Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1906)
- Article
- Die Kriminalität der Juden in Rußland
- Date
- 1906-08-01
- Page
- Seite 141 (sequence 2)
- Language
- German
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— 141 — Es waren vorhanden bei der Volkszählung von 1S97 Gesamtzahl Männer! Frauen Unter 10 Jahre alte *) Männer Frauen Strafmündig-e (über 10 Jahr alte). Männer! Frauen Gefangene Männer Frauen Gefangenen in Ü/ÜOO der Straf mündigen Männer Frauen Hussen .... Polen .... Letto-Littauer . Juden . . . 41 270 254 4'> 663 313 3 933 282 3 99S 025 1 505 992 1 588 477 2 471 395 2 591 761 . 11432 821:11608 619 1 101 769 1 093 529 364 263 366 491 720 103 718 276 29 837 433 31 054 694 2 831 513; 2 904 496 1 141 729 1 221 986 1 751 292: 1873 485 57 422: 6556 6 432 1368 1986 300 3 907; 414 19 2 23 5 17 2 22 2 *) Die als strafunmündiqfür die Kriminalität nicht in Betracht kommen. noch andere Momente wie national-politische i Leidenschaft, Unzufriedenheit mit den be-! stehenden verfassungs-rechtlichen Verhältj nissen und ähnliches herein, was imstande j ist, die hohe Kriminalitätsziffer derselben zu erklären. Um noch einiges Licht auf die Frage des Zusammenhangs zwischen Rasse und abnormen sozialen Instinkten zu werfen, zieht der Verfasser die Statistik der Prostituierten heran mit vielen von der Annahme ausgehend, daß in einer gewissen Anzahl von Fällen es vor allem eine angeborene Schwäche der Charakteranlage sei, die die Individuen, die sich bereits in ungünstigen Daseinsbedingungen befinden, der professionellen Prostitution zuführe. Rund 15 000 öffentliche Dirnen sind in Rußland offiziell registriert. Es ergibt sich nun folgendes Bild: Prostituierte auf je 100 000 Geschlechtsreife Frauen: Weißrussen 4 Kleinrussen 5 Armenier j Tartaren \ v> Letten 15 Polen 30 Großrussen 32 Esten 42 Juden 44 Es fällt auch hier die hohe relative Prostitutionsziffer der Juden auf. Auch die Verhältniszahl der Polen ist groß und der Unterschied einigen anderen slavischen Volkstämmen gegenüber recht erheblich. Verfasser glaubt nun, man dürfe mit einiger Wahrscheinlichkeit annehmen, daß auch die hohe relative Verbreitung der Prostitution gewisse Beziehungen zur Rasse hat. Dies ist ja gewiß möglich. Es ist aber anzunehmen, daß diese ..gewissen Beziehungen zur Rasseu so gering sind, daß sie kaum in die Wageschale fallen dürften. Vielmehr hat auch hier die hohe relative Zahl der jüdischen Prostituierten in Rußland ihren Grund in der abnormen wirtschaftlichen Lage der Juden, besonders in ihrem Zusammendrängtsein in einigen großen Städten*) hat und es ist ganz natürlich, wenn andere Volksstämme, die nicht in dieser Weise zusammengedrängt wohnen müssen, keine solche Prostitutionsziffer aufweisen. Ausserdem wäre zu bedenken, wie wenig man eigentlich aus der geringen Anzahl offiziell registrierter Prostituierter überhaupt schließen kann neben der zahllosen Menge heimlicher Prostituierter, die statistisch nicht erfaßt werden können. *) Siehe auch: Heft II. der Veröffentlichungen der Bureaus für Statistik der Juden. Die sozialen Verhältnisse der Juden in Rußland S. 62 unten. — S. 15. Von allen Israeliten im russischen Reich wohnen 50,5% in den Städten, von allen Andersgläubigen nur 11,8%. Die Juden bilden 15,6% der gesamten städtischen Bevölkerung, während sie nur 4,15% der Gesamtbevölkerung des russischen Reiches ausmachen.