Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 11 (November 1906)
- Article
- Die Juden in Serbien
- Date
- 1906-11-01
- Page
- Seite 169 (sequence 2)
- Language
- German
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— 169 — Tabelle III. 1895 M11 r t (■ rsp ra< -h e d e r J ud e 11 Serb. od. Slav. . . . Deutsch..... Ungarisch..... Spanioliscli . , , . Sonstige Sprachen. . Stadt; % 14:0 2,80 000 li>i15 57 1,11 404:0 80,74 159 8,17 T -ml 0 \ Zll~ 0 i^nu :() Jsammen (I ■ 1 2,701 141 2,70 25 07,57 § 084 12,50 1 2,701 58 1J5 10 27,08 g 4050 80,35 — — 1 150 3,15 Männer O; 71 2,84 290 11,88 25 1,00 2031 81,14 80 3,19 Frauen <v' 70 2,75 838 18,28 38 1,30 2025 79,57 79 3,10 Auf 100 Männer treffen Frauen 9(5,8 112,8 132,0 98,1 97,2 Zusammen 5011 100,00 *) et", p 37 100,0015048 *) 100,00 | 2508 100,00 . 140 Amn. 2} 1900 2545 100,00 100,17 Serb.. oder Slav. . . Deutsch..... Spanioliscli .... Sonstige Sprachen . . "~"~ \ **); | 2(580 40.02 I 402 i 8,00 **) j 40 I 0,70 | 154.4 1 20,95 1 1047 ' 18,27 13+2 40,32 200 7,11 18 0.(52 794 27,84 537 : 18,(51 1294 45,09 25(5 9,02 22 0,77 750 20,48 510 18,04 9(5,42 124.27 122 22 94,40 94,97 Zusammen 5720 8 f 5729 100.00 2897 ,100,00 2882 j 100,00 97,83 **) Für dieses Jahr isr eine Gliederung nach Stadt und Land sowie nach der Muttersprache nicht durchgeführt. Doch bieten bei der verschwindend kleinen Zahl der Landjuden die Zahlen der Gesamtheit völligen Ersatz. stellang der „Muttersprache" eine weit mehr; als bloss linguistische Bedeutung: sie unterj richtet uns nämlich klipp und klar über die \ Provenienz der einzelnen Gruppen der Juden. j Dies gilt — besonders in den östlichen, sla-; vischen Ländern — vor allem für die Zeit. | da eine Assimilation der Juden noch nicht j vor sich gegangen ist, da also der Jude noch j nicht die Sprache der neuen Heimat ange- \ nommen hat.1) Wie sieht es nun in dieser Hinsicht in j Serbien aus? Ein Blick auf die betreffenden; Zahlen belehrt uns. dass wir die beiden Pe- \ rioden vor und nach 1895 scharf trennen j müssen. Bis 1805 können wir das unbedingte j Vorherrschen des Spaniolischen unter den j Juden feststellen, wir erfahren dadurch, daß j die seinerzeit aus Spanien vertriebenen „sepbarj dischen" Juden den Hauptstock der jüdischen j j 1) Die Sephardim Serbiens, Bosniens, der Türkei etc. j bedienen sich im Verkehr des Spaniolischen, das noch i relativ reines Castilisch ist. Die Aschkenäsim in diesen Ländern, dann in Galizien und Rußland sprechen , Jüdisch",! ein korrumpiertes Deutsch, mit je nach dem Land ver-; schiedenem Dialektcharakter. Bevölkerung Serbiens bilden. Über 80 °0 aller Juden gehören dieser Gruppe an. An zweiter Steile kommen dann (vor 180.5) diejenigen, als deren ..Muttersprache" das Deutsche ausgewiesen ist. Ihre Beteiligung an der Gesamtheit überstieg die Ziffer 12 %. Sie und der größte Teil der übrigen Juden sind ihrer Provenienz nach Aschkenäsim, also meist aus Österreich.-!ngarn Eingewanderte (u. zw. viel später als die Spaniolen). Die Zahl der Juden, welche der Landessprache oder einer anderen slavischen Sprache mächtig waren, betrug nur 2,79%, bildete also nur einen sehr kleinen Bruchteil der Gesamtheit, Wahrscheinlich rekrutierten sich die serbisch oder slavisch Sprechenden aus beiden Gruppen der Juden, sind also zum großen Teil assimilierte ...Deutsche" oder Spaniolen. So viel steht jedenfalls fest: Bis gegen das Jahr 1805 steht die Mass e d e r J u d e n i n S e r b i e n nicht b 1 o ß i n f o 1 g e i 11 r e r A b s t a m i n u n g u n d Kon f ession, sondern a uch inf oIge de r besonderen Umgangs spr ache, der sie sich bedient, als Landfremde in