Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1909)
- Article
- Die zentralasiatischen Juden in anthropologischer Beziehung
- Date
- 1909-07-01
- Page
- Seite 106 (sequence 4)
- Language
- German
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— 106 — 124 groß und die mittlere Jochbreite j zeigte einen Wert von 137, was einem mit?leren; Gesichtsindex von 00,5 entspricht. Das Gesicht I war Lei S kurz, also unter 90, und bei 10 i lang. Was die sonstigen F o r m e n des; Gesichtes anbelangt, so war er bei 7 j breitoval, bei (> schmaloval, bei 4 spitzoval; und bei einem oval. Sechs zeigten etwas : vorstehende Jochbeine und zwei eine fliehende j Stirn. (Nr. 14 u. 18) j Die mittlere Nasen Löhe betrug 55,! die obere N a sen Streite 32 und die j untere 35. In zwei. Fällen war die obere j Nasenbreite der unteren gleich, bei allen; übrigen überwog die untere. Der Nasenindex j hatte einen mittleren Wert von 63,G. Der j Nase n r ü c k e n war bei 10 gerade, G Latten; eine semitische und 2 eine Adlernase. | Außerdem war bei zwei die Nase breit und; bei einem groß. i Dem F a r h ent y p u s nach waren IG i echte Brünette, 2 waren von gemischtem; Typus und kein einziger blond. Das Kopfj haar war schlicht, bei 17 schwarz und bei j einem dunkelbraun. Das Barth aar war j in drei Fällen heller als das Kopfhaar. Die; Iris war bei 7 dunkelbraun, bei 7 braun, \ bei. 2 hellbraun, bei 1 hellblau und bei 1 grau. \ Unter Berücksichtigung aller körperlichen; Merkmale haben wir also m den zentral-! asiatischen Juden nicht eine einheitliche, ' sondern eine Mischgruppe zu erkennen, wobei \ die Mischung sich hauptsächlich in den Formen; des Kopfes und des Gesichtes äußert. \ Letzte Kolumne der obigen Tabelle ge- stattet uns einen Vergleich der zentralasij atisehen Juden mit den von mir studierten \ südrussischen. x) In den Mittelzahlen tritt | *) Die südrussischen Juden. (Arch. f. Anthr. B. 23 ) : eine auffallende Ähnlichkeit beider Gruppen entgegen, die sich aber bei der detaillierten Betrachtung etwas modifiziert. Die Hauptunterscheidungsmerkmale liegen in etwas kleinerem Wuchs und längerem Gesicht der zentralasiatischen Juden. Kopf und Nase zeigen identische Jadices. Dagegen ist der Prozentsatz der kurzkopfigen bei den südrussischen Juden ein höherer, während die semistische Nase und der brünette Typus bei den zentralasiatischen Juden eine viel häufigere Erscheinung sind. Bei Berücksichtigung der Tatsache, daß die persischen Juden, wie ich in einer anderen Arbeit zeigen werde, einen viel längeren Korjf haben als die zentralasiatischen, deren Stammväter, wie oben angedeutet ist, sie sind, ist anzunehmen, daß die persischen Juden während ihrer Zerstreuung über Zentralasien kurzköpfige Elemente in sich aufgenommen haben. Denn die Perser selbst haben einen länglichen Kopf, so daß die Umgestaltung des ursprünglich langen jüdischen Kopfes in seine jetzige breite Form entweder durch die umbildende Kraft äußerer Einflüsse oder durch die Vermischung mit kurzkopfigen Völkern erfolgt sein konnte. Da wir für die erstere überhaupt noch keine strik'en Beweise in der Anthropologie haben, bleibt die Annahme der letzteren Möglichkeit einstweilen das Plausibelste,, umsomehr als die jetzigeBe vöikerungZentralasiens,die zur mongolischen Hasse gehört, ausgesprochen kurzköpfig ist, wie es auch ihre entferntesten Vorfahren 2) waren. Die einzige gemessene Frau paßt im Allgemeinen in den Rahmen des oben geschilderten Bildes. 2) Li ssau er, Die Schädel aus Turfan. (Z. f E. 1905, S. 421.) Her Kultlirwert der MyceDtitüen (iurtinisctien) Rasse. Von Dr. L. S o f e r , Wien. Ein eigentümlicher Unstern waltet über und Bibel" veröffentlichte, in dem er kühn den Feinden des jüdischen „Prestige"; als behauptete, daß jener Hammurabbi (1900 v. Friedrich Delitzsch seinen Vortrag ..Babel Chr.) den Monotheismus, die Ethik und die