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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1909-02-01 · Heft 2 (Februar 1909) · p. Seite 18

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
5 (1909)
Issue
Heft 2 (Februar 1909)
Article
Die ausländischen Juden in München
Date
1909-02-01
Page
Seite 18 (sequence 2)
Language
German
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- 18 — Es wohnten 68,67% in den 33 Großstädten Deutschlands. Die erste der beiden Erscheinungen, der Zug der Juden in die Stadt, ist in dieser Zeitschrift schon des öfteren behandelt worden und bildet den Gegenstand der jüngst von Paul Dreyer veröffentlichten Untersuchung. Für die zweite Erscheinung, die Einwanderung der ausländischen Judens wollen wir als konkretes Beispiel, München, wählen, und zunächst die Entwicklung der Ausländergruppe in München darsteilen, dann den Einfluß der Ausländer auf die jüdische Gemeinde, beides natürlich nur, soweit statistisch die Verhältnisse erfaßt werden können. Uni sich eine Vorstellung von der Bedeutung einer starken Truppe ausländischer Juden zu machen, genügt es nicht, ihr allmähliches Heranwachsen und ihre innere Struktur zu betrachten, man muß auch ihr Einwirken auf die Gestaltung der jüdischen Bevölkerung im ganzen beobachten und es versuchen, ihren Einfluß auf die Geburten und Sterbeziffer darzustellen. Tabelle I. Gliederung der Juden nach der Gebürtigkelt Geboren. 1880 1885 1890 1S95 1900 1905 , C 1 £ 2 </? o 3 i Z < 2 1483: 1729 1989 2308 2573 2832 16,6 15,0 16,0; 11,4 12,0' : 1552 :1736;; 2024 2181 2433 2507 11,8 16,6 7,7 11,5 3,0 742 918 1301 1602 1828 2079 23,7 41,7 23,1 14,1 13,7 . 367 471 794 1076 1905 2588 ' 28,3 68;5 35,5 17,6 35,8 Betrachten wir zuerst das absolute Wachstum der ausländischen Juden. Als im Jahre 1880 zum ersten Mal eine Ausscheidung der Münchner Juden nach der Gebürtigkeit erfolgte, befanden sich unter den 4144 Juden 367 Ausländer, also 8,8(5 %, im Jahre 1890 machten sie 13 % aus, im Jahre 1900 hatten sie bereits die Gruppe der außerhalb Bayerns im Reich, Gebürtigen überflügelt und im Jahre 1905 sind sie mit 25,74% an die zweite Stelle gerückt. Die Anzahl der Ausländer ist von 307 auf 2580 oder von 1000 auf 7052 gestiegen, hat sich demnach in 25 Jahren versiebenfacht. Zwei Einwanderungswellensind zu beobachten. Die erste Welle ergoß sich in dem Jahrfünft 1885 bis 1890 und die zweite noch stärkere in dem Jahrfünft 1895—1900. Die Zunahme ging sprungweise vor sich; die bedeutende Zunahme im letzten Jahrfünft ist allerdings der starken Einwanderung des weiblichen Geschlechts zu verdanken, und dieser Umstand läßt den Schluß zu, daß die Einwanderung günstig verlaufen ist, d. h. nicht von den sozialen Mißständen begleitet ist, die sonst einer Einwanderung aus dem Auslände anhaften. 1580 be.rug die Anzahl der Ausländer nach der letzten Volkszählung, d. h. soweit sie statistisch erfaßt werden konnte; wir gehen aber nicht fehl, wenn wir die Zahl der Ausländer in München noch weit höher annehmen, denn Ausländer ist nicht nur derjenige, welcher im Ausland geboren ist. sondern auch jener, welcher hier geboren, aber rechtlich ein Ausländer ist. Die hier geborenen Kinder von ausländischen Juden gehören in Wirklichkeit zur Ausländergruppe, können aber zahlenmäßig nicht festgestellt werden, da bei der Eintragung ins Geburtsregister eine Ausscheidung nach der Heimat, nicht aber nach dem Geburtsort der Eltern stattfindet, Da bei den Ausländern zum größtenteil Heimat und Gebürtigkeit zusammenfällt, weil nur selten eine Naturalisation vorkommt, so sind wir in der Lage, wenigstens annäherungsweise zu bestimmen, wie viel von den hier geborenen Kindern Ausländer sind. Wir dürfen aber nicht außer Acht laßen, daß auch sonst in Bayern und im Reich Gebürtige in München wohnen und daß bei ihnen Heimat und Gebürtigkeit nicht identisch sind. Trotzdem mochten wir zur Illustration folgendes anführen. Für die Jahre 1894—1905 haben wir eine Ausscheidung der Geborenen nach der Heimat vorgenommen und gefunden, daß von den 1630 Kindern, die in diesem Zeitraum geboren wurden, nur 487 von hier beheimateten Eltern stammen, dagegen 1149, d. h. 70%, Eltern angehörten, die auswärts beheimatet waren. Dieser hohe Prozentsatz läßt darauf schließen, in welcher

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