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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1906-10-01 · Heft 10 (Oktober 1906) · p. Seite 148

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1906)
Issue
Heft 10 (Oktober 1906)
Article
Die Juden in Serbien
Date
1906-10-01
Page
Seite 148 (sequence 4)
Language
German
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— 148 — Städten zusammen mehr als drei Viertel sämtlicher Juden des Königreichs.l) Bei diesem ausgesprochen s t ä d t i s c h e n Charakter der Juden in Serbien ist es eine Forderung statistischer Genauigkeit, zum Vergleiche, so weit es angeht, nur die Stadtbevölkerung heranzuziehen. Denn die Juden stehen von vorne herein in gewaltigem Gegensatz zu den Serben und Rumänen, somit zu dem Gros der Gesamtbevölkerung, welche einen übe wiegen den 1 ä n dl i eh e n Charakter aufweist. Die Zahl der Städter betrug — trotz der bemerkbaren steigenden Tendenz — am Schluß der behandelten Periode nicht mehr als 14,08 u„, also kaum 1 7 der ganzen Bevölkerung. Durch die vollständige Konzentration der serbischen Juden in den Städten steigt natürlich wesentlich ihre Beteiligung an der städtischen Bevölkerung. Auch dif'seBeteiligungsziifer hat eine wachsende Tendenz, wenn auch nur eine geringe. Sie betrug durchschnittlich etwas mehr als 1,02%. Für die Stadt Belgrad schnellt sie wieder empor und schwankt zwischen 4,t.) % und 5,2 "„. Die Zunahme der Juden betrug: Zahl Zunahme 1884 4100 — 1890 4052 ( + 11,85 %) -f- 0,88 V) 1895 5102 + 0,71 % 1900 5729 + 10,94 Die durchschnittliche jährliche Zunahme betrug somit in der Periode 1884—1900 : -f 2,03 0 („ 1) Die Bearbeitungder serb. Statistik konstatiert oberflächlich: Najvise jevreja ima u Beogradu i u fiisu. '-) Diese Ziffer ist durch Reduktion auf ein Jahrfünft (18S5—1890) gewonnen. eine äusserst günstige Ziffer, wenn wir damit die entsprechende Zunahme der Gesamtbevölkerung vergleichen: hier beträgt die Durchschnittszitfer nur + 1,42 % jährlich. Dazu kommt, daß hier als einziger Grund die natürliche Vermehrung der Juden in Betracht kommt. Denn in der St. Kirr. Serb. Bd. XI.TL p. C1Y. heißt es wörtlich: Bei . . . den Juden erfolgt die Zunahme durch den Überschuß an Geburten; eine Zuwanderung findet hier nicht statt. Worauf diese günstige Frucht barkeit — und im Zusammenhang damit die geringe Kindersterblichkeit1} — zurückzuführen ist, das ist eine Streitfrage. Sicherlich mögen hier auch soziale Verhältnisse mitspielen. Wenn wir aber in Erwägung ziehen, daß auch in Rumänien — diesem ,.Jttdenland:: par exellence mit seiner Masse jüdischer Proletarier — die Kindersterblichkeit bei den Juden weitaus am kleinsten und der Geburtenüberschuß relativ sehr hoch ist,-) dann werden wir wohl nicht fehlgehen, wenn wir hauptsächlich physiologische Gründe als wirkend annehmen. (Schluß folgt.) l) Eine genauere Untersuchung sollen diese und die einschlägigen Erscheinungen in einer besonderen Arbeit über die Balkanstaaten später erfahren. *-) Vgl hierzu: L. Colesco, Population de la Roumanie, (resume demographique presente ä la IX-e Session de linstitut international de Statistiqne), Berlin 1903, p. 52: En tout cas ... les juifs jouissent d'une Situation exceptionelle, en Roumanie, dans la lutte qu'ils soutiennent, contre la mort .... II est digne de remarquer que le coefficient de mortalite . . . des Israelites baissc, meme ä une epoque critique (gemeint ist das Kritische Jahr 1897). Mit einem Anflug von Ironie fügt Colesco p. 53 hinzu : les habitants de ce rite ont, ce semble, le privilege d'une immunite" particuliere. Bis Entwicklung des jütiistlien Handwerks in Russland. Von Dr. S. Margoliiu St. Petersburg. (Unter Redaktion des Verfassers aus dem Rassischen übersetzt.) Zwei Momente haben zur Entwicklung des i vom bestimmten Konsumenten, vom Kunden, jüdischen Handwerks in Rußlands zum kapiandererseits die Emanzijjation der Handwerkstalistischen Betriebe beigetragen. Das ist produktion von dem beschränkten Rahmen einerseits die Emanzipation des Handwerkers des Lokalmarktes. Der Handwerker hat auf-

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