Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1906)
- Article
- Die rechtlichen Verhältnisse der Israeliten als Religionsgemeinschaft im Großherzogtum Hessen
- Date
- 1906-08-01
- Page
- Seite 129 (sequence 7)
- Language
- German
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— 129 — zum Besuch dieses Unterrichts, Anwendung zu finden haben. Um es den kleinen lieligumsgemeimbm zu ermöglichen, die Mittel zur Gewinnung und Erhaltung eine r tüch tigen Lei 1 rkraf t auf zu! > riu gen, ist seitens der Regierung die Bildung von Schulverbänden angestrebt worden, derart, daß die jüdischen Keligionsgemeinden als lokale Verbände, je nach der Steuerkraft ihrer Gemeindemitglieder zum Gehalt des gemeinsamen Religionslehrers beitragen sollen. Die Person, die den Religir>nsunteri,icht fortan erteilt, muß seminaristisch vorgebildet sein. Der St mit will sich dann verpflichten, diesen die Rechte und Pflichten eines Volksschuilehrers einzuräumen. Die Durchführung dieser Reform, ist aber bei der finanziellen Ohnmacht der Religionsgemeinden nicht möglich; sie liesse sich nur dann verwirklichen, wenn der Staat sich bereit erklären würde, die Gemeinden mitbestimmten staatlicher] Zuschüssen zu unterstützen. Kraft Art. 7 des angezogenen Schulgesetzes ist beim Vorhandensein von mindestens 10 schulpflichtigen Kindern, in deren Religion an der Gemeindcsehule kein Unterricht erteilt wird, die politische Gemeinde verpflichtet, für die Erteilung des vorgeschriebenen Unterrichts Sorge zu tragen und das Schullokal und die Heizung zu stellen, sofern hierdurch der übrige Unterricht der Volksschule nicht gestört wird. Bei einer grösseren Kinderzahl kann die Gemeinde auch zur völligen oder teilweisen Bestreitnng der sonstigen Kosten des betreffenden Unterrichts angehalten werden. Begnljungsunterscliigde Christ Von Dr. Arth u r Fast alle Erörterungen, welche die Unterschiede zwiselten Juden und Christen in sozialer, geistiger oder körperlicher Beziehung behandeln, klingen in die Frage aus. -ob diese Unterschiede ihre Ursache in einer besonderen Rassen Veranlagung oder in der eigenartigen wirtschaftlichen und politischen Lage der Juden in den letzten zwei »Jahrtausenden haben. Mau kann diese Frage in der Tat als das Grundproblein der sozial wissenschaftlichen Forschung über die Juden bezeichnen. So; leicht nun in der polemischen Litteratur zur Judenfrage die Verfasser sich für die eine; oder andere Ansicht aussprechen, so sc Ii wer ist es, in exakter Weise zu dem Problem begründete Stellung zu nehmen. Ich habe in meinem Buche «Die Juden der Gegenwart" (Berlin 11)04 S. 12b) darauf hingewiesen, daß ein objektives Urteil über die Unterschiede in der geistigen Beanlagung von Christen und Juden am ehesten durch die Vergleichung der Leistungen christlicher und jüdischer Schulkinder in den einzelnen Schulfächern zu erreichen sein würde. Im : Scher und jüdischer Rinder. U u p p i n . KeiTui. Verfolg dieser Anregung hat das Bureau für Statistik der Juden Ende des Jahres 1004 sich an eine große Anzahl von höheren und niederen Schulen mit der Bitte gewendet, ihm in das in den Zensurbüchern niedergelegte Material Einblick zu gestatten. Die Bitte ist aber auf Grund einer — aus Anlass eines anderen Falles bereits früher ergangenen •— Anweisung der preußischen Unterrichtsverwaltung von den öffentlichen Schulen abgelehnt worden. Es ist dies um so bedauerlicher, als die Bearbeitung des Materials nicht nur für die vorstehend bezeichnete, sondern, allgemein für die pädagogisch, wichtige Frage, in welchem Umfange sich Begabungsverschiedenheiten bei den Schulkindern zeigen, von Interesse gewesen wäre. Nur für eine einzige Schule und zwar für eine private höhere Mädeliensc1u.de in Berlin sind durch Herrn Lehrer a. 1). Ascher die Fragebogen des Bureaus vollständig und sorgfältig beantwortet worden. Diese Fragebogen beziehen sich auf den Östertermm 1904 und geben an, wieviel christliche und wieviel jü-