Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 11 (November 1906)
- Article
- Ergebnisse der Volkszählung in Preußen
- Date
- 1906-11-01
- Page
- Seite 168 (sequence 3)
- Language
- German
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— 168 — Im Jahre 1871 wohnten noch 50,00 °/0 aller Juden in den östlichen Provinzen Ost- und Westprei.is.sen, Pommern, Posen und Schlesien, H>05 dagegen nur noch 28,48 %; bei Posen allein beträgt der Rückgang ILbTV'o. Dafür wohnen jetzt 34,02° „ aller Juden in Berlin und Brandenburg gegenüber nur 14,50 % im Jahre 1871' Von Interesse ist es, festzustellen, inwieweit die Zunahme der Juden seit 1000 um 17170 Köpfe auf Geburtenüberschuss und auf Ein- und Auswanderung zurückzuführen ist. Nimmt man an, daß das Jahr 1905? für welches Angaben über Geburten und Sterbefälle noch nicht vorliegen, dieselben Ziffern aufweist wie das Jahr 1004, so würde der Ueberschuss der aus rein jüdischen Ehen und der von jüdischen Mutter unehelich lebend geborenen Kinder über die Sterbefälle in den 5 Jahren 100! bis 1005 7308 Personen betragen. Hierzu kommen noch 3081 lebendgeborenen Kinder aus Mischehen zwischen Christen und Juden. Auf Grund früherer statistischer Erhebungen ist anzunehmen, daß der vierte Teil der Kinder aus Mischehen dem Judentum verbleibt, sodaß der Gesamtüberschuß der Lebendgeborenen über die Gestorbenen 81G8 Personen beträgt. Der jährliche Verlust, den das Judentum durch. Taufen an seinem Bestände erleidet, dürfte auf 400 zu veranschlagen sein. Unter Berücksichtigung dieser Verminderung ergibt sich, daß die Vermehrung der Juden in Preussen um 17170 Personen in Höhe von 0168 Köpfen das Eesultat des Geburtenüberschusses unter Abzug der Taufen, in Höhe von 12011 Köpfen dagegen das Resultat des Überschusses der Einwanderung (aus anderen deutschen Gebietsteilen und dem Auslande} über die Auswanderung ist. Die Juden In Serben. (Schluß.) Von A y n o 1 tl W u J 1 c r in München. Die starke Vermehrung der Juden i von Juden in größerer Zahl gibt,-) Im ganzen bat die Folge, daß die Juden an den j ist ja der relative Anteil der Juden an der untersten Altersstufen — eben an den! serbischen Bevölkerung im Verhältnis sehr Kindesaitern — relativ viel stärker partizi- ■ gering, sodaß Serbien hierin nicht nur im pieren als die übrige Bevölkerung. Im übrigen; Gegensatz zur Mehrzahl der Balkanstaateii sei hier gleich hervorgehoben, daß die Zu- | steht, sondern selbst von Deutschland hinnähme der jüdischen Bevölkerung Serbiens I sichtlich der Beteiligung der Juden an der Bekeineswegs dem Wachstum derselben in En- \ völkerung weit übertroffen wird.3) mänien an Stärke gleichkommt. Ist doch die j Wenden, wir uns nunmehr einer Betrach- Zahl der Juden in Rumänien beinahe 50 mal j tmig zu, welche uns die besondere Struktur größer als in Serbien, was zur Folge hat, daß! der jüdischen Bevölkerung Serbiens vor Augen eine Anpassung oder Vermischung hier un- \ führen soll. (cf. Tabelle III.) Die Gliederung endlich schwieriger — wenn nicht gar unj der Juden ist hier vornehmlich in Hinsicht möglich — ist und Eigenschaften, die sich j auf die ..Muttersprache44 erfolgt. Diese Glieauf die Abstammung zurückführen lassen, weit j derung ist jedoch hier keine rein äußerliche, mehr zur Wirkung gelangen. Jovanovic sagt \ Bei dem bekannten, zähen, oft Jahrhunderte daher mit Recht: Wenn die Zunahme der! lang währenden Festhalten der Juden an Juden auch bedeutend größer ist als die der j der Sprache oder dem „Jargon" ihres ur¬ Serben, so ist sie wieder keineswegs so groß! sprünglichen Herbergslandes hat die Festwue in anderen benachbarten Staaten. Der! -o -1 p.. , -oi" i ') cf. St. Kgr. Serb. Bd. XIÜ, p. CHI. oeste Beweis dafür ist, daß es m Serbien | ,j Hier betrug 1900 die Zahl der Juden 586 833, also keine ähnlichen Beispiele für Ansiedlungen! beiläufig 1 % der Gesamtbevölkerung.