Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1907)
- Article
- Besteuerungs- und Finanzverhältnisse der jüdischen Gemeinden in Deutschland
- Date
- 1907-02-01
- Page
- Seite 20 (sequence 4)
- Language
- German
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2. Bjrek in Posen (mit 198(i Einwohnern und 117 Juden) 370 Prozent, 3. Friedrichstadt in Schleswig-Holstein (mit 2401 Einwohnern und 101) Juden) 400 Proz. Nach Tabelle I trägt durchschnittlich in den kleinen deutschen Gemeinden (mit weniger als 500 Juden) jeder Jude (ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht) 12,51 Mk. zur Kultussteuer bei. Sehen wir von Hohenzollem und dem Königreich Sachsen ab, in denen nur ein resp. zwei solche Orte in Betracht kommen und die deshalb nicht zum Vergleich herangezogen werden können, so betrug der durchschnittlich auf den Kopf der jüdischen Bevölkerung entfallende Steuerbetrag am meisten in der Provinz Brandenburg (ohne Berliner Vororte) nämlich 25,30 Mk. Udd am wenigsten in Elsaß-Lothringen 6,49 Mk. Nach der Höhe dieses durchschnittlichen Betrages ordnen sich die Provinzen und Staaten folgendermaßen: 1. Brandenburg......... 25,30 2. Hohenzollem........ 24,01 3. Königreich Sachsen...... 22,34 4. Schlesien.......... 19,82 5. Ostpreußen......... 17,82 6. Hannover..........17,36 7. Pommern.......... 16,50 8.;Westfalen.......... 15,64 9. Provinz Sachsen....... 15,36 10. Württemberg........ 13,82 11. Bayern 12,61 12. Schleswig-Holstein...... 13,29 13. Westpreußen 12,34 14. Großherzogtum Hessen .... 11,75 15. Hessen-Nassau ........ 10,39 1(>. Großherzogtum Baden..... 10,51 17. Rhemprovinz........ 9,10 18. Posen........... 8,29 19 Elsaß-Lothringen....... 6,44 Was die Höhe des Etats im Verhältnis zur Kultussteuer betrifft, so haben einen mehr als zweimal höheren Etat Schleswig Holstein und Hohenzollem, fast zweimal so groß ist er in Posen und Elsaß-Lothringen, um zirka lk größer in Westpreußen, Hannover, Westfalen, Rheinprovinz, Hessen-Nassau und Schlesien. Es :iu ergibt sich somit aus der Höhe des Etats, daß : einige Gebiete mit verhältnismäßig geringer i Kultussteuer, wie zunächst Posen und Elsaß- | Lothringen anderweitige höhere Einnahmen! haben. Es hängt dies übrigens auch mit der | relativen Dichtigkeit der jüdischen Bevölke- I rung zusammen, da bei größerer Konglome-! ration die Kultusbedürfnisse mit verhältnis- | mäßig viel geringeren Mitteln befriedigt werden können. In welchem Umfange die jüdische Bevölkerung zu Leistungen für die Kultussteuer herangezogen wird, ersieht man aus der letzten Spalte der Tabelle I. Relativ am geringsten ist die Zahl der Zensiten in Elsaß- Lothringen und Posen und dies ist gewiß der wichtigste Grund für ihren kleinen Kultussteuerertrag, verhältnismäßig am meisten Steuerzahler gibt es in Westfalen, im Königreich Sachsen, in Brandenburg und Hohenzollem, die ja auch eine sehr ergiebige Kultussteuer haben. I Die BesteuerungsVerhältnisse in den Groß- | gemeinden mit mehr als 1000 Juden sind in Tabelle II aufgeführt, die keiner Erläuterung bedarf. Endergebnisse. Tabelle III unterrichtet über die Finanzverhältnisse sämtlicher Gemeinden, soweit sie die betreffenden Fragen beantwortet haben. Erstrecken sich diese Angaben deshalb auch nicht auf alle jüdischen Gemeinden und umfassen nicht die gesamte jüdische Bevölkerung Deutschlands, so betreffen sie doch immerhin eine so große Zahl von Gemeinden mit einem so überwiegenden Teil der jüdischen Bevölkerung, daß die so gewonnenen Relativzahlen als die richtigen Durchschnittszahlen zu betrachten sind. Man kann mit Grund annehmen, daß in den Gemeinden, die die Frage nach der Kultussteuer, dem Etat oder den Zensiten nicht beantwortet haben und deshalb in dieser Tabelle nicht in Betracht kommen konnten, wesentlich gleiche Verhältnisse herrschen, wie in allen übrigen derselben Provinz. Zu berücksichtigen ist allerdings bei der Bestimmung der Durchschnittszahlen, die angeben, wie viel Mark