Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 4 (April 1907)
- Article
- Die Kriminalität der Juden und der Alkohol
- Date
- 1907-04-01
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
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Tabelle III. Auf 100 000 Seelen der orrsanwesendeu Bevölkerung entfielen nach der Österreichisehen Statistik, Bd. 71, Heft 3, S. XCVI. und Bd. 74:, Heft 3, S. XCIL im Durchschnitt der Jahre 1900 und 1901 1902 und 1903 ö o , o _ ~ | S j ' 2 i - liolike CO "p c j5 5 r£ ' ce! üo! C1 II uden n: 5 bfi ci *? 'r-^ _ "tf •2 kv<?-J 3 £ — C< Ph A. Verbrechen 133,7 120,0 i — 190,1 107,4 131,2! 116,4 171,0 89.9 1 131,1 ficAvaltüitigkcit g obrigk. Personen . 12.1 9.2 — 20,7 (>,4 11,0 7,9 : 23,7 7,3 i __ Erpressung......... 1.7 Ü : — M 1,6 2,5 1> 1,1 1,0; Unzuchtsrerbreehen .......;V ^\ — M 2,5 5.7 i o, / : 1.5 2.4 i — Kindesmord, Fruchtabtreibung . . . 0.6 0.0! — 0,0 0,3 0,7! 0.6; o;t 0;2; Totschlag ii. schw. körperl. Beschädig. 23;2 13 J) : — 55,5 5,0 21,1! 12;*! 0,6! 44,5 2,6 | — Brandstiftung........ 0,o 0,3: — 0,2 0,2 0,6 i 0,3 0.1 : — Diebstahl .......... 58,9 57,9 — 78,8 35,2 58j) ' 52,3; 74,9 S0'A\ — Veruntreuung......... 2,9 3,(5: — 1,0 6,0 3,01 4,3; 1,1 5,0 1 — 12,0 15,5 : — 18,0 13.0; 18,7 : 12,7 33,7 — Verleumdung......... 0,8 o,5; — 1,2 i,y o;oi 0,6! 1,1 1.3 i — Verbrochen gegen Religion .... —; — 0,6 i 0,8 : 0,2 0i4! — B. Vergehen 27,1 52,5 91,7 100,6 27,2; 24,1 i 100,5 97,4 32,4 Krida........... 3.7 4.4 — 0,8 29,1 41 j 6,5! 0/7 32,9 1 — Zu\angsvollstreckungsm'eiteilung . . l',9 1^ 2,0 2,5 1,1 0,6! o;2 1.1 j — Verg. g. d. Tierseuchengesetz . . . 10,7 30,0 — 81,6 48,2 io;o 7.3 i 1,5 471 j — Verg. gegen die Religion .... —; — — M| 88.8 1,0 j — bei gemeinschaftlichem Unfug auf der Straße, Schlägereien, Zusammenrottungen vorkommt) 1 13%, bei Nötigung und Bedrohung 50%, bei j Hausfriedensbruch 57%, bei Sachbeschädigung I 24 %. Bei Mord, bei Schlägerei mit schwerer! Körperverletzung oder Totschlag sind die Juden; garnicht beteiligt, bei schwerer Körperver- | letzung erst im letzen Jahrzehnt mit einem Fall j (in Österreich Totschlag und schwere körper- | liehe Beschädigung 1901 u. 1902 etwa 20 %, i 1903 u. 1904 etwa 10%). Es fehlen eben die j alkoholische Verrohung und die alkoholischen | Exzesse, die ausschließlich oder fast ausj schließlich diese Delikte herbeiführen.1) Auch j die Nichtbeteiligung der Juden bei vorsätzj licher Gefährdung eines Eisenbahntransports, i die in den meisten Fällen im Rausche ver- \ übt wird, erklärt sich aus der Mäßigkeit der j *■) Der Landgerichtsrat O e r t e 1 in Dresden, der im Jahre 1900 eine Statistik über die sicher alkoholisch bedingten Straftaten zusammenstellte, fand unter 989 wegen solcher alkoholischen Delikte verurteilten Personen nur 2 Juden oder 0,2 Prozent, während die Juden im Jahre 1900 7,6 Prozent der Dresdener Bevölkerung bildeten. Juden. Was die Sittlichkeitsdelikte betrifft, so sind die Juden nur bei den gewinnbringenden, wie Kuppelei (112 %) und Verkauf unzüchtiger Schriften, allerdings auch bei Ärgernis durch unzüchtige Handlungen (175 %) stärker beteiligt als die Niehtjuden : bei den gewalttätigen Sittlichkeitsdelikten dagegen, wie Notzucht (87 %) und Unzucht unter Mißbrauch einer Vertrauensstellung (0%), sowie an den auf starker Verkommenheit und moralischer Degeneration meist alkoholischen Ursprungs beruhenden, wie Blutschande (25 ü/o) und widernatürlicher Unzucht (35%) in wesentlich geringerem Maße. In Österreich betrug ihre Beteiligung an den Unzuchtsverbrechen überhaupt 1901 u. 1902 etwa 50 %.. 1903 u. 1904 noch etwas weniger. Mord, das schwerste Verbrechen, auf das in Deutschland die Todesstrafe steht, kommt bei den Juden garnicht vor, ebenso wenig Totschlag, der fast ausschließlich im Rausch zumal von Gewohnheitstrinkern verübt wird. Auch der Raub, besonders Raubmord, ist in vielen Fällen eine Tat, die im Rausch verübt