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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-02-01 · Heft 2 (Februar 1909) · p. Seite 23

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 2 (Februar 1909)
Article
Die ausländischen Juden in München
Date
1909-02-01
Page
Seite 23 (sequence 7)
Language
German
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— 23 — beiträgt. Es wird deshalb bei den Juden zwar von Anfang an unter den Auswanderern kein großer Teil dem weiblichen Geschlechte angehören, aber es wird nicht zulange Zeit vergehen, bis diejenigen unter den Eingewanderten, welche eine Frau zu Hause zurückgelassen haben, sie kommen lassen. Da nun in den Ländern, aus welchen die Einwanderer kommen, jung geheiratet wird, demzufolge ein beträchlicher Teil der Leute im produktiven Alter, die hierher kommen, bereits verheiratet ist, so ist leicht erklärlich, daß einige Jahre, nachdem die Einwanderung gedauert hat, eine ziemlich starke Anzahl von Frauen, die ebenfalls im produktiven Alter stehen, sich hier ansammelt. Nimmt die Einwanderung zu, kommen namentlich ältere Leute, so ist es selbstverständlich, daß auch in den höheren Altersklassen die Frauen vertreten sind, und da unter den Leuten im höheren Alter sich wenig Ledige befinden, so wird bald die Anzahl der Frauen im höheren Alter stärker sein als die der Frauen im produtiven Alter. Jemehr es nun den männlichen Ausländern gelingt, sich eine feste Position zu gründen, desto mehr sind sie in der Lage zu heiraten und sie holen sich ihre Frauen zumeist aus der Heimat, sodaß abermals eine Verstärkung des Frauen Clements eintritt. In dem Maße nun, in dem die Frauen zunehmen, nehmen die Familien überhaupt zu, in dem Maße steigt aber auch die Vertretung des weiblichen Geschlechts in den Kinderjahren. Betrachten wir jetzt kurz die Tabellen. Die Volkszählung von 1895 zeigt uns in den absoluten Zahlen einen weiblichen Altersaufbau entsprechend dem Aufbau des männlichen Geschlechts. Es war damals die Einwanderung in ein Wartestadium getreten. Eine ganze Anzahl von Leuten war bereits zugewandert, aber langsam, nach und nach, wenigstens in dem Jahrfünft 1890—95. Darum waren bei den Frauen die beiden Altersklassen 16—30 und 31—50 nahezu gleich stark vertreten. Dann kam die bekannte starke Einwanderung von 1805—1900. Naturgemäß konnte die Zuwanderung der Frauen mit der der Männer nicht gleichen Schritt halten. Es kamen wohl Frauen in den produktiven Altersklassen hinzu, man kam familienweise, aber doch mußte ihre Zunahme hinter jener der Männer zurückbleiben. Diese Art und Weise der Einwanderung übte sofort ihre Bückwirkung anf die jüngeren Altersklassen, indem die Kinderzahl beim weiblichen Geschlecht stieg. Im nächsten Jahrfünft ist die Einwanderung gesättigt. Dies übt auf das weibliche Geschlecht seinen Einfluß aus. Es wandern wenige Männer im produktiven Alter zu, jene aber, die bereits zugewandert sind, können, nachdem die Zuwanderung einen Stillstand erreicht hat, ihre Frauen kommen lassen oder sich verehelichen. Deshalb eine starke absolute Zunahme der Frauen in der Altersklasse lf>—30 und noch mehr in der Altersklasse 31 — 50. Dadurch wiederum ein größeres Anwachsen der Familien und im Zusammenhang damit ein Wachsen der weiblichen Kinderzahl. Während wir bei der männlichen Bevölkerung den Typus einer Einwanderungsbevölkerung im Jahre 1900 haben, ist er beim weiblichen Geschlecht im Jahre 1895 vorhanden, während wir im Jahre 1905 im weiblichen Altersaufbau mehr den Typus einer seßhaft gewordenen Einwanderungsbevölkerung sehen. (Schluß folgt.) Die Bewegung de? jüdischen Bevölkerung in Vilno in den Mim 1886-1901 Von M. Abramowitsch in Wilna Als eines der besten Kriterien für den wirtschaftliche Krise, die Pogrome usw. auf Einfluß, den die Ereignisse der letzten Jahre die Lage der Juden in diesem Lande ausgeübt in Rußland, der rußisch-japanische Krieg, haben, kann sicherlich ihre Bevölkerungsdie Revolution, die nachfolgende andauernde Statistik angesehen werden. Andererseits

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