Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 11 (November 1907)
- Article
- Zur Statistik der Juden im Grossherzogtum Hessen
- Date
- 1907-11-01
- Page
- Seite 172 (sequence 6)
- Language
- German
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— 172 — den Eleinstädten bleiben. Diese Kleinstädte bilden deshalb auch, das hauptsächlichste Arbeitsfeld der gewerbsmäßigen Ehevermittler. Man muß sich diese Verhältnisse vor Augen halten, wenn man gelegentlich abfällige Bemerkungen darüber hört, daß so viele jüdische Ehen durch gewerbsmäßige Vermittler zu stände kommen. Unter den über den Familienstand der hessischen Juden gegebenen Zahlen ist noch erwähnenswert, daß die relative Zahl der jüdichen Witwer kleiner, die relative Zahl der jüdischen Witwen dagegen größer als bei der Gesamtbevölkerung ist. Dies dürfte in dem stärkeren Überwiegen des weiblichen Geschlechts bei den Juden begründet sein. Bei dem Vorhandensein einer genügenden Anzahl lediger Mädchen sinken natürlich die Heiratsaussichten der verwitweten Frau. Statistisches Archiv. n r Bewegung der jüdischen Beuölkenmg in;j B*rlin || Berlin im Jahre 1905. Nach dem Sta- —~ — tis tischen Jahrbuch der Stadt Berlin (30. Jahrg., Berlin 1907) waren im Jahre 1905 unter 42673 ehelichen Geburten 1463 rein jüdische 3,43 Prozent (darunter 56 Totgeborene), unter 8609 unehelichen 103 mit jüdischer Mutter 0,84 Prozent (darunter 3 Totgeborene). Die Geburtenziffer (einschliesslich Totgeborene) stellte sich bei einer Gesamtzahl von 49588 nicht-jüdischen und 1694 jüdischen Geburten auf 25,54 °/00 der Nicht-Juden und 17,73 °/oo der Juden; auf je 100 nicht-jüdische Geburten entfallen 17,16, auf je 100 jüdische 6,01 uneheliche und 3,59 bezw. 3,78 Totgeborene, wenn wir die Geburten aus Mischehen je zur Hälfte den Christen und Juden zurechnen. Für die Sterbefälle ergibt sich nachstehende Tabelle: Es starben Christen;| Juden männl. weibl. i: männl.! weibl. unter 15 Jahren über 15 Jahre . 7648 9848 6364 9281! 146!i 563 122 479 Summa 17496 15645 | 709 601 Unter je 1000 Christen starben 17,08, unter je 1000 Juden nur 13,45; die Gestorbenen unter 15 Jahren machten bei den Christen 42,28 Prozent, bei den Juden dagegen kaum 20,46 Prozent aller Gestorbenen aus. Die Eheschliessungen verteilen sich der Konfession in folgender Weise: nicht-jüdische Ehen zwischen Angehörigen gleicher Konfession 18076 oder 18,15 % rein jüdische Ehen 624 „ 2,80% Mischehen . . . 3575 „ 16,05 % Summa 22275 oder 100 % nach Unter den 3575 Misch o h e n sind 277 (= 7, <5 Prozent) jüdische zu verzeichnen. Jüdisch-christliche Mischehen wurden von 106 oder 14,52 Prozent allerheiratenden jüdischen Frauen und 171 oder 21,51 Prozent aller heiratenden jüdischen Männer geschlossen; somit nahm jeder fünfte heiratende jüdische Mann eine Christin zur Frau. Bei den 1421 im Jahre 1905 erfolgten Ehescheidungen betrafen 55 Ehen zwischen jüdischen Ehegatten, 7 Mischehen mit christlichem Mann und 9 Mischehen mit christlicher Frau. N. Weidler. ergebniffe der Volkszählung uom Jahre 1905. Nach den vom Großherzogl. Statist Amt zu Schwerin Beiträgen zur Statistik lUecklenburg. herausgegebenen Mecklenburgs, Bd. XV, HL Heft (Schwerin 1907) ist die Zahl der Juden im Großherzogtum Mecklenburg- Schwerin auch im letzten Lustram zurückgegangen. Sie betrug im Jahre 1905 1482 (695 männliche und 787 weibliche Personen) 0,2 % der Gesamtbevölkerung von 625045 Einwohnern gegenüber 1763 (=0,3 % der Gesamtbevölkerung) im Jahre 1900 und 2182 im Jahre 1890. 1419 Juden (= 95,75 % aller das Großherzogtum bewohnenden Juden} wohnten in Städten und städtischen Gütern, ^ur 3 Städte zählten mehr als 100 Juden: Rostock 281 (Gesamtbevölkerung 60793) Schwerin 245 ( „ „ 41628) Güstrow 120 ( „ „ 17161) --Ii Schulbesuch im Jahre 1906/1907* Ii Hamburg. :j ^acü dem Jahresbericht der i!— —:j Oberschulbehörde gab es in Hamburg im Unterrichtsjahre 1906/1907