Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1907)
- Article
- Probleme der Anthopologie der Juden
- Date
- 1907-08-01
- Page
- Seite 121 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2650397-3187638-3187647-3189579--1240-3189625- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
mit seinen vielen Wechselfällen zieht eine j Klasse von Menschen an, welche merkbar höher steht als die übrige Bevölkerung, eben- \ so wie z. B. die in den Vereinigten Staaten; einwandernden Personen sich in dieser Be-; ziehung auszeichnen. Dieses Vorteils erfreuen '■ sich die Juden natürlich nicht, weil die Zahl der jüdischen Dorfbevölkerung meist ganz; unbedeutend ist. I Die schlechten sozialen, ökonomischen und; sanitären Verhältnisse, unter welchen die; Juden in den osteuropäischen Ghettos arbeiten, ' sind bei Betrachtung ihrer geringen Körper- \ grüße auch in Rechnung zu ziehen. Es ist eine Tatsache, daß sie in Galizien, Polen und Litauen, wo sie sich in den schlechtesten; materiellenVerhältnissen befinden, am kleinsten sind. Zakrzewski zeigt in seinem Werke : „Ludnosc miasta Warszawy" an graphischen Tafein, daß in der Stadt Warschau die geringe : Körpergröße Hand in Hand geht mit schlechter; ökonomischer Lage. Die Beschäftigung in geschlossenen Räumen, : in welcher die meisten Juden ihren Erwerb . finden, hat jedenfalls einen großen Einfluß I auf die Verringerung ihrer Körpergröße. Der . Verfasser hat diese Frage unter den Juden in New-Xork studiert. Seine Ergebnisse sind in der Tabelle IV dargestellt. Unter den 1528 Individuen waren 720=47,12% in Hausarbeit beschäftigt einschließlich der Schneider, Schuhmacher, Zigarrenmacher, Weber, Bäcker etc. 344 (22,51°, 0) arbeiteten im Freien, einschließlich der Zimmerleute, Anstreicher, Maurer und Eisenarbeiter; 398 (20,65%) waren in Handelsbenifen beschäftigt als Angestellte etc. 130 waren Hausierer und 66 gehörten zu den sogenannten freien Berufen. Es zeigt sich, daß die größten unter ihnen die Angehörigen der freien Berufe sind, die eine Durchschnittsgröße von 169,9 cm haben. Sie sind es auch, die die größte Zahl von großen Individuen unter sich haben, nämlich 34,85 %. Ihnen kommen am nächsten die Angestellten und Kaufleute mit 169,2 cm bezw. 168,7 cm. Neben ihnen verzeichnen wir die Hausierer, Tabelle IV. Körpergrüße und Beschäftigung. Beschäftigung Anzahl j O C2 Ä bß O CG f~i ä'i o CG i Kleine Statur; l Größe unter i Durchschnitt j Größe über Durchschnitt! Große Statur In geschlossenen Bäumen. Schneider . . . Schuhfücker . . Fabrikarbeiter . 372 79 269 161,3 160,4 162,2 32,79 37,98 26,39 33,33 26,58 27,89 22,05 27.80 30,11 11,85 11,83 15,61 Insgesamt 720 162,0 30,98 30,58 25,69 12,17 Im Freien. Zinmierleutc . . Eisenarbeiter Maurer.... Anstreicher . . Arbeiter . . . 89 68 44 58 85 164,9 166,3 167,9 167,5 166,8 19,10 20,59 15,92 15,52 29,41 31,46 26,47 31,83 25,86 35 — 28,09 27,94 28,09 31,03 29,41 21,35 25,00 21,35 27,59 18,83 Insgesamt 344 166,4 20,93 27,32 28,78 22,97 Im Handel. Kaufleute . . HandJungsgehilf. Hausierer . . 163 105 130 168,7 169,2 164,3 16,56 11,42 18,47 27,61 35,21 37,69 31,90 26,67 26,15 28,83 26,67 17,69 Insgesamt 66 169,6 9,09 22,73 33,33 34,85 welche, obwohl sie unter den Kaufleuten rangieren, viel kleiner sind, nämlich nur 164.3 cm Körpergröße haben. Der Grund wird klar, wenn wir den hohen Prozentsatz kleiner Personen unter ihnen ins Auge fassen, der 18,47 % betrug, während nur 17,6 % unter ihnen groß waren. Die Juden, die in freier Luft beschäftigt sind, sind also größer als der Durchschnitt der übrigen Juden, nämlich 166.4 cm. Ungefähr 23 % von diesen waren 170 cm und darüber gegen 19 % bei den Juden im allgemeinen, und während die letzteren 23 % kleinere Individuen mit 160 cm und darunter aufweisen, gibt es unter den in freier Luft beschäftigten Juden nur 20,93 % solch kleiner Individuen. Maurer und Anstreicher waren uater dieser Klasse am größten, die Zimmerleute am kleinsten. Unter den Juden, die in geschlossenen Räumen beschäftigt sind, zeigt sich eine auffallend große Zahl von im Wachstum zurückgebliebenen Personen. 30,98 % waren weniger