Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 11 (November 1907)
- Article
- Zur Statistik der Juden im Grossherzogtum Hessen
- Date
- 1907-11-01
- Page
- Seite 168 (sequence 2)
- Language
- German
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- Alzey 1× ep/1044014
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— 168 — wohl unter den Einwanderern wie unter den j Auswanderern herrscht das männliche Gej schlecht vor. Betrachtet man nun aus dieser Erwägung die Tabelle I, so ergibt sich in der Tat ein Parallelismus zwischen Wanderung und G-eschlechtsverhältnis, da sich nämlich j ungefähr bis zum Jahre 1861 die Juden stärker j vermehrten als die Christen und die — hauptj sächlich durch Wanderungsverlust — venuj sachte Abnahme der Juden erst in den sechsj ziger Jahren einsetzt. Demgemäß ist auch im j Jahre 1867 die Differenz in der Geschlechtsj Verteilung zwischen Christen und Juden nur j gering; es entfallen auf 100 Männer 103,45 j Frauen bei den Christen, 104,01 Frauen bei j den Juden. Dann aber sinkt das Verhältnis un-! unterbrochen bei den Christen, um bei den j Juden bis zum Jahre 1890 stark zu steigen.! Tabelle I. Volkszüh- Christen Juden auf 100 Männer entfallen Frauen bei den lungsjahr männlich weiblich männlich weiblich Christen Juden 1867 1880 1890 1900 1905 392212 451877 479995 546395 592085 405739 45 <717 487357 549012 592391 12346 13040 12353 11845 11993 12841 13706 13178 12641 12706 103.45 10i;29 101,53 100.48 ioo;o5 104,01 105,11 106,68 106,72 105,94 Das entspricht durchaus dem starken Wanderverluste der Juden in dieser Zeit, der von 1867 bis 1880 3117 Personen, von 1881 bis 1890 3459 Personen betrug. Mit dem Zurückgehen des Wanderverlustes von 1890 bis 1900 auf 2363 Personen läßt auch die Steigerung in dem Prozentsatz der Frauen nach, und im Zeiträume von 1900 bis 1905, in dem der Wanderverlust auf 339 Personen sank, tritt an Stelle der bisherigen Steigerung zum ersten Male ein Rückgang des prozentualen Anteils des männlichen Geschlechts. Es ist dies ohne weiteres verständlich, wenn man die Ziffern über das Geschlecht der ausländischen und zum größten Teil erst im letzten Jahrzent in j Hessen eingewanderten Juden betrachtet. Da-! nach waren von den gesamten (bei der Volks-! Zählung von 1905 vorhandenen 1787 ausländischen Juden nur 701 39,23% weiblich. Besonders evident wird der Zusammenhang zwischen Geschlechtsveihältnis und Wanderung, wenn man die Geschlechtsgliederung der Juden in denjenigen Kreisen (Darmstadt, OfTenbach, Mainz) vergleicht, in denen die Juden sich in den letzten Jahrzehnten verhältnismäßig am stärksten vermehrt, und in denjenigen Kreisen, (Dieburg, Alzey, Oppenheim), in denen sie sich am stärksten vermindert haben. Es ergibt sich dann das Resultat, daß auf 100 Männer bei der Volkszählung 1905 in den erstgenannten 3 Kreisen nur #6,62 Frauen, in den letztgenannten 3 Kreisen dagegen 116,79 Frauen entfielen. Die Gebiete mit dem stärksten Wanderverlust sind also zugleich diejenigen mit dem größten Frauenüberschuß. Das beweist schlagend, daß an der Einwanderung wie an der Abwanderung hauptsächlich die Männer beteiligt sind. IV. Altersgliederung. Über die Altersgliederung und den Familienstand der Juden liegen für die Volkszählung 1905 zum ersten Male genaue Daten vor, die von dem Großherzogl. Statist. Landesamt auf Wunsch des Bureaus für Statistik der Juden ermittelt sind. Danach gliederten sich die Juden Hessens dem Alter nach wie folgt: Männer Frauen zus. unter 1 Jahr alt 206 209 415 1—5 11 11 784 838 1622 5—10 n 11 1044 1013 2057 10—15 11 „ 1125 1169 2294 15—20 11 11 1007 1032 2039 20—30 11 11 2229 2220 44449 30—40 11 11 1752 1892 3644 40—50 11 11 1402 1533 2935 50—60 11 11 1104 1338 2442 60—70 11 11 869 956 1825 70—80 v 361 389 750 80—90?5 11 104 111 215 über 90 11 11 6 6 12 zusammen 11993 12706 24699