Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1907)
- Article
- Probleme der Anthopologie der Juden
- Date
- 1907-08-01
- Page
- Seite 129 (sequence 10)
- Language
- German
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— 129 — hierfür liegt auf der Hand: Der Unterschied in der Körpergröße der Juden und Christen Ost-Europas ist sehr gering, fast unbedeutend, und zwar ist 162 bis 163 cm für die Juden und 164 bis 165 cm für die Christen ungefähr die normale Größe. Vermischungen mit einem Volke, dessen Größe nur um 1 bis 2 cm differiert, kann auf die Größenverteilung nicht einen solchen Einfluß haben, daß er bei einer Einteilung in Serien zu Tage tritt. Bei einem grösseren Unterschiede, sagen wir 8 bis 10 cm, wenn wir annehmen, daß eine Vermischung mit den Skandinaviern oder Schotten stattgefunden hätte, die über 170 cm groß sind, hätte die Kurve eine doppelte Spitze gezeigt. R e s u m e. 1. Die Körpergröße der Juden ist nicht in jedem Lande gleich. Sie ist sehr veränderlich, und die Grenzen dieser Veränderung sind fast ebenso weite, wie unter den verschiedenen anderen Rassen Europas beobachtet wurden. 2. Die geringe Körpergröße kann nicht nur dem Einfluß der Umgebung oder der Beschäftigung zugeschrieben werden. Die Tatsache, daß die Juden meistens Beschäftigungen in geschlossenen Räumen haben, die nur wenig Muskel-An strengung erfordern, ist zum großen Teil auf einen Prozeß künstlicher Selektion zurückzuführen. 8. Die Größe der Juden hängt von der Größe der Nicht-Juden ab, unter welchen sie leben. In Ländern, in welchen die eingeborene Bevölkerung groß ist, sind auch die Juden groß, und wo die eingeborene Bevölkerung nur von kleinem Wüchse ist, sind auch die Juden kleiner. 4. Ob diese letzte Erscheinung auf Mischehen mit Nicht-Juden zurückzuführen ist, läßt sich auch nicht positiv festlegen, weil die osteuropäischen Rassen nicht viel größer sind als die Juden, und unsere Methoden für die Erforschung dieses Problems nicht genügen, um in diesem Punkte Klarheit zu schaffen. Big iieürüisciie Sprache Von Dr. Leo Direktor des hebräischen Mit den achtziger Jahren des 19. Jahrj hunderts beginnt für die hebräische Sprache I eine durchaus neue Epoche ihres Lebens und j ihrer Geschichte. Je mehr die nationalen Ideen unter den Juden Wurzel faßten, um so günstiger wurde die Stimmung für das Hebräische; in dem j Maße sogar, daß es nicht allein als profane j Schriftsprache jene Krisis glücklich überlebte, als das religiöse Bewußtsein nach und nach schwand, sondern sich sogar als eigentliche Umgangssprache wieder einzuleben suchte. Es wurden nämlich zu jener Zeit die ersten Versuche gemacht, die hebräische Sprache, j *) Mit Erlaubnis des Verfassers aus dessen Schrift: Die hebräische Sprache (Jerusalem 11)07) in etwas verkürzter Form abgedruckt. in der Gegenwart. » Met man n, Gymnasiums in Jaffa. die bis dahin nur in Büchern fortlebte, auch im Umgänge zu gebrauchen, und die weitere Entwicklung dieser Bestrebungen in den letzten Jahrzehnten zeigt, daß die Zeit nahe ist, in der diese Versuche eine vollzogene Tatsache sein werden. Dies wird einzig und allein der segensreichen direkten und indirekten "Wirkung des neu auftauchenden nationalen Bewußtseins im Volke zuzuschreiben sein, das immer größere Kreise umfaßte. Am stärksten begann dasselbe sich zu regen gerade in denjenigen Personen, die durch Bildung und Wissenschaft sich von dem religiösen Aberglauben und den verschiedenen Zeremonien zu befreien wußten. Es war, als ob der blinde nationale Erhaltungstrieb in ihnen den Mangel fühlte, der sich durch das