Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1909)
- Article
- Die Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Preußen im Jahre 1907 mit Rückblicken auf die früheren Jahre
- Date
- 1909-05-01
- Page
- Seite 66 (sequence 2)
- Language
- German
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— 66 — den in den erwähnten Jahrgängen publizierten Tabellen für die Jahre 1900—1906, und enthält die absoluten Zahlen der ehelich und unehelich Geborenen, und zwar für die ehelich Geborenen mit Unterscheidung nach der Konfession der Ehegatten, von denen die Kinder stammen, für die unehelich Geborenen mit Unterscheidung nach der Konfession der Mutter, für sämtliche Geborenen mit Unterscheidung nach Lebend- und Totgeborenen. Die erste und wichtigste Frage bei jeder Bevölkerungsbewegung ist die nach der Bilanz ■ der Geburten und Sterbefälle. Nimmt die Bevölkerung zu oder ab? Hängt i die Zunahme mit einem Steigen der Geburtenzahl oder einem Sinken der Sterblichkeit zuj sammen? Ist die Abnahme eine Folge; erhöh'er Sterblichkeit, stärkerer Auswanderung Tabel oder verminderter Geburtenhäufigkeit? Das sind Fragen, die für die Bevölkerungspolitik eines Landes von der größten Bedeutung sind. Ihre Beantwortung zeigt mit einem Schlage die gesamte wirtschaftliche und soziale ]>ge eines Volkes, das kulturelle Niveau, auf dem es steht, und bildet die Grundlage für staatlich-* Maßnahmen, zumeist auf dem Gebiete der Sozialpolitik. Die Bilanz der Geburten- und Sterbefälle für 1907 weicht ganz bedeutend von jener des Vorjahres ab. Bei den Juden war der Überschuß von Geborenen über die Gestorbenen geringer als in irgend einem Jahre der von uns betrachteten Periode. Es ist dies auf eine beträchtliche Abnahme der Geburten zurückzuführen: das nähere zeigt folgende Übersicht (Tabelle II). Die Anzahl der jü-;e II. Im Jahre Christliche Geborene (ohne Totgeborene) Christliche Gestorbene (ohne Totgeborene) : Überschuß der; Geborenen über die Gestorbenen Jüdische Geborene (ohne Tot' geborene) Jüdische Gestorbene (ohne Totgeborene) 1 Überschuß der Geborenen über 1 die Gestorbenen 1900 1236053 739555 496498 7643 5868 1775 lüöl 1252805 713675 539130 7594 5606 I 1988 1902 1247984 671635 576349 7701 5658 2043 1903 1227995 702301 525694 7219 5649 1570 1904 1257194 696570 560624 7339 5577 : 1762 1905 1234430 720855 513575 7190 o824; 1366 1906 1262069 667952 594113 '/541 571 < 18i>4 1907 1252521 675227 577294 7115 5767 1348 dischen Geburten hat nämlich um 5,65 % abgenommen, die Anzahl der Sterbefälle ist annähernd im Vergleich zum Vorjahre konstant geblieben. Bei den Christen war das Verhältnis ebenfalls ungünstig, indem die Geburten um 0,75% abgenommen, die Sterbefälle um 0,93 °/0 zugenommen haben. Werfen wir einen Rückblick auf die früheren Jahre, so sehen wrir bei den Christen und Juden eine merkwürdige Übereinstimmung im Verlauf der Bevölkerungsbewegung. Diese Erscheinung zeigt uns, daß für Druek- und Drangverhältnisse, die das GeselLschaftleben der Menschen beherrschen, die Unterscheidung der sozial en Massen nach Nationalität, Konfession, Rasse, wirtschaftlicher und sozialer Stellung, keineswegs so bedeutungsvoll sind, als man in der Regel annimmt. Die Zahl der unehelichen Geburten hat bei den Juden im Jahre 1907 etwas abgenommen, wie aus Tabelle III ersichtlich ist. Tabelle Iii. Jahr Christliche; Von 100 christlich, uneheliche | Geburten Geburten j waren! uneheliche 1900 1901 1902 1903 1904 1905 1906 1907 93591 93356 91865 89424 92214 91943 94455 96979 7,38 7,22 7,13 7 05 7,19 7,22 7 25 7,51 Jüdische Von 100 jüdischen uneheliche: Geburten Geburten; waren \ uneheliche 2i>3 267 310 257 269 269 324 310 3,35 3,40 3,90 3,46 3.54 8,63 4,22 4,22