Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 11 (November 1906)
- Article
- Ergebnisse der Volkszählung in Preußen
- Date
- 1906-11-01
- Page
- Seite 167 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 167 — 8201=12,73% vermindert hat. Die Vermehrung beträgt demgegenüber in Berlin 0687- 7,25u;() Prov. Brandenburg 14661 50,90,, Hessen-Nassau 1911— 3,97 ,, Rheinland 3157-- 0,04., Exorbitant gross ist die Zunahme um 50,90% in der Provinz Brandenburg: von der gesamten Zunahme der Juden in Preussen um 17179 Personen entfallen 14(501, also 87),32% auf diese Provinz. Diese Zunahme ist fast ganz auf die Zunahme der Juden in den zur Provinz Brandenburg gehörigen Vororten und Nachbarorten von Berlin zurückzuführen. So hat sich die Zahl der Juden seit 1900 in Cliarlottenbiirg von 9701 auf 17)004 in Schöneberg von 2994 auf 0929 in Rixdorf von 450 auf 1170 vermehrt. Zu dieser Steigerung dürfte neben den allgemeinen Einflüssen, welche in neuerer Zeit den Abfluss der Einwohner aus den Stadtzentren an die Stadtperipherien bewirken, der Umstand beigetragen haben, daß sich zur Zeit der letzten Volkszählung die russischen Juden, die sich wegen der Unruhen in Rußland nach Deutschland gewendet hatten, in erheblicher Zahl gerade in Berliner Vororten aufhielten, (Vgl. darüber Heft 12 des 1. Jahrganges dieser Zeitschrift) In Berlin selbst ist die prozentuale Zunahme der Juden mit 7,25% schwächer gewesen als bei der Gesamt!)eVölkerung, wo sie 8,01% betrug. In der Provinz Hessen-Nassau ist die Zunahme um 1911 Juden größtenteils der Stadt Frankfurt a. M. zu gute gekommen, wo die Zahl der Juden von 21974 auf 23470 stieg. In der Rheinprovinz haben Kill» m. einer Vermehrungv. 0745 auf 11 035 Juden Essen „ „ „ 1884 ,: 2411 Düsseldorf „ „ 2131 „ 2877 Duisburg „ „ 780 „ 1287 fast die ganze Zunahme der Rheinprovinz (3 157) an sich gezogen. In den einzelnen Regierungsbezirken sind die Veränderungen in der Zahl der Juden die folgenden: Regierun^s-Bezirk! CT i 1900 1905 Königsberg. . . Gumbinnen . . . \ 9187 | 4090 7 293 3430 AI lenstein .... 2 830 Danzig"..... 5 504 5 247 Mari enwerder. . . 12 722 10892 Stadtkreis Berlin 92 200 98 893 Potsdam..... 20 780 30 107 Frankfurt .... 4980 4320 Stettin..... 0 292 5 752 Köslin..... 4300 3041 Stralsund .... 288 207 Posen...... 22 303 : 19 392 Bromberg .... 13 024 11041 Breslau..... 23285 23 540 Liegnitz..... 4031 3 800 Oppeln..... 20270 19439 Magdeburg.... 3 999 3924 Merseburg .... 2 070 2 205 Erfurt..... 1978 1921 Schleswig .... 3480 3 270 Hannover .... 0 575 0 854 Hildesheim. . . . 2 097 2 582 Lüneburg .... 902 1020 Stade 930 874 Osnabrück . . . 1 438 1485 Aurich..... 2 755 2 706 Münster..... 3 743 3 810 Minden ..... 5 095 4895 Arnsberg .... 11802 12 040 Kassel ..... 17483 17495 Wiesbaden .... 30 002 32 521 Koblenz..... 8 539 8 348 Düsseldorf .... 17 004 19444 Köln...... 14950 10200 Trier...... 0 773 0 948 Aachen ..... 4 325 4408 Sigmaringen . . . 532 409 Wie groß die Verschiebungen in der örtliehen Verteilung der Juden in 1 'reußen seit dem Jahre 18^ 1 gewesen sind, ergibt sich daraus, daß Prozentualiter von allen Juden in Preußen wohnten: 1871 1905 in Ostpreußen 4,44 3,31 „ Westpreußen 8.18 3,94 ,, Stadtkreis Berlin 11,07 24,15 „ Brandenburg 3^2 9,87 Pommern 4.01 2^0 ,, Posen 19,04 7,43 „ Schlesien 14.33 11,44 Sachsen 1.82 1,97 ,, Schleswig-Holstein 1,15 0,80 ., Hannover 3.93 3,81 Westfalen 5,30 11,18 5,07 „ Hessen-Nassau 12/21 Rheinland 11.81 13,53 „ Hohenzollern 0,22 0,11 100,00 100,00