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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1907-04-01 · Heft 4 (April 1907) · p. Seite 56

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1907)
Issue
Heft 4 (April 1907)
Article
Die Kriminalität der Juden und der Alkohol
Date
1907-04-01
Page
Seite 56 (sequence 8)
Language
German
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— 56 — häreriter ..Eigenschaft", zu einem angeborenen; Widerwillen gegen Unmäßigkeit geworden ist. ': Diese., Rasseneigenschaft1-ist aber nicht untilg- ■■ bar.Ebenso wie sie durch Gewohnheit entstanden ist, kann sie auch durch allmählicheGewöhnung an das Trinken wieder verloren gehen. Wie in den Weinländern, die als relativ mäßig gelten, die Trunksucht in den letzten Jahrzehnten sich auszubreiten begonnen hat, wie speziell Frankreich aus einem der mäßigsten Länder zum alkoholisiertesten der Erde geworden ist. wie die sich verbreitenden Trinksitten Europas selbst vor den Toren der muhamedanischen Länder nicht Halt machen, sondern in ihnen jetzt trotz desKoranverbots allmählich anBoden gewinnen, so nehmen auch die Juden, seitdem und soweit sie angefangen haben, das „G-hettcr zu verlassen, aus ihrer Absonderung herauszutreten, die ..Lehrezu vernachlässigen und die «Gesetze" zu übertreten, wie gesagt, in steigendem Maße an den Trinksitten der Umgebung teil. Ihre alte Mäßigkeit, ihre „Immunität" gegen den Alkoholismus, ist, das kann gar keine j Frage sein, langsam im Schwinden begriffen,! i nd es ist, falls keine innere Bewegung daj gegen erfolgt, und die allgemeine Bewegung gegen den Alkoholismus dem keinenEinhalt tut, die Zeit schon abzusehen, wo sich die Juden j in Bezug auf den Alkoholismus von ihrer Umj gebimg nicht mein1 unterscheiden werden, wenn j auch darüber noch einige Generationen dahin j gehen können. Dann wird auch ihre Lebensj Zähigkeit und das günstige Verhältnis der | Kriminalität, speziell hinsichtlich der Gewalti tätigkeits- und Roheitsdelikte, aufhören und sie werden sich in dieser Beziehung nicht mehr wesentlich vor der umgebenden Bej völkenmg auszeichnen, wie sie diese in den Ländern des Westens bereits beim Selbstj mord, in Bezug auf den sie noch vor 50 Jahren so sehr zurückstanden, eingeholt, vielfach sogar überflügelt haben. Die Assimilation geht eben auf der ganzen Linie vor sich und begreift mit der Zeit alle biologischen und soziologischen Verhältnisse in sich. Big Auswanderung von Rußland nach Palästina. Von Dr. S. Weissenborn, Elisabethgrad* Das Odessaer Palästina-Komitee hat das auf seinem Bureau angesammelte Material über die Auswanderung nach Palästina veröffentlicht (Jewrejskaja Missl, 1907, N. 4). Obgleich die Statistik nur diejenigen Auswanderer betrifft, die sich direkt an das betreffende Komitee um Auskunft wandten, so muß ihr doch entschieden ein gewisser Wert zugeschrieben werden, da einerseits Odessa der einzige Ausgangspunkt für die Auswanderung von Rußland nach Palästina ist und andererseits a priori angenommen werden muß, daß nur eine geringe Zahl der Auswanderer auf die unentgeltliche zuvorkommende Hilfe und Anweisung des Komitees verzichtete. Die Zahlen beziehen sich leider nur auf das Jahr 1906 und zeugen für eine beträchtliche Auswanderung während desselben, die beinahe das dreifache des vorhergehenden Jahres erreicht hat, 3427 im betreffenden Jahre gegen 1229 im Jahre 1905. Von diesen 3427 Personen waren 1917 männlich und 1510 weiblich, was in Prozenten ausgedrückt, 56 männlichen. Geschlechts gegen 44 weiblichen ergibt. Tabelle 1. Altersgliederung und Arbeitsfähigkeit der Auswanderer- Alter ' Arbeitsfähige ""Zalil"" Arbeitsunfähige """"Zähf" in 1—15 _ _ 1064 | 31 16—25 716 21 1 26—55 1068 31 über 56 — - 570 17 Summa 1764 1 52 1643 | 48 Tabelle I gibt die Altersgliederung und Arbeitsfähigkeit der Ausgewanderten für beide Geschlechter zusammen an, indem Personen unter 15 und über 55 Jahren als arbeitsunfähig betrachtet werden. Das Endresultat zeigt, daß die Zusammensetzung der Auswanderer in Bezug auf Arbeitsfähigkeit eine gute ist, indem mehr als die Hälfte der Auswanderer im arbeitsfähigen Alter steht. Aus dieser

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