Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 4 (April 1909)
- Article
- Die Einwanderung von Juden in die Vereinigten Staaten im Jahre 1907/1908
- Date
- 1909-04-01
- Page
- Seite 58 (sequence 5)
- Language
- German
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— 58 — Einwanderer besser zu illustrieren. Über den Bildungsgrad der Einwanderer gibt uns folgende Tabelle VII, allerdings nur in primitiver Weise, Auskunft. Zum Vergleiche Tabelle VII. Von d. über 14 j. alten Pers.könn. lesen,aber nicht schreiben. mann!. I weibl. Von d über 14 j alten Pers.könn weder les. noch schreiben. männl weibl. Von je 100 über 14 Jahre alten Personen können weder lesen noch schreiben. Gesamtz. 1241! 1069 112756 59937 25,70 Juden 164! 72 9455 13762 30,00 Italiener 23 j 6 31539: 17000 42,50 Rumänen —! 1 3171' 438 37,60 Russen 32 1 3 5820 828 41,10 Ruthenen 13 [ 13 4203; 1836 51,70 ziehen wir hier mehrere Nationen heran. Als Maßstab für den Bildungsgrad dient die Zahl der Analphabeten unter den über 14 Jahren alten Personen. Da zeigt sich nun, daß die Juden zwar etwas über den Durchschnitt Juden herrscht, wenn man bedenkt, aus welchen Ländern die große Masse der jüdischen Einwanderer herstammt. Bevor wir uns dem letzten Punkte, der Frage nach Herkunft und Ziel der Einwanderer zuwenden, müssen wir noch erwähnen (Tab. VIII), daß in diesem Jahre von der Einwanderungsbehörde im ganzen 10 902 Personen bei der Landung zurückgewiesen wurden, d. h. 1,37% der Ankommenden. Von den Juden wurden nur 679, d. i. 0,(35%, also nicht einmal 1 %j zurückgewiesen. Für das vergangene Jahr Tabelle VIII. Es wurden zu- Von den Jud. wurden zurück^ew. rückgewiesen wegen •un^enü', Gesz. 1 luden , gender L \\ j ' -e u *. 'Krankh. •Substm. Wahns. u.Blöds. aus sonstig. Grund. 1907 1908 130(54! 1257 \\ 808 i öß2 26 i 61 10902; 679 II - | 193 \ 60 j 242 mit 30% gegenüber 25,70%,; lauten die Vergleichszahlen 13 064, d. i. 1,06%; bezw. 1257, d. i. 0,83%. Es sind also in diesem. \ Jahre trotz der geringeren Einwanderung im! ganzen verhältnismäßig mehr zurückgewiesen | worden als im Vorjahr, von den Juden weniger.! Dies wird uns erklärlich, wenn wir die Ursachen \ feststellen, aus welchen die Zurückweisung ge- | schah. Darnach ist in diesem Jahre kein | Jude wegen ungenügender Substistenzmittei I zurückgewiesen worden, während gerade im I verflossenen Jahre 808 Personen, d. h. 64% | aus diesem Grunde die Erlaubnis zur Landung j nicht erhielten. Dagegen befanden sich auch! in diesem Jahre unter diesen Zurückgewiesenen I 28,40% wegen ansteckender Krankheiten j (im Vorjahre 28,80%). le IX. hinausgehen, sonst aber weit günstiger als die übrigen Nationen dastehen, namentlich verglichen mit ihren Wirtsvölkern. Es ist diese Tatsache umso höher zu schätzen, als bei den Juden nahezu Gleichgewicht der Geschlechter herrscht, während beispielsweise unter den Italienern weitaus der größte Teil männlichen Geschlechts ist. In der größeren Verbreitung der Bildung unter den Juden liegt der Grund für ihr rascheres Vorwärtskommen im Auslande. Sie erhalten dadurch einen Vorsprung vor den übrigen Völkern im wirtschaftlichen Kampfe und vermögen sich dadurch auch rascher zu assimilieren. Es zeugt dies aber auch von dem Bildungstrieb, der unter den Tabei Es wanderten ein aus 1905/06 Von je 100 waren aus 1906/07;Von je 100; waren aus 1907/08 Von je 100 waren aus Zu-,Abnahme im letzten Fiskaljahr Russland......... 125234 81,5 114932 : 17,04 71978 69,9 — 37,40 Oesterreich-Ungarn .... 14884 9,7 18885! 12,66 15293 14,7 — 19,00 Großbritannien...... 6113 4,0 7032; 4,71 6260 6,0 — 10.90 Rumänien......... 3872 2 5 3605! 2,42 4455 4,0 + 23,50 Deutschland........ 979 : o,6 734 \ 0,49 869 0,8 + 18,30 Anderen Staaten..... 2666 i i,7 3994 1 2,68 4632 4.9 + 15,90 Interessant ist die Frage nach der Herkunft j das Auswandererkontingent stellen, für die und dem Ziele der Einwanderer. Für die erstere J letztere die berufliche Zusammensetzung der ist ausschlaggebend die politische und wirt- \ Massen und die Art und Weise der Ausschaftliche Konstellation der Länder, welche! Wanderung, d. h. ob Familien den Wander-