Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1907)
- Article
- Zur Statistik der Juden im Grossherzogtum Hessen
- Date
- 1907-10-01
- Page
- Seite 156 (sequence 4)
- Language
- German
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— 156 — Zahl der in ihnen lebenden Juden von 3797 auf 10238 gestiegen, lieber 2/5 (41,46%) aller hessischen Juden wohnen in diesen Grossgemeinden, während im Jahre 1828 der entsprechende Prozentsatz nur 17,88 betrug. Die Tendenz zur Konzentration ist also nicht zu verkennen. Immerhin ist die Entwicklung noch nicht so weit vorgeschritten wie in Preussen, wo im Jahre 1905 bereits 64,96 % aller Juden in 72 Orten mit mehr als 500 jüdischen Einwohnern lebten. (IL Artikel folgt.) Bewegung der jüdischen BevölHeri Von Dr. J. T Nach der jüngst erschienenen Statystyka Rossijskoj Ymperiji 63. Dwyshenje Naselenja w ewropejskoj Rossiji za 1901 god. sollen im Nachfolgenden die Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle bei der jüdischen und gesamten Bevölkerung in dem russischen Ansiedlungs-Rayon, den drei Ostseeprovinzen und dem sonstigen Rußland ohne Polen mitgeteilt werden. Im gesamten europäischen Rußland ohne Polen wurden im Jahre 1901 70468 männliche und 54412 weibliche jüdische Geburten verzeichnet. Die Geburtenziffer der Juden betrug damit 30,8 pro Mille der jüdischen Bevölkerung. Nur die Protestanten weisen eine noch geringere Geburtenziffer auf, nämlich 30,1 pro Mille, dagegen zeichnen sich alle übrigen Konfessionen durch grössere Geburtenhäufigkeit aus, denn es betrug die Ge-! burtenziffer bei den Römisch-Katholischen 36,2, bei den Moharnedanern 45,1, bei den Orthodoxen 48,8 pro Mille. Es darf jedoch j mit Recht angenommen werden, (wie in der Veröffentlichung des Bureaus über die Sozialen Verhältnisse der Juden in Rußland näher ausgeführt wurde), dass nicht alle jüdischen Geburten registriert werden, so daß nach Vor-; nähme der nötigen Korrektur die Zahl der jüdischen Geburten von 124880 auf 136 948 und die Geburtenziffer auf 36,14 %<> sich erhöhen würde. So wäre die Geburtenziffer der Juden der der Römisch-Katholischen gleich und ungleich höher als die der westeuropäischen Juden, wenn sie auch noch immer bedeutend ■' hinter der der mohammedanischen und überj mg In Russland im Jahre 1901. hon, Berlin. aus fruchtbaren orthodoxen russischen Bevölkerung zurückbleibt. In den einzelnen Gouvernements schwanken die Geburtenziffern sehr beträchtlich. So entfielen auf je 1000 Juden des betreffenden Gouvernements Geburten 45,1 in Jekaterinoslaw, 35,3 Portawa, 34,9 „ Cherson, 34,1 „ Podolien, 33,1 Wolhynien und Kiew, dagegen nur 27.5 in Mobilew, 25.6 „ Kowno, 25,1 „ Grodno und 22,6 „ Wilna. Diese geringe Geburtenziffer in Gouvernements, in denen die Juden sehr zahlreich und zum größten Teile der alten Tradition treu leben, wo also ihre geringere Fruchtbarkeit durch willkürliche Einschränkung nicht zu erklären ist, ist darauf zurückzuführen, daß gerade hier in sehr vielen Fällen die geborenen Mädchen nicht zur amtlichen Anmeldung gelangen. Die dadurch in diesen Gouvernements am auffallendsten zum Vorschein tretende überwiegende Mehrzahl der Knabengeburten bewirkt auch den im Durchschnitt bei sämtlichen russischen Juden ausserordentlich hohen Knabenüberschuß. Auf je 100 geborene Knaben entfielen nämlich nach der amtlichen Statistik Mädchen' bei den Römisch-Katholischen 104,0 Orthodoxen 104,9 Moharnedanern 105,0