Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1907)
- Article
- Schulbesuch christlicher und jüdischer Schüler im Winterhalbjahr 1905
- Date
- 1907-08-01
- Page
- Seite 143 (sequence 3)
- Language
- German
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— 143 — als bei den Christen ist. Hält man dies mit der Tatsache zusammen, dass in Unter-Sekunda an den Gymnasien 10,61 Prozent alier christlichen und 11,57 Prozent aller jüdischen an den Realgymnasien und Oberrealschulen 11,00 Prozent aller Christ, und 10,92 Prozent alier jüdischen Schüler befinden, so zeigt dies, dass ein grösserer Teil der jüdischen als der christlichen Kinder die Schule aus der Untersekunda, d. h. nach Erlangung des Berechtigungsscheines zum einjährig-freiwilligen Militärdienst verlässt. (Vgl. für 1904 Heft 2, S. 29. Jahrgg, II). Die Zahl der Juden im Königreich Sachfen betrug am l./XII. 1905 14697 unter einer Gesamtbevölkerung von Sachfen. 4508601 Personen; der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung stieg von 0,29 Prozent im Jahre 1900 auf 0,33 Prozent im Jahre 1905, ihre absolute Zahl um 2281 gegen die frühere Volkszählung. ^Die Verteilung der Bevölkerung auf die einzelnen Kreishauptmannschaften war folgende: Kreishauptmannschaft Einwohner Juden Bautzen 426420 272 Chemnitz 851130 1561 Dresden 1284397 3931 Leipzig 1146423 8093 Zwickau 800231 840 13246 Juden, d. i. 90,2 Prozent sämtlicher Juden des Königreichs wohnten in Städten, von diesen wiederum 12470 (= 84,9 Prozent aller sächsischen Juden) allein in den drei Großstädten Dresden, Leipzig und Chemnitz, in welchen nur 27,9 Prozent der nichtjüdischen Bevölkerung (1253125) lebten. Es zählten Chemnitz 244927 Einwohner, darunter 1280 Juden, Dresden 516996 n 3514 „ Leipzig 503672 „ „ 76/6 Von den übrigen 9. sächsischen Städten hatte Plauen 400, Zwickau 124, alle anderen weniger als 100 jüdische Einwohner. Staatsangehörigkeit und f amilienffand. Von den 76/6 (4008 männlichen und 3668 weiblichen) Juden, die am 1. Dezember 1905 in Leipzig anwesend waren, waren 1214: 1619: 3010: 117: 1401: 315: Ceipzig. 576 männl., 887 „ 1539 „ 76 , 746 „ 184 „ 638 weibl. sächsische Staatsangeh. 732 1471 41 655 131 and. deutsche Österreich, ungarische russische sonstige Dem Familienstande nach waren von je 100 jüdischen d. Ges.-Bev. M. ledig 2550 verheirat. 1363 getrennt lebend 12 verwitwet 79 geschieden 4 F. 2074 1293 M. 63,62 34,01 F. 56,55 35,25 M. 59,70 37,52 10 273 18 0,30 1,97 0.10 0,27 7,44 0,49 0,62 1,88 0,28 F. 55,24 35,17 0,90 8,06 0,63 zusam. 4008 3668 100,00 100,00 100,00 100,00 (Die Ergebnisse der Volkszählung vom 1./X1I.1905 in der Stadt Leipzig, II. Teil, Leipzig 1907). j il Erziehung der Kinder in jüdischj Ceipzig. | christlichen mischehen. Nach den > 11 vom Statistischen Amt der Stadt Leipzig herausgegebenen Ergebnissen der Volkszählung (Leipzig 1907) gab es am 1. Dezember 1905 unter 88387 Ehepaaren, deren beide Ehegatten anwesend waren, ferner 5486 Ehepaaren, mit abwesendem (oder getrennt lebendem) Mann und 4451 mit abwesender Frau, 1134 rein jüdische Ehepaare, 66 Mischehen mit jüdischem Mann, 21 Mischehen mit jüdischer Frau, ferner 175 Fälle, in denen auf den Volkszählungslisten nur ein jüdischer Ehegatte ohne Frau und 148 Fälle, in denen nur eine jüdische Ehegattin als anwesend oder getrennt lebend verzeichnet war. In den Mischehen war die Frau 56 mal evangelisch-lutherisch, 2 mal evangelisch-reformiert, 7 mal römisch-katholisch und 1 mal einem anderen christlichen Bekenntnis angehörig; der christliche Mann war 18 mal evangelischlutherisch und 2 mal evangelisch-reformiert (1 mal unbekannt). Die Verluste des Judentums infolge der Mischehen ergeben sich aus folgenden Zahlen. Ueber die Erziehung der Kinder liegen Angaben von 36 Mischehen mit jüdischem Vater und 15 mit jüdischer Mutter vor. In letzteren 15 folgten die Kinder (22 Knaben und 22 Mädchen) sämtlich der Religion des christlichen Vaters und in 28 Ehen mit jüdischem Vater wurden die Kinder (28 Knaben und 35 Mädchen) in der Religion der christlichen Mutter, nur in 5 Ehen (mit 18 Knaben und 8 Mädchen) jüdisch nach dem Vater, in 3 Ehen (mit 4 Knaben und 3 Mädchen) in keines der beiden Eltern Bekenntnis, also immerhin nichtjüdisch erzogen. Somit erfolgte nur in 5 Mischehen unter 51 (— 9,8 Prozent) eine jüdische Erziehung der Nachkommenschaft und von 130 Kindern aus Mischehen verblieben nur 16 (= 12,3 Prozent) beim Judentum. Ungarn. Geburten und Sterbefälle im Jahre 1904. Im Königreich Ungarn wurden — 1904 von jüdischen Eltern 24970 Kinder lebend geboren, ferner 223 aus Mischehen mit jüdischer Mutter (der Vater in 158 Fällen römischkatholisch, in 50 Fällen evangelisch), 186 aus Mischehen mit jüdischem Vater (Mutter in 143 Fällen römisch-katholisch, in 36 Fällen evangelisch), außerdem 2454 unehelich von jüdischer Mutter. Die unehelichen jüdischen Geburten machten 8,64% aller jüdischen Lebendgeborenen aus und blieben damit nur unbedeutend hinter dem allgemeinen Prozentsatz der unehelichen Geburten zurück, der 9,55% betrug. Es st a r b e n in diesem Jahre 14697 Juden und 481139 Christen. Auf je 100 Gestorbene entfallen 2,96 Juden, dagegen auf je 100 Lebendgeborene 3,72 Juden. Beide Zittern sind kleiner als der Prozentanteil der Juden an der Gesamtbevölkerung (4,4). Unter den Gestorbenen waren Kinder unter 7 Jahren in absol. Zahl in % all. Gestorb. bei den Juden 5875 39,97 bei der Ges.-Bevölk. 231326 46,65 Infolge ihrer günstigen Sterbeziffer (auf je 1000 Juden entfielen 16,5 Sterbefälle gegenüber 24,S %o bei der Gesamtbevölkerung) haben sich die Juden trotz ihrer geringeren Geburtsrate (30,9 °lw gegenüber 37,0 %0 bei der Gesamtbevölkerung) stärker vermehrt