Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1906)
- Article
- Begabungsunterschiede christlicher und jüdischer Kinder
- Date
- 1906-08-01
- Page
- Seite 134 (sequence 6)
- Language
- German
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— 134 — In Geographie zeigen sich ebenfalls die christlichen Schülerinnen den jüdischen überlegen. Während 39,2 °/o aller christlichen Schülerinnen in diesem Fache gute Zensuren (I und II) hatten, war es nur bei 27,5% der jüdischen Schülerinnen der Fall; dagegen waren diese letzteren mit 18,8% unter den schlechten Leistungen vertreten, die christl. Schülerinnen nur mit 8,4 %. Tabelle IV vereinigt die Angaben über die Leistungen in Rechnen (Mathematik) und Naturkunde (Physik). Was zunächst das liecli neu (Mathematik) anbelangt, so bleiben auch hierin die Juden durchweg hinter den Christen zurück, denn es hatten die Zensur Christen Juden ] und Ii 38,4 21,0 III 55,8 00,8 IV und V 10,8 18,2 Dies Resultat steht im Gegensätze zu der allgemeinen Meinung, daß die Juden gute Rechner sind. Es ist aber hierbei zu berücksichtigen, daß die Zensuren sich nicht nur auf die Leistungen im Rechnen (Arithmetik), sondern gleichzeitig auf die Leistungen in Mathematik (Raumlehre) beziehen. Xun ist häufig die Beobachtung zu machen, daß eine gute Beanlagimg in Arithmetik durchaus nicht immer mit einer guten Beanlagimg für Raumlehre bland in Hand geht, daß gute Rechner vielmehr oft sehr schlechte Mathematiker (i. e. S.) sind. Daß dieser Umstand hierbei von Bedeutung ist, möchte vielleicht daraus zu schließen sein, daß in der Unter- und Mittelstufe, wo hauptsächlich Rechnen und wenig Raumlehre getrieben wird, die jüdischen Schülerinnen weniger hinter ihren christlichen Mitschülerinnen zurückbleiben, als in der ()berstufe. Allerdings kann dies, wie bereits mehrfach erwähnt, auch darin begründet sein, daß der Fleiß der jüdischen Schülerinnen in der Oberstufe nachläßt. Auch in Physik (Naturkunde) sind bei den jüdischen Schülerinnen die guten Leistungen seltener, die schlechten häutiger als bei den christlichen. Es hatten die Zensur I und II III IV und V Christen 53,5 40,5 <;,o Juden 35,9 54,7 9,4! Ebenso wie im Rechnen zeigt sich auch I hier das stärkste Zurückbleiben der Juden! gerade in der Oberstufe, während es in der | Mittelstufe weniger stark hervortritt. Von sonstigen Unterrichtsgegenständen; werden Zeichnen, Handarbeit, Turnen und Singen getrieben und zwar bis einschließlich Klasse IIa obligatorisch, jedoch mit häufigen Dispensationen. Das summarische Ergebnis ' der Leistungen in diesen Fächern ist, daß von den christl. und jüd. Schülerinnen, welche in den Klassen VI bis II an diesen Fächern teil; nahmen, als Zensur hatten: Zensur in absei. Zahlen Christ. Jud. in % aller Schülerinnen Christ. .lud. j I und n im Zon-hnen III { IV u. V 111 22 184 45 6; 10 30,8; 28,5 öl,2 58,5 2,0 13,0 j 1 und II in Handarbeit { III ( I \r u. V 151 23 128 4(> 12 ö 51,9 30,6 44,0 61,4 4,1 8,0 | I und II im Turnen f III ( I V u. V 164 27 119 42 9 r> 56,2 i 30,5 40,8! 56,8 3,0 6,7 i 1 und 11 im Singen [ III { IV u. V 251 70 37! 7 6 i 1 85,4 89.7 12,6 9,0 2,0 1,3 Danach haben die christlichen Schülerinnen in Zeichnen, Handarbeit und Turnen, die jüdischen dagegen im Singen die besseren I,eistinigen aufzuweisen. Außer den bisher genannten obligatorischen gibt es in den höheren Klassen noch eine Anzahl fakultativer Unterrichtsgegenstände. Es erscheint ohne Wert, die Leistungen der christlichen und jüdischen Schülerinnen in diesen Fächern zu vergleichen, weil naturgemäß die weniger Begabten oder Unfleißigen an diesen Fächern meist garnicht teil nehmen. Was die Beteilififuna-sziffer anbetrifft, so nahmen teil: