Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 3 (1907)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1907)
- Article
- Probleme der Anthopologie der Juden
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 4)
- Language
- German
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— io — welcher er sagt: „Es schiene mir wichtig, j durch eine auf breiter statistischer Basis j stehende Untersuchung auch diese Vermutung j einer strengen Nachprüfung zu unterziehen." j Sehr wenig Angaben finden sich in der j anthropologischen Litteratur über die Frage, I ob die blonden Juden auch andere körperj liehe Eigentümlichkeiten der Nord-Europäer j besitzen, insbesondere ob sie dem sogenannten j ..arischen", „indogermanischen", „nordeuroj päischen" oder „teutonischen" Typus, wie er j durch verschiedene Anthropologen verschieden benannt ist, entsprechen. Ebenso ist sehr wenig dazu getan worden, um festzustellen, j ob die blonden Juden von größerem Wüchse und dolichocephal (langköpfig) sind. Ein j Überblick über die anthropologische Literatur j über die Juden zeigt., daß nur zwei Forscher j die Combination . von blondem Haar, blauen Augen, hohem Wüchse und Dolichocephalie an denselben Individuen beobachteten. Majer und Kopernicki fanden, daß unter den galizischen Juden die Brünetten 3,2% Langj köpf ige unter sieh haben, während es unter j den blonden Juden ungefähr 20 % sind. Dies j ist mehrfach als Beweis dafür citiert worden, I daß unter den galizischen Juden eine Beziehung existiert zwischen Blondheit und Langköpfigkeit, und daß dies wahrscheinlich teutonischer Beimischung zuzuschreiben ist. In Odessa fand Pantjuchof, daß die Juden, die dunkles Haar und dunkle Augen haben, von kleiner Statur sind, während diejenigen, die helles Haar und helle Augen haben, von. größerem Wüchse sind.--Im Kaukasus hat derselbe Autor die Beobachtung gemacht, daß die Juden mit hellen Augen im Durchschnitt 164,4 cm. messen, diejenigen mit dunkelen Augen dagegen nur 161,7 cm. Es muß aber bemerkt werden, daß alle diese Schlüsse nur auf einer kleinen Zahl von Beobachtungen beruhen, und daß andere Beobachtungen mit ihnen nicht übereinstimmen. In Baden fand j Otto Amnion keine Beziehung zwischen blonj dem Haar, hellen Augen und Langköpfigkeit j unter den Juden, während für Polen Elkind sogar bemerkt, daß die Juden mit schwarzem Haar und schwarzen Augen größer von Statur sind als diejenigen mit blondem Haar und hellen Augen. Bei meinen Untersuchungen der körper liehen Eigentümlichkeiten der Juden in den Vereinigten Staaten von Amerika habe ich der vorerwähnten Frage besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Die Ergebnisse dieser Beobachtungen, die an 1528 männlichen erwachsenen Juden vorgenommen wurden, zeigten, dass der nordeuropäische (der sogenannte arische oder teutonische) Typus, d. h. die Combination von blondem Haar, blauen Augen, hohem Wuchs und Langköpfigkeit für die blonden Juden nicht charakteristisch ist. Vielmehr geht aus den gesammelten statistischen Daten hervor, dass eher das Gegenteil richtig ist. Nehmen wir zuerst die Beziehung zwischen Wuchs und Kopftypus, so finden wir, dass die großen Individuen nicht langköpfiger sind als die Individuen von kleinem Wüchse. Es ist so gut wie gar kein Unterschied in der Kopfform in Beziehung auf den Wuchs vorhanden, wie aus Tabelle II entnommen werden kann. Tabelle IL Wuchs Anzahl der; beob- I Kopfachteten | länge Individuen! Breite Kopfindex Klein (160 u. darunter) Unter Mittelgröße (160-164,9) Ueber Mittelgröße (165-169,9) Groß (170 u. darüber) 356 460 420 292 186 153 187 154 188! 154 190! 156 82,26 82,35 81,91 82,11 Total 1528! 188 j 154 J 81,91 Der durchschnittliche Kopfindex der 1528 Juden ist hiernach 81,91; die 292 Individuen darunter, welche von hoher Statur sind, d. h. 170 cm. und mehr messen, haben einen durchschnittlichen Index von 82,11, sind also kurzköpfiger als der Durchschnitt der gesamten 1528 Juden und haben ungefähr denselben Index, der bei den Juden von kleinem Wüchse beobachtet wurde, welch' letztere