Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1907)
- Article
- Bemerkungen zu Fishberg's Theorie über die Herkunft der blonden Juden
- Date
- 1907-06-01
- Page
- Seite 93 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2650397-3187638-3187645-3189451--1150-3189500- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 93 — gefunden worden. Hier kommt natürlich, be-; sonders für West- und Süddeutsehland, die j Vermischung mit Slaven garnicht in Frage.; Soll man nun die blonden deutschen Juden j aus der Mischung mit Germanen ableiten? : Dagegen spricht die Geschichte, die von! solchen Mischungen nichts weiß, und die Verteilung der blonden Juden in Deutschland. Am meisten blonde Juden finden sich nämlich in Süddeutschland, das unter der nichtjüdischen Bevölkerung ganz erheblich weniger Blonde hat als Norddeutschland. Ob die blonden Juden in Deutschland überhaupt dem „arischen" Typus nahe stehen, was für die osteuropäischen nach Fishbergs schönen Untersuchungen ausgeschlossen ist, müsste erst durch Untersuchungen an deutschen Juden erforscht werden, die zur Zeit nicht vorliegen. Das Problem der Herkunft der blonden : Juden bleibt also Problem. Die Richtung, in der es gelöst werden kann, kann vorläufig kaum angedeutet werden. Die oben gegebenen und viele andere Zahlen zeigen, daß zwischen dem Pigmentcharakter der ELare und der Augen gar keine festen zahlenmäßigen Beziehungen bestehen. Augenscheinlich können diese beiden Eigenschaften getrennt ererbt und weiter vererbt werden. Dies und die Tatsache, daß die Pigmentienmg der Juden in den verschiedenen Ländern ohne sonst erkennbaren Grund schwankt, läßt vermuten, daß hier wie bei der Entstehung und Festigung der Pigmentcharaktere überhaupt, Züchtungsprozesse besonders der geschlechtlichen Zuchtwahl an der Arbeit sind. Diesen Prozessen und ihren Vererbungsgesetzen nachzuspüren, dürfte die Aufgabe zukünftiger Forschungen sein. Statistisches Archiv. Deutfdies Reich. Jüdifche Reichstagsabgeordnete nach Kürsehn eis's „Deutsch, Beichstagu gibt es im neuen Reichstage 3 neben 220 Evangelische«, 141 Katholiken, 18 Konfessionslosen, 5 Dissidenten, 5 Freireligiösen, 2 Altkatholiken, 1 Mennoniten und 1 Abgeordneten mit nicht angegebener Religion. Dem vorigen Reichstage gehörten 4 Juden an. Die Konfeffion der Caubffummen in Bayern Nach Papratz (Allgem. Statistik über die Taubstummen Bayerns, München 1906) ergaben die besonderen Erhebungen über die Taubstummen in den Jahren 1901/02 und 1905 folgendes: Auf 100 000 Personen derselben Religionsgemeinschaft entfielen Taubstumme: dageg. i. Jahre 1871 8.3 8,6 9,1 9,5 12,6 18,5 7.4 21,9 bei den Katholiken bei den Protestanten bei den Juden bei den Sonstigen Ferner betrug der Prozentsatz unter der Ges.-Bev. 1900 bei den Katholiken 70,55 % „ „ Protestanten 28,17 „ „ „ Juden 0,89 „ „ „ Sonstigen 0,39 „ unter den von 1874—1895 geb. Taubstummen 72,78 % 26,14 , 0,85 „ 0 22 v»—— » Hoppe. ~~ j| Befuch der Uolksfchulen im König- Sadifen i.j ^[fa Sachfen. In den Volksschulen =====!! des Königreichs Sachsen waren Schüler (nach der Zeitschrift des. Kgl. Sachs. Statist. Landes amts 52. Jahrg., 1. Heft, Dresden 19015) darunter Juden im Jahre überhaupt absolut prozentual 1884 536115 037 0,119 1889 578794 845 0,146 ■ 1894 617848 951 0,154 1899 688057 1367 0,199 1904 748930 1377 0,184 Der Anteil der Juden unter den Volksschülern ist hiernach viel geringer als der Anteil der Juden unter der Bevölkerung, der vom Jahre 1880 bis 1900 von 0,22 % bis 0,30 °/0 betrug. Dieser Umstand muß, da in Sachsen die allgemeine Schulpflicht streng durchgeführt ist und ein so großer Unterschied zwischen Juden und Christen in der Anzahl der vorhandenen schulpflichtigen Kinder nicht bestehen kann, darauf zurückgeführt werden, daß die jüdischen Kinder in größerem Umfange als die christlichen die höheren Schulen besuchen. Ungarn. Ehetrennungen in den 3ahren 1901 bis 1904. Das Ungar. Statist. -=* Jahrbuch für 1904 führt die Konfession der Ehegatten an, welche an den mittels Ungiltigkeitserklärung, Auflösung oder Trennung von Tisch und Bett in den Jahren 1901—1904 beendigten Eheprozessen beteiligt waren. Darnach sind im Jahre