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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-03-01 · Heft 3 (März 1909) · p. Seite 41

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 3 (März 1909)
Article
Zur Geschichte der Anti-Aliens-Bewegung in England
Date
1909-03-01
Page
Seite 41 (sequence 4)
Language
German
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— 41 — Abgeordneten beider Parlamente aufweist, hat diese antisemitische Politik gänzlich in den Vordergrund gestellt, indem diese Vereinigung eine Menge von Broschüren und Pamphleten verbreiten ließ, die von antisemitischen Geist durchdrungen waren. Im Jahre 1904 wurde ein Gesetz beantragt, welches alle Empfehlungen der Einwanderungskommission hinsichtlich der Beschränkung enthalten sollte. Der Gesetzentwurf wurde der Grand Committee 011 Law überwiesen, scheiterte aber an dem Widerstande einer Gruppe von Radikalen und wurde zurückgewiesen. Der Entwurf wurde in etwas monifizierter Form im Jahre 1905 vom neuem eingebracht und wurde ungeachtet der Anstrengungen der Mehrheit der radikalen Partei, der jüdischen Abgeordneten und eines Teiles der Arbeiterpartei durchgesetzt und erlangte Gesetzeskraft. Der Aliens - Act trat am 11. August 1905 in Kraft. Darnach gelten]etztf olgendeBestimmungen: 1. Es sind vom Niederlassungsrecht in Groß-Britanien ausgeschlossen: Einwanderer, welche nicht nachweisen können, daß sie genügende Mittel besitzen, um sich und ihre Angehörigen zu unterhalten. 2. Ausgeschlossen sind ferner: Mondsüchtige, Idioten, Kranke; Gebrechliche; Personen, die dem Staat aus irgend einem Grunde zur Last fallen, oder von denen anzunehmen ist, daß sie der Gesellschaft schädlich werden können, oder die im Auslande wegen eines Verbrechens verurteilt sind, (politische Verbrechen sind jedoch ausgenommen.) 3. Diejenigen Eingewanderten, die sich in England eines Verbrechens schuldig gemacht haben, oder die in irgend einer anderen Beziehung nicht wünschenswert erscheinen, können ausgewiesen werden. 4. Jeder Einwandrer muß bei bei Landung den Besitz von £ 5 (ungefähr 100 Mark) nachweisen können. Die Einwanderungsgegner erhofften von diesem Gesetze viel, und sie sahen mit inniger Freude den ersten Opfern des Aliens-Acts entgegen. Die Resultate waren jedoch nicht allzu günstig. Die Gesamtzahl der Einwanderer, welche im Jahre 1906 zur Landung nicht zugelassen werden sollten, betrug 931. Infolge Beschwerde, welche von den Einwanderern geführt wurde, verringerte sich jene Zahl auf 489: hiervon wurden 360 Personen wegen ungenügender Geldmittel und 129 aus hyginischen Gründen zurückgewiesen.1) Im Jahre 1907 wurden vom 1. Januar bis 30. September 554 Einwanderer zurückgewiesen, von denen viele appellierten und nachher zugelassen wurden.2) So hat die Anti-Aliens-Bewegung geendigt. Die Behauptungen von einer Pauper-, Banditen- und Kranken-Invasion, die die jüdische Einwanderung mit sich bringe, sind durch die Tatsachen widerlegt. x) The Jewish Chronicle, Februar 1. 1907. 2) The Jewish Chronicle, Februar, 21. 1908. Zum gegenwärtigst; Stand Von Norb ert Der Jüdische Nationalfonds (Keren Kajemeth Le Jisroel)hatamEnde des Jahres 1908 eineHöhe von ungefähr 1 Vi Millionen Mark erreicht, eine Summe, deren ideeller Wert um so höher zu schätzen ist, als sie sich aus kleinen und kleinsten Spenden zusammensetzt. Seitdem das letzte Mal in dieser Zeitschrift über den Stand des Jüdischen Nationalfonds berichtet worden ist, hat er sich insofern konsolidiert, als er in l) Vgl. Heft 9 (S. 11) des L und Heft 10 (S. 158) des 2. Jahrganges dieser Zeitschrift des Jüdischen Hntionnlfonds.1' Weldler, Berlin. eine juristisch unangreifbare, zweckentsprechende Form gegossen wurde, die es unmöglich macht, ihn seinem ursprünglichen Zwecke zu entfremden. Wie bekannt, ist der Jüdische Nationalfonds dazu bestimmt, in Palästina und seinen Nachbarländern „Ländereien, Wälder, Besitzrechte und andere Rechte, Servituten und anderes unbewegliches Eigentum zwecks Besiedlung mit Juden zu kaufen, zu pachten, in Tausch zu nehmen oder auf andere Weise zu erwerben (§ 3, Absatz 1 der

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