Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 5 (1909)
- Issue
- Heft 4 (April 1909)
- Article
- Die Kriminalität der Juden in Deutschland während der Jahre 1903 - 1906
- Date
- 1909-04-01
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 53 — Gemeingefährliche Verbrechen! und Vergehen (Brandstiftung, Transportgefährdung usw.) . . . von 2,0 auf 2,4 Herstellung und Feilhalten gesundheitsschädlicher Nahrungsmittel von 2,6 auf 4,1 : Bei den durch gesperrten Druck gekenn- | zeichneten Straftaten haben auch die Verurteilungen von Christen zugenommen; das Steigermigsverhältnis ist hier indes meist; ein anderes, und zwar sowohl nach der einen! als auch nach der anderen Seite. Die Einzelheiten lehrt die Tabelle. Zu beachten ist auch, daß die Vermehrung der Verurteilungen bei manchen Delikten nur eine ganze geringe ist und bei seltenen Delikten wie bei den Münz vergehen und beim Wucher auf nur einen bezw. zwei Fälle zurückzuführen ist. Bei den Delikten mit sehr niedrigen absoluten Zahlen wird die Verhältniszahl mehr; oder weniger durch den Zufall bestimmt. — : Auf der anderen Seite haben die Ver- urteilungen von Juden wegen nachfolgender Delikte sich von der einen Periode zur an- ■ deren verringert: Widerstand gegen die Staatsgewalt; von 9,7 auf 8,8 j Hausfriedensbruch .....von 22,3 auf 20,5 | Arrestbruch.......von 2,0 auf 1,6 j Verletzung der Wehrpflicht . . . . | von 38,4 auf 31,2 j Meineid...........von 1,5 auf 0,9 j Andere Verletzungen der Ei des pf licht j von 1,5 auf 0,8 j Falsche Anschuldigung von 1,2 auf 0,9 j Religionsvergehen.....von 1,2 auf 0,3 j Personenstandsdelikte.....von 0,2 auf 0,1 j Widernatürliche Unzucht. . . von 0,7 auf 0,5! Verbreitung unzüchtiger Schriften, j Ärgernis durch unzücht. Handlungen \ von 11,7 auf 8,8; Sonstige Verbrechen und Vergehen wider die j Sittlichkeit........von 0,9 auf 0,6! Beleidigung........von 132,4 auf 128,3 j Mord, Totschlag, Kindesmord, Ausi setzung, Tötung auf Verlangen j von 0,2 auf 0,1 j Abtreibung..........von 0,9 auf 0.8 Fahrlässige Tötung . . von 0,5 auf 0,1 Körperverletzung. . . . von 94,6 auf 84.8 Diebstahl..........von 64,9 auf 59,4 Kaub, räuber. Erpressung von 0,2 auf 0,1 Erpressung..........von 2,0 auf 1,8 Begünstigung.......von 1,0 auf 0,6 Hehlerei..........von 12,8 auf 8,8 Betrügerisch.Bankerott von 1,4 auf 0,5 Einfacher Bankerott . von 18,9 auf 14,8 Andere Konkursvergehen von 1,2 auf 0,6 Vergehen inbezug an das geistige Eigentum von 3,2 auf 3,1 Sachbeschädigung.......von 7,3 auf 7,2 Verletzung der Vorschriften gegen Viehs euch engefahr . . von 12,3 auf 5,4 Verbrechen und Vergehen im Amte (auch aktive Bestrafung) von 2,4 auf 1,9. Bei den gesperrt gedruckten Delikten ist auch eine Verminderung der Verurteilungen von Christen festzustellen; doch hat bei letzteren die Abnahme meist in einem weit geringerem Maße als bei den Juden stattgefunden. Hervorzuheben ist, daß gerade bei einer Reihe derjenigen Straftaten, welche den Juden am meisten vorgehalten Aver den, die Kriminalitätsziffer, und zwar teilweise recht erheblich, abgenommen hat; zu erwähnen sind hier Meineid, Verletzung der Wehrpflicht, Religionsvergehen, Verbreitung unzüchtiger Schriften, Beleidigung, Hehlerei, betrügerischer und einfacher Bankerott. — Durch die Ab- oder Zunahme der Kriminalitätsziffer für die einzelnen Delikte hei den Christen oder Juden hat sich auch das Verhältnis der Anteilsziffer der Christen und Juden an den einzelnen strafbaren Handlungen verschoben. Insbesondere sind zu den von R u p p i n für den Durchschnitt der Jahre 1899—1902 aufgeführten Delikten, an denen die Christen einen im Verhältnis zur Bevölkerungsziffer größeren Anteil haben als die Juden, der Meineid und die übrigen Eidesdelikte, die Religionsvergehen, die Abtreibung und die Amtsdelikte hinzugekommen. Die Deliktsarten, bei denen in jener Periode die Juden überwogen, haben sich hingegen so gut wie