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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1907-06-01 · Heft 6 (Juni 1907) · p. Seite 88

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1907)
Issue
Heft 6 (Juni 1907)
Article
Die jüdische Bevölkerung Münchens nach dem Stande vom 1. Dezember 1905
Date
1907-06-01
Page
Seite 88 (sequence 3)
Language
German
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— 88 — scharf durchgeführt. -) Diese drei Faktoren, — wozu als weiterer und letzter Grund die geringe Geburtenziffer des Judentunis trat, — führten zu der erwähnten Abnahme der Zahl der Juden im Jahre 1852, einer Abnahme, die so stark war, daß auch nach dem Fallen einiger drückender Schranken die prozentuale Ziffer im Jahre 1867 die Höhe von 1840 noch nicht erreichte. Mit der neuen kapitalistischen Zeit und dem neuen Deutschen Reich fielen die letzten Fesseln und die politische Gleichberechtigung der Juden setzte sich durch. In der zweiten Periode seit 1870 waren es daher nicht mehr politische sondern nur Gründe wirtschaftlicher Natur, die die Zahl der Juden in München bestimmten. Und da trat ein für das Judentum durchaus charakteristischer Zug in Erscheinung: der Jude als der wirtschaftlich Fortgeschrittene, der das Wesen der kapitalistischen Zeit am ersten erfaßt hatte, drängt nach der Stadt. Von 100 in Bayern lebenden Juden waren in der Zeit bis 1867 2—4 in München wohnhaft: 1875 bereits 6,7, 1880 7,7, und so steigt die Zahl fortgesetzt: 1890 11,3, 1900 15,8, 1905 18,1. Neben diesem rein wirtschaftlichen Grund, der bestimmend war für die Zuwanderung aus dem Umlande und Inlande, trat in den letzten Jahren wieder ein politischer Faktor als eine Ursache vermehrter Einwanderung aus dem Auslande: die wirren, besonders das Judentum gefährdenden Verhältnisse in Rußland ließen in den letzten Jahren die Zahl der russischen jüdischen Einwanderer nach München erheblich anschwellen und waren somit mit ein Grund der hohen Prozentzahl bei der letzten Zählung von 1905. — Auf alle diese Verhältnisse wird unten bei Besprechung der Gebürtigkeit noch einmal eingegangen werden müssen. — Tabelle II und III: Altersaufbau und Alter und Gebürtigkeit der jüdischen Bevölkerung in München gehören ihrer Natur nach zusammen und fordern eine gemeinsame Betrachtung. Im Altersaufbau der Juden ist charakteristisch die starke Besetzung, die die Altersi jähre der grössten Arbeitsfähigkeit aufzuweisen Tabelle IL Der Altersaufbau der jüdischen Bevölkerung in München (1905). Altersstufen Gruiidza Ii 1 c n V erhältniszahle n Zahl der Juden in den botreif. Altersstufen Von je 100 Juden kamen auf die betr. Altersstufe Von je 100 der botreif. Altersstufe waren Juden Von je 100 Juden waren männl. weibl. männl wcibl. ' zusam. männl.! weil»! zusam. männl.; weibl. zusam. 1 2— 5 6—15 16-30 31-50 51—70 üb. 70 77! 69 323! 307 698! 751 1897 1 1276 1658; 1376 745! 664 107! 108 146 630 1449 3173 3034 1409 215 1,40 5,87 12,68 34,46 30,12 13,53 1,94 1,52 6,74 16,50 28,04 30,24 14.59 2;37 1,45 (5,27 14.41 31,55 30.17 i4;oi 2;u 1,40 i 1,22 1.50! 1,44 1,61! l!66 2,52 i 1,52 2,19; 1,65 2;65! 1,76 2A8! 1,36 1,30 1,47 1,63 2,00 1,91 2,14 1,76 52,74 47,26 51,27 48,73 48,17 : 51,83 59,79; 40,21 54,65 45,35 52,87 47,13 49,77 50,23 Summa 5505 : 4551 \ 10056 100,00; 100,00 haben, (die Alterstufen 1(5—30 und 31—50). Fast ein Dritteil aller Juden (31,55 v. H.) gehörten der Altersstufe 16—30 an: 30,17 v. H. also fast ein zweiter Dritteil kamen auf die Altersstufe 31—50. Der Rest: 38,28% verteilt sich auf die übrigen Altersstufen: 1—15 und 51—70. 2) R. Wassermann. Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in München im 19. Jahrhundert. Zeitschrift f. Dem. u. Stat. d. Juden. I. Jahrg. Nr, 11. | 100,00 i 2,17 1,60 | 1,87 | 54,74 | 45,26 Auch die Betrachtung des Prozentsatzes, den die Juden innerhalb der einzelnen Altersstufen von der Gesamtheit der Einwohnerschaft ausmachen, zeigt, daß die Juden, und zwar besonders die männlichen Juden, relativ weit mehr als die Christen in den mittleren und höheren Altersstufen (16—70) vertreten sind. Die Ursache der starken Besetzung der mittleren Altersstufen bei den Juden liegt in

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