Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 3 (März 1907)
- Article
- Die Kriminalität der Juden und der Alkohol
- Date
- 1907-03-01
- Page
- Seite 42 (sequence 5)
- Language
- German
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— 42 — lieh geringere Kriminalität als die Gesamtheit der Juden, nur in Böhmen ist sie noch günstiger, wie Tabelle I zeigt. Auch die englischen Einwanderer in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, die sich vorzugsweise aus östlichen (russischen) Juden zusammensetzen, zeigen ein ähnlich günstiges Verhältnis der Kriminalität wie die Juden in Galizien. Nach Jacobs (Die Juden in den Vereinigten Staaten, vgl. diese Zeitschrift 1906 S. 55) bildeten die jüdischen Einwanderer im Jahre 1903/04 in den Strafanstalten 6,5 % aller Insassen, während die Prozentzahl der jüdischen Einwanderer volle 10% der Gesamteinwanderung betrug, so daß sie mit noch nicht 65 % an der allgemeinen Kriminalität beteiligt sind. Dabei sind bei den Juden verhältnismäßig viel mehr leichtere Vergehen, wegen welcher die Bestrafung erfolgte, als bei den übrigen Einwanderern, nämlich bei den Juden 389 von 559 oder 71%, bei den übrigen Einwanderern aber nur 5312 von 9206 oder 57 %. In der Stadt New York bildeten 1898 die Delikte der russischen Eingewanderten 8,2 % der Gesamtzahl, während ihr Verhältnis zur Bevölkerung 11,2 % betrug. In Philadelphia wurde im Jahre 1904 der Prozentsatz der Juden in der Gefängnisbevölkerung auf 2,7 % berechnet, während der Prozentsatz der Juden unter der Gesamtbevölkerung 7,7 % betrug, also mehr als 3 mal so groß war. Tabelle L In den einzelnen Gebietsteilen Österreichs kamen auf je 100000 Seelen der ortsanwesenden Bevölkerung der betreffenden Konfession ® Zr-Z-z e 33 0$ o B B. Vergehen Staatsgebiet Niederösterreich Böhmen Mähren u. Schlesien Galizien Bukowina A. Verbrechen Staatsgebiet Niederösterreich Böhmen Mähren u. Schlesien Galizien Bukowina | j OO hp^ t—1 (—1 CO CO CO J—»>JU« j£\0 j-J ""^3 ^'ot'h-^o'h-1 HKH H-1 CD C5 CO 00 CO CO -3 CO oVfcoV~0~-^ Katholiken 1900 und 1901 »-* CO CJT [ 1 CO CD 00 CO 1 1 ~CD~0~CD CT 1—L |_l , , CJi 00 CO J mmhO o"o o~o Protestanten 91,7 104,1 190,1 1751,1 Griechisch- Nichtuniert. 1 >—1 i—»■ woo J^'jT^jOOjOj^O "co^^o^H^-cTci t—i i—t. 'r-L 1 1—i OOMCiüO cn CO CS CO o -3 o^>-"co"Mf^ Juden t—>• CO CD t—1 H-1 CO CO jUl_pj-3j^j^J>0 wo^"rf^'n-i"btNbs PHM >—1 CS CO -3 00 CO 00 CO jf^ ooxo o~co~^o~o~h^ Im ganzen CO 1—1 1-* CO CO _CO_CO CJ1 H*JS3j-a "rf^ "cO-~CD~CO ~0~CO >—* )—1 )—1 >—1 CT» CO CS 00 CO CO j-3_ptj—• _cn oc )—1 o~coT\3^tfM\3 Katholiken 1 1902 und 1903 ■r-^ CO CO 1 J^J30 °JX'J~L ' "o'bs'co'coV^ t—k HM , CJX CO —3 CO t—1 1 j^J^s^S^jP "ül'co'OO'^D'tf*' Protestanten i 106,5 113,0 25,6! 171,0 1 62,2 158,1 Griechiech- Nichtuniert CO O CD CO rf^ 00 CD COJ-1 CO "oljo'o'cn'Vi'rf^ W-1 H CO CO O W tf^ 00 O CO H-k_CO C*CD >^1^"CO *^~CD Juden CO (-»■ H-i CO CO J-^j-Jj-CljNDJ^JO Vi"o"oo"h*"üx*"^ HHH HP ^-OQ00-3CO __p_pjo _pv°J""* ^"co'h'o'oI-* Im ganzen (Schluß folgt.) Die Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Preußen im Jahre 1905.") Von Dr. Arthur Das Jahr 1905 weist, wie die auf Grund der Angaben in der Zeitschrift des königL preuß. statistischen Bureaus 1906 IV. Abteilung aufgestellte Tabelle I zeigt, sowohl bei den Christen wie bei den Juden in Preußen einen Geburtenrückgang auf. Bei den Juden *) Vergleiche für die früheren Jahre Heft 6 des 1. Jahrg. und Hefr t Seite 61 des 2. Jahrg. dieser Zeitschrift. Riipp?n, Berlin. ist, nachdem im Jahre 1904 eine kleine Steigerung der Geburten gegen das Vorjahr eingetreten wa r, mit nur 6752 von jüdischen Eltern geborenen Kindern im Jahre 1905 der niedrigste Stand erreicht, der seit dem Beginne statistischer Aufzeichnungen in Preußen je zu verzeichnen war. Eine geringe Steigerung hat demgegenüber die Zahl der Geborenen aus Mischehen erfahren: sie machten im Jahre