Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1907-01-01 · Heft 1 (Januar 1907) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
3 (1907)
Issue
Heft 1 (Januar 1907)
Article
Der Anteil der Juden an der Revolutionsbewegung in Rußland
Date
1907-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2650397-3187638-3187640-3189160--0932-3189195
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

und Charakter der politischen Verbrechen überhaupt, sowie den Anteil der Juden an denselben zu verändern." Über den letzten Punkt läßt sieh manches schon jetzt auf Grund meiner kurzen Notiz in dieser Zeitschrift, 1906, S. 160, aussagen. Der Prozentsatz der Juden ist nach den im Oktober 1905 „allerhöchst geschenkten Freiheiten" ganz plötzlich auf nur 7,6, gegen 29,1 während der Jahre 1901—1903, gesunken. Es wäre aber höchst falsch, daraus den Schluß zu ziehen, daß die Juden ganz loyal geworden sind und nur den normalen Anteilsatz an der revolutionären Bewegung liefern. Betrachtet man - die absoluten Zahlen, so wird es klar, daß nicht die Beteiligung der Juden sich vermindert hat, sondern daß die Zahl der Andersgläubigen ungeheuer in die Höhe gegangen ist, wodurch selbstverständlich der Prozentsatz der Juden herabgesetzt wurde. Es ist höchst bemerkenswert, daß die Zahl der Juden beinahe dieselbe wie im Jahre 1903 geblieben ist: für 9 Monate (10. XI. 1905 bis 10. VIII. 1906) 972, (für 12 Monate also etwa 1300) gegen 1254 im Jahre 1903. Dagegen ist die Zahl der Andersgläubigen für dieselbe Zeit von 2483 auf etwa 15600 gestiegen. Erst während der letzten 2—3 Jahre erwachte das eigentliche russische Volk von seinem tiefen Jahrhunderte langen Schlummer und sucht die für ihn von anderen eroberte Freiheit energisch zu schützen. Seine latent gewesenen Kräfte sind auf einmal im Anblicke des herannahenden Glückes frei geworden, was sich in der Versuchserfahrimg der an der Revolution Beteiligten kundgibt. Die Juden aber kämpfen schon seit langem für elementare menschliche Rechte und für eine menschenwürdige Existenz und werden diesen ungleichen Kampf nur dann aufgeben, wenn sie die wirkliche Freiheit erlangt haben. Problems der Anthropologie der Juden. I. Zur Frage der Herkunft des I von Dr. Maurice Fl Nach den Angaben der Bibel muß die Haarfarbe der alten Hebräer schwarz gewesen , sein: „rabenschwarz" scheint das Ideal der; Schönheit gewesen zu sein, wie aus Psalm IV, 1;! V, 11 ersichtlich ist. Schwarzes Haar wird | als ein Zeichen der Jugend bezeichnet im | Gegensatz zum weißen Haar des Alters. Josephus erzählt,- daß Herodes sein graues Haar schwarz färbte, um jünger zu erscheinen. Schwarzes Haar wurde als schön angesehen- Schwarz war die vorherrschende Farbe, während helles oder blondes Haar die Ausnahme war (Benzinger). Von König David und ebenso von Esau wird berichtet, daß sie rotes oder „rötliches" Haar hatten. (Luther hat das im Grundtexte mit „bräunlich" übersetzt.) Die Farbe der Augen wird weder in der Bibel noch im Talmud angegeben, obwohl dieses Organ mehr als 800 Mal in der Bibel lonclen Elements im Judentum, .shberg, jNew-York. erwähnt ist und in Bezug auf andere Charakteristika, z. B. Anatomie, Ausdruck etc. im einzelnen beschrieben ist. Es mag jedoch in diesem Zusammenhange erwähnt werden, daß nach einigen hebräischen Gelehrten es in der hebräischen Sprache für das Wort „blau" weder in der Bibel noch im Talmud ein gleichbedeutendes Wort gibt. Der vorherrschende Typus der heutigen Juden ist ebenfalls schwarzhaarig und schwarzäugig, aber es gibt doch einen erheblichen Teil Blondhaariger und Blauäugiger. In der folgenden Tabelle ist die Farbe des Haares und der Augen von ungefähr 150000 Juden und Jüdinnen in verschiedenen Teilen der Welt angegeben. Aus diesen Zahlen erhellt, daß zwischen den Aschkenasim das Verhältnis der Blondhaarigen in weiten Grenzen schwankt, je nach dem Lande der Geburt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.