Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1906)
- Article
- Ein Beitrag zur Statistik der Juden in Großbritannien
- Date
- 1906-08-01
- Page
- Seite 123 (sequence 11)
- Language
- German
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— 123 — Jahr und schließt außer der natürlichen Zunahme durch den Überschuß der Geburten über die Sterbefälle die Jahreszunahme durch die überwiegende Anzahl der Eingewanderten gegenüber den Ausgewanderten ein. Im Jahre 1903 betrug die jüdische Sterbeziffer in London 14,G(> per 1000 und die geschätzte Geburtsziffer ca, 45,0 per 1000. Dies ergibt für die natürliche Zunahme die Ziffer von fast 3,1%. und es bleibt für die Netto-EinWanderung ♦>,7% pro Jahr. Die durchschnittliche Jahreszunahme beträgt daher durch natürliche Zunahme 5080, durch Zuwan derung GOTO. Es steht zu erwarten, daß die letzte Zahl in Zukunft abnehmen wird, während die erste sicher steigen wird. 10. S c Ii 1 u ß - Z u s a m m e n f a s s u n g. Wenn diesem Beitrag ein Verdienst zuzuschreiben ist, so dürfte derselbe meines Erachtens in dem erfolgreichen Versuch bestehen, nur offizielles und bekanntes Material zu benutzen. Mit Ausnahme der von der United Synagogue festgestellten Sterbefähe, habe ich nur Resultate wie die Volkszählung, die Jahres-Ergebnisse des Registrar-General und der Ausländer- Kommission vorgelegte Zahlen angewandt. Hierdurch sind auf gewissen Annahmen basierende Resultate erreicht worden, die ich für zuverlässig halte. Die Richtigkeit der daraus gezogenen Schlüsse bestätigen, daß die Annahmen der Wirklichkeit annähernd entsprechen. Die Haupt-Ergebnisse der vorliegenden Arbeit lassen sich wie folgt zusammenfassen: 1. Die Sterbeziffer aus allen Ursachen und in jeder Altersstufe mit Ausnahme derjenigen zwischen 0—5 Jahren ist in London bei den Juden geringer als bei den Nichtjuden. 2. Die Geburtsziffer ist bedeutend höher. 3. Die Kindersterblichkeitsziffer ist im Verhältnis zu der Anzahl der Geburten sehr niedrig. 4. Die mutmaßliche Lebensdauer ist in allen Altersstufen für beide Geschlechter günstiger. 5. Die Heiratsziffer ist höher. (). Die Ziffer für die natürliche Bevölkerungszunahme ist höher. 7. Die gegenwärtige (1905) jüdische Bevölkerung in Großbritannien beläuft sich auf 250000. — Die rechtlichen Verhältnisse der Israeliten als Religionsgemeinschaft im Großherzogtiim Hessen. *) Von Dr. jur. Leopo Die Gesamtheit der im Großherzogtum Hessen wohnenden, vom Staate als Juden anerkannten Personen, bildet vom rein kirchlichen Standpunkt aus betrachtet die jüdische Religionsgesellschaft des Großherzogtums. Diese fingierte Gesamtheit verdient mangels jeglicher Organisation (ihre Einheit tritt nur in Bezug auf den Kultus in Erscheinung) im Kechtsleben keine Beachtung. Für eine Vereinigung im Rechtsinne ist aber erforderlieh, daß eine *) Anmerk. der Redaktion. Mit Rücksicht auf die im Großherzogt. Hessen geplante gesetzliche Neuregelung der Verhältnisse der Israelit. Religionsgemeinden dürfte die vorliegende Darstellung des jetzt bestehenden rechtlichen Zustandes von besonderem Interesse sein. Der Verfasser hat den gleichen Gegenstand in einer Monographie: „Die rechtliche Stellung der Israeliten nach dem \ Staatskirchenrecht des Großherzogtum Hessen, Giessen 1906 (Verlag von Topelmann) behandelt. ld Katz, Giessen. Verbindung dieser Einzelpersonen zu einer einheitlichen Gesamtperson erfolgt, daß sie sich eine Verfassung gibt und Organe schafft, welche die Lebenseinheit der Gesamtheit offenbaren. Verleiht der Staat dieser Vereinigung noch besondere Rechte, vermöge deren sie im Rechtsleben eine Sonderstellung genießt, so reden wir von einer „öffentlich rechtlichen Korporation/4 Der höchste rechtliche Verband führt in den Provinzen Oberhessen und Starkenburg den Xamen „Landjudenschaft". Dieser stellt sich als ein auf provinzieller Gliederung beruhender Selbstverwaltungskörper dar. Innerhalb der Landjudenschaft treten uns die „Rablnnatssprengel" entgegen. Diese kann man definieren als die Gesamtheit der zur örtlichen