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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1907-11-01 · Heft 11 (November 1907) · p. Seite 167

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1907)
Issue
Heft 11 (November 1907)
Article
Todesursachen bei Juden in österreichischen Städten
Date
1907-11-01
Page
Seite 167 (sequence 7)
Language
German
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— 167 — Häufigkeit dieser Todesursache in Wien und in Lemberg-Krakau. An weiteren Belegen für die beiden Ursachen der Divergenz zwischen Wien und den galizischen Städten wollen wir es genug sein lassen und nur auf 2 in Lemberg bei den Juden häufigere Todesursachen einige Worte verwenden. Die eine ist die Gangraen, von der allerdings nur wenig Fälle beobachtet wurden. Trotzdem erscheint mir das Verhalten nicht als zufällig. Gangraen kommt oft bei Zuckeihariiruhr vor, zu welcher die Juden in höherem Maße als die Christen veranlagt zu sein scheinen. Die zweite ist das Kindbettfieber. Man sollte meinen, daß die bessere Wöchnerinnenpflege den Jüdinnen einen höheren Schutz davor als den Christen, verleiht. Die Sache verhält sich aber anders. Tatsache ist, daß die Jüdinnen, sowie jeden ärztlichen Beistand, so auch den geburtshilflichen in höherem Maße in Anspruch nehmen als die Christinnen. An einem anderen Orte (zum Schutze der Gebärenden. Zeitschrift für Geburtshülfe und Gjmaekologie, 57. Bd.) habe ich nachgewiesen? daß erhöhter geburtshilflicher Beistand außerhalb der Anstalten zumeist mit unnötiger Vornahme der Operationen sich vergesellschaftet und der Ausbreitung des Kindbettfiebers Vorschub leistet. In obigem habe ich die Judensterblichkeit in den österreichischen Städten in groben Umrissen dargelegt. Dieselben genügen jedoch vollständig, nicht blos zur Erkennung des Unterschieds von der Christensterblichkeit sondern auch zur Erkennung der Mittel und Wege, wie die Sterblichkeit noch weiter vermindert werden kann. Zur Statistik tter Juden: Von Dr. A r t Ii u r (Schluß.) III. Geschlechts Verhältnis. Während bei der christlichen Bevölkerung die Zahl der Männer und Frauen bei der Volkszählung von 1905 fast ganz gleich war und auf 100 Männer 100,05 Frauen entfielen, überwog bei den Juden das weibliche Geschlecht; auf je 100 männliche Juden entfielen 105,94 Jüdinnen. » Verfolgt man das Verhältnis der Geschlechter einige Jahrzehnte zurück, wie in Tabelle I geschehen, so zeigt sich, daß bei den Christen der prozentuale Anteil der Frauen seit dem Jahre 1886 ständig zurückgegangen, bei den Juden dagegen bis zum Jahre 1900 ständig gestiegen ist und erst in dem Zeitraum von 1900 bis 1905 einen Rückschlag erfahren hat. Die Ursachen dieser Divergenz könnten darin begründet sein, daß sich bei den Juden m GrossiierzogtuiG Hessen. R u p p i ii, Berlin» unter den Neugeborenen verhältnismäßig mehr Mädchen befinden als bei den Christen. Dies ist jedoch, obw7ohl sich ein strikter Gegenbeweis gerade für Hessen wegen des Mangels statistischer Angaben nicht führen läßt, sehr unwahrscheinlich. Für andere deutsche Bmidesstaaten ist statistisch festgestellt, daß das Geschlechtsverhältnis der Geborenen bei Juden und Christen ziemlich genau übereinstimmt, daß aber, wo eine kleine Verschiedenheit besteht, diese sich in der Richtung zeigt, daß unter den jüdischen Neugeborenen mehr Knaben sind, als unter den Christen. Unter diesen Umständen liegt es nahe, die Verschiedenheit des Geschlechtsverhältnisses mit der Ein- und Abwanderung in Verbindung zu bringen. Es ist eine überall zu beobachtende Tatsache, daß die Weiber das seßhafte, die Männer das fluktuierende Element sind. So-

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