchstaben geschrieben wurde, daß also der Sinn des Wortes auf der Münze gleich Jehova ist. Unter dem Worte Yahu ist auf der Münze ein Zeus dargestellt, aber nicht auf einem Trone, sondern auf einem geflügelten Rad sitzend. Diese Kombination von Rad und Flügel, die sonst nirgends auf Münzen auftritt, erinnert auffällig an die wichtigsten Gestalten in der Vision des Ezechiel mit ihrer Beschreibung des Himmelfahrzeugs mit Rädern und Flügeln. Dieser auf einem geflügelten Rad nach oben getragene Zeus der Münze von Gaza ist also eine treffende Illustration zu der Vision des Ezechiel, mit dessen Tronwagen man auch die fahrbaren Wasserbecken (I. Könige 7, 27—39) in Zusammenhang gebracht hat, die von Stieren getragen wurden, von denen ein Analogon in Zypern von Furtwängler! gefunden wurde. i ° j Wir sehen also, daß die jüngsten Aus- | grabungen, wenn sie uns auch nicht, wie man vielleicht hoffen konnte, Inschriften Salomos brachten, doch sehr fruchtbar waren und in : ihrer Fortsetzung noch wichtige Resultate erwarten lassen. Statistisches Archiv.; ~ 7 ij Die Bewegung der jüdisdien entnehmen wir folgende Ausweise über die jüdische ireugen. ji Bevölkerung in Frankfurt a. HI. Bevölkerungsbewegung im] ahre 1908. Zum Vergleiche -!i im Jahre 1908. Den Tabellarischen ziehen wir die Jahre 1905/6/7 heran. Ueber die Ge Uebersichtenbetreffend den Zivilstand burten gibt folgende Tabelle Auskunft, der Stadt Frankfurt am Main im Jahre 1908